Blackout – Was nun?

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges und den daraus resultierenden steigenden Energiepreisen werden auch die Folgen einer möglichen Gasmangellage im Winter 2022/23 in den Medien thematisiert. Gesprochen wird in diesem Zusammenhang oft von einem sogenannten „Blackout“.

Symbolbild: Tom/Pixabay

Von einem Blackout wird gesprochen, wenn ein großflächiger Stromausfall auftritt und die Versorgung zusammenbricht. Warum und wie es im Netz zu solchen Stromausfällen kommen kann, können Sie hier nachlesen. Laut des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz ist eine krisenhafte Situation im Winter 2022/23 sehr unwahrscheinlich.

Sowohl der Bund als auch die Kommunen bereiten sich dennoch auf unterschiedliche mögliche Szenarien vor. Auch In Potsdam gibt es eine entsprechende Notfallplanung. Neben einer engen Abstimmung mit den kommunalen Unternehmen, wie dem Klinikum Ernst von Bergmann, steht die Verwaltung demnach auch mit Sozial- und Pflegeeinrichtungen im engen Austausch. Sollte es wider aller Erwartungen zu einem längeren Stromausfall kommen, werden vier Sporthallen als Anlaufpunkte eingerichtet. Nach heutigem Stand würden Hallen im Bornstedter Feld, in der Innenstadt, in Potsdam-West und Am Stern als Anlaufstellen vorbereitet.

Was mache ich im Falle eines Blackouts?

Zuallererst: Ruhe bewahren. Sollte es in Ihrer Wohnung zu einem Stromausfall kommen, kann das unterschiedliche Gründe haben. Es ist nicht gleich von einem Blackout auszugehen. So können beispielsweise deaktivierte Sicherungen in Ihrer Wohnung ein Grund sein.

Überprüfen Sie zunächst die Sicherungen in Ihrem Sicherungskasten. Probieren Sie diese nach oben zu drücken. Funktioniert dies nicht, schalten Sie alle elektronischen Geräte aus, um herauszufinden, ob ein Gerät den Stromausfall verursacht hat. Auch eine durchgebrannte Glühbirne kann die Ursache sein.

Symbolbild: Memed Nurrohmad/Pixabay

Können Sie in Ihrer Wohnung keine Quelle für den Stromausfall feststellen, sprechen Sie Ihren Nachbarn an. Finden Sie heraus, ob das gesamte Haus oder Ihre Straße von einem Stromausfall betroffen ist. Ein Blick aus dem Fenster kann zeigen, ob der Stromausfall großflächiger ist.

Wichtig: Schalten Sie bei einem Stromausfall alle Geräte aus. Warum? Sobald der Strom wieder fließt und viele Geräte an sind, kann es zu einem sogenannten „Einschalt-Rush“ kommen. Die Leitungen überlasten und es kann schnell wieder dunkel werden.

Sollten Sie einen großflächigeren Stromausfall feststellen, nutzen Sie ein batteriebetriebenes Radio (lokale Sender) oder Ihr Smartphone, um weitere Informationen zu erhalten. Im Internet finden Sie weitere Informationen auf der Störungs-Website Ihres Stromanbieters.

Wie bereite ich mich auf einem Blackout vor?

Bei einem längeren Stromausfall wird schnell deutlich, wie abhängig wir von der Stromversorgung sind. Bei einem Stromausfall funktionieren die einfachsten Dinge nicht mehr. Kein Telefon oder Internet, auch die Heizung und die Versorgung mit Leitungswasser fehlt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat eine ausführliche Zusammenstellung für die Vorsorge in Notzeiten erarbeitet. Einen kurzen Überblick, wie Sie sich auf einen Blackout vorbereiten können, finden Sie nachstehend:

Wie halte ich mich warm?

Warme Kleidung hilft die ausgefallene Heizung eine Zeit lang zu ersetzten. Haben Sie Thermokleidung? Diese hilft insbesondere in der Nacht dabei, nicht auszukühlen. Gleiches gilt für die Nutzung von Schlafsäcken in der Nacht.

Sollten Sie einen Kamin oder Ofen haben, ist es ratsam, einen ausreichenden Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz anzulegen.

Beschränken Sie ihren Aufenthalt auf einen Raum und halten Sie Türen geschlossen. Vergessen Sie jedoch das regelmäßige Stoßlüften nicht. Ein regelmäßiger Luftaustausch ist wichtig.

Wie kann ich Essen zubereiten?

Ohne Strom- oder Gasversorgung funktionieren auch keine Backöfen oder Herde. Kleine Mahlzeiten können aber auf einem Campingkocher erhitzt werden. Wenn Sie einen Balkon oder eine Terrasse haben, eignen sich auch Garten- oder Tischgrills. Sowohl für die Nutzung der Campingkocher als auch die Grillvariante sollten die geeignete Gaskartuschen bzw. Holzkohle vorrätig haben.

Wichtig: Grillen Sie ausschließlich draußen. In Innenräumen besteht Erstickungsgefahr!

Welche Lebensmittel sollte ich haben?

Symbolbild: Memed Nurrohmad/Pixabay

Fällt der Strom aus, ist es sinnvoll Lebensmittel zu lagern, die auch ohne Kühlung aufbewahrt werden können. Dabei sollten Sie nur Lebensmittel und Getränke vorrätig halten, die Sie auch normalerweise nutzen. Bauen Sie sich ihren Vorrat nach und nach auf und integrieren Sie diesen in Ihren alltäglichen Lebensmittelverbrauch. Lagern Sie die Lebensmittel kühl, trocken und dunkel. Denken Sie bei der Vorratseindeckung auch an Babys, Allergiker oder Diabetiker sowie Ihre Haustiere.

Vorrat für 10 Tage

Das BBK empfiehlt die Einrichtung eines Lebensmittel- und Getränkevorrats für bis zu zehn Tage. Aber auch ein kleiner Vorrat für drei Tage ist besser als keiner. Für zehn Tage sollten Sie 20 Liter pro Person kalkulieren. Das entspricht zwei Liter Flüssigkeit pro Person und Tag. Geeignete Getränke sind Mineralwasser, Fruchtsäfte und länger lagerfähige Getränke.

Was brauche ich in meinem Haushalt?

Es empfiehlt sich einen Vorrat an Kerzen, Taschenlampen, Batterien, Ersatzlampen, Streichhölzern oder Feuerzeugen anzulegen. Für den Betrieb elektronischer Geräte wie ihr Mobiltelefon können Sie solarbetriebene Batterieladegeräte oder geladene Powerbanks vorhalten. Um auf dem Laufenden bleiben zu können, empfehlen sich batteriebetriebene Radios oder ein sogenanntes Kurbel-Radio. Zudem sollten Sie Bargeld im Haus haben. Fällt der Strom aus, funktionieren auch Bargeldautomaten und Kartenzahlungen nicht mehr.

Symbolbild: Memed Nurrohmad/Pixabay

Wichtig: Ein ausreichender Vorrat an Batterien

Denken Sie auch an Hygieneartikel, wie Seife, Toilettenpapier, Monatshygieneprodukten und Müllbeutel. Es lohnt sich grundsätzlich, eine kleine Hausapotheke mit Verbandsmittel, Schmerz- und Desinfektionsmitteln sowie etwaigen bereits ärztlich verordneten Medikamenten anzulegen.

 

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