Zeitreise im Keller

Ein Blick ins Archiv der WBG 1903

Genossenschaftszeitungen damals und heute. Foto: 1903/Jana Avramidis-Steinmetz

Für das Mitgliedermagazin 1903 öffnet sich das Archiv unter der Geschäftsstelle der Genossenschaft. Ein Ort, der weit mehr ist als ein einfacher Kellerraum, ein stiller Zeuge von über 120 Jahren Potsdamer Wohn- und Genossenschaftsgeschichte.

Ein historischer Schatz unter der Geschäftsstelle

Wer die Geschäftsstelle der WBG 1903 betrete, ahne laut Magazin kaum, dass sich direkt darunter ein kleines Stück Stadt- und Alltagsgeschichte verberge. Zwischen alten Regalen, Mappen und vergilbten Dokumenten lagere dort ein umfangreiches Archiv mit Bauplänen, Skizzen und früheren Mitgliedermagazinen.

Frau Klamke, Verwalterin für die Nauener Vorstadt, werde in dem Beitrag mit den Worten zitiert, das Archiv sei „wirklich ein Schatz“. Sie habe die historischen Unterlagen vor einigen Jahren eher zufällig entdeckt und begonnen, Ordnung in die alten Bestände zu bringen sowie besonders aussagekräftige Dokumente zu sichern.

Vom Potsdamer Beamtenwohnverein zur WBG 1903

Beim Durchsehen der Unterlagen werde laut der WBG 1903 deutlich, wie weit die Geschichte der Genossenschaft zurückreiche. In einer Ausgabe aus dem Jahr 1928 sei zu lesen, dass die Genossenschaft damals noch den Namen „Potsdamer Beamtenwohnverein“ getragen habe. Die Dokumente erzählten von einer Zeit, in der sich Wohnen, Bauen und Zusammenleben bereits intensiv mit Fragen der Gemeinschaft beschäftigt hätten.

Rücksicht im Haus – damals wie heute

Besonders eindrücklich sei laut Magazin, dass viele Themen auch nach fast 100 Jahren erstaunlich aktuell wirkten. So habe ein Artikel aus dem Jahr 1928 die Mitglieder zu mehr Rücksicht im Haus aufgefordert: Rundfunklautsprecher sollten maßvoll genutzt und nächtliches Klavierspielen vermieden werden. Auch wenn sich die Geräuschquellen heute verändert hätten – Waschmaschinen, Fernseher oder Mobiltelefone statt Klaviermusik – bleibe das zentrale Anliegen dasselbe: ein respektvolles Miteinander in der Nachbarschaft.

Wohnkultur im Wandel, Werte bleiben

Die im Archiv erhaltenen Grundrisszeichnungen und Baupläne zeigten laut WBG 1903, wie sich Wohnbedürfnisse und Baustile im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hätten. Gleichzeitig werde aber deutlich, dass die Grundidee des gemeinschaftlichen Wohnens zeitlos sei.

Das Archiv sei damit mehr als eine Sammlung alter Papiere. Es öffne ein Fenster in die Vergangenheit und erinnere daran, dass Werte wie Nachbarschaft, Verantwortung und Zusammenhalt die Genossenschaft schon damals geprägt hätten – und bis heute prägen würden.

Quelle: 1903