Kraftakt für günstiges Studierendenwohnen

Das Studentenwerk Potsdam über den Baufortschritt bei der Campus-Wohnanlage Golm 2

Die bisherige Wohnanlage Haus 3 wurde abgerissen. Foto: Studentenwerk Potsdam

Regelmäßig bringt das Studentenwerk Potsdam einen neuen Statusbericht zum Baufortschritt einer neuen Campus-Wohnanlage auf seine Website. „Damit an dem wachsenden Hochschulstandort Potsdam-Golm in Zukunft noch mehr Studierende ein erschwingliches Zuhause finden, soll in den kommenden Jahren eine neue Campus-Wohnanlage entstehen“, so das Studentenwerk. „Die bisherige Wohnanlage Haus 3 wird abgerissen, ein Neubau entsteht.“ Wir dokumentieren den neuesten Blogbeitrag.

Es wird gebaut!

Eine Baustelle macht Krach, eine Baustelle ist immer in Bewegung, und ja eine Baustelle ist lästig, für alle die in unmittelbarer Nähe studieren und arbeiten. Deswegen vorweg: Ein Dank an alle, die den täglichen Baulärm und die schweren Gerätschaften vor Ort mit ertragen!

Um möglichst im vorgegebenen Zeitplan zu bleiben, sind aktuell gleich zwei Gewerke parallel zu Gange. Es werden Erdbauarbeiten durchgeführt und der Rohbau errichtet. Dafür musste das abgesperrte Baustellenareal noch einmal deutlich vergrößert werden. Heißt auch: Eine vereinfachte Baustellenlogistik bei gleichzeitig hohen Sicherheitsvorkehrungen sowie perspektivisch ein besser geschützter Blühstreifen („Bunte Wiese“). Entschieden wurde dies in Absprache mit dem Baudezernat der Universität und dem zuständigen Sicherheitsbeauftragten.

Wegekonzept

Trotz aller Sicherheitsaspekte bitten wir um Obacht auf dem Campus. Die beauftragten Firmen sind instruiert, sich achtsam zu verhalten und u. a. die Geschwindigkeit der Baufahrzeuge zu drosseln. Ein umsichtiger Blick ist dennoch von allen erforderlich. Die Insellage des Baugrundstücks machte es nicht gerade leicht, eine geeignete Fahrtrasse für die schweren Baufahrzeuge zu identifizieren. Aufgrund der Höhenvorsprünge auf dem gesamten hinteren Areal des Campus kam letztendlich nur der Fahrweg entlang der Mensa und Haus 5 als Option in Frage. Auch die Zufahrt zum öffentlichen Straßenland kann wegen konkreter Auflagen ausschließlich über den Unicampus erfolgen und leider nicht am Rand entlangführen. Um auf die Gleichzeitigkeit von Fußgänger*innen und Baustellenfahrzeugen an den entsprechenden Wegen hinzuweisen, wurden Beschilderungen an den kritischen Bereichen aufgestellt bzw. Absperrungen errichtet, um die Fußgängerströme zu kanalisieren.

Start der Bauarbeiten

Die bauvorbereitenden archäologischen Ausgrabungen im Baufeld fanden ihren Abschluss im Sommer. Im Bodendenkmalverdachtsgebiet (was für ein Wort!) „Siedlung slawisches Mittelalter“ wurde nichts aus dieser Zeit gefunden. Kurzum: Den geplanten Tiefbauarbeiten standen keine bodendenkmalpflegerischen Gründe entgegen.

Nach einer erneuten Ausschreibung der Erdbauarbeiten konnte Mitte September mit dem ersten Abschnitt der Erdbauarbeiten begonnen werden. Ende November waren diese abgeschlossen. Der Rohbau startete parallel mit der Herstellung der Bodenplatten und Kellergeschosse. Nun werden Mitte Dezember zwei Kräne angeliefert und aufgestellt. Ein Kraftakt.

Und so geht es weiter: Sobald alle Kellerwände stehen, werden die Verbauwände aus Stahl und Holz wieder entfernt und die Zwischenräume zum Gebäude mit Erdreich aufgefüllt. Ende November 2024 soll der Rohbau fertiggestellt sein. Ab dem Frühjahr 2024 sollen dann auch schon weitere Gewerke auf der Baustelle einziehen, Fenster und Türen werden eingesetzt und das Haus wird immer mehr Gestalt annehmen.

Und warum einfach, wenn es auch kompliziert geht!? Im Zuge der Bauarbeiten musste eine Starkstromtrasse durch die Netzgesellschaft Potsdam (NGP) umverlegt werden. Auch die Trink- und Löschwasserleitung wurde vom Studentenwerk in Abstimmung mit der Universität neu verlegt, genauso wie eine Erdgasleitung durch die EWP. Für die bauliche Umsetzung waren intensive technische Planungen notwendig, auch die Arbeiten selbst waren teilweise kompliziert, da die Lage von Altleitungen (u. a. aus DDR-Zeiten) nicht ausreichend dokumentiert war. Teilweise wurden bei den Umverlegungen Teilbereiche der bunten Wiese in Mitleidenschaft gezogen. Leider gab es hier keine andere Möglichkeit des Rangierens und Abstellens der Baufahrzeuge, da die Umfahrt um die grüne Wiese freigehalten werden musste.

Das Gute aber ist: Bei der bald beginnenden Neuverlegung einer Regenwasserleitung des Studentenwerks quer über den Campus kann in Absprache mit dem Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) technische Infrastruktur für künftige Projekte auf dem Unicampus gleich mit bedacht und umgesetzt werden.

Naturschutz

Die Frage nach dem Wildwechsel der bislang auf dem Grundstück lebenden Rehe wurde eingehend erörtert. Eine ursprünglich angedachte Lösung von einem extra errichteten Korridor musste aus Platzgründen verworfen werden. Planer und Firmen sahen keine Möglichkeit, die Baustellenlogistik dementsprechend anzupassen, da die räumlichen Gegebenheiten ohnehin sehr knapp sind. Im Ergebnis wurde das Baufeld komplett mit Zaunfeldern versehen. Wildtiere werden so daran gehindert, die Baustelle mit all ihren Gefahrenquellen zu betreten. Weitere Expertise wurde von der Stadtjägerin eingeholt. Sie schaute sich die Gegebenheiten vor Ort an und erklärte sich mit den vorgeschlagenen Maßnahmen einverstanden. Den ehemaligen Weg für den Wildwechsel werden wir erhalten und dort mit Fertigstellung des Bauprojekts ganz bewusst Nischen für Rehe und andere Wildtiere schaffen.

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