ProPotsdam schafft geeigneten Wohnraum im Bestand und bietet Bonus-Programme

In Potsdam sinkt seit Jahren die Geburtenrate, berichten die PNN. Im letzten Jahr haben Potsdamerinnen im Schnitt nur 1,1 Kinder bekommen, der niedrigste Wert in Brandenburg. Als eine der Ursachen gelte der Mangel an geeignetem Wohnraum. Fehle die größere Wohnung zu bezahlbaren Preisen oder die Aussicht darauf, entscheiden sich manche Paare gegen ein Kind oder weitere Kinder, hat die Zeitung aus Gesprächen mit Betroffenen erfahren.
449 Potsdamer Familien lebten 2022 mit ihren Kindern in Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnungen, 30 Familien teilten sich eine Ein-Zimmer-Wohnung. Die Mietbelastung ist für Paare mit Kindern höher als bei Paaren ohne Kinder, so die städtische Bürgerumfrage 2023.
Tiemo Reimann vom Jugendhilfeausschuss plädierte gegenüber den PNN dafür, die ProPotsdam zur Schaffung von Mehrraumwohnungen zu befähigen. So könnten zwei Zweiraumwohnungen mit einem Durchbruch zu einer Vierraumwohnung vergrößert werden. Städtisch gefördert werden sollten zudem mehr Vier- und Fünf-Zimmer-Wohnungen, fordert Reimann.
Die ProPotsdam schafft bereits familiengerechte Wohnungen im Wohnungsbestand, teilte Sprecher Reiko Käske mit. Bei komplexen Sanierungsprojekten könnten Grundrisse geändert werden, wie aktuell im Otterkiez im Schlaatz. Dort entstehen vier neue Vier-Zimmer-, vier Fünf-Zimmer- sowie zwei Sechs-Zimmer-Wohnungen.
Um Familien den Zugang zu geeignetem Wohnraum zu erleichtern, bietet die ProPotsdam den Kinder- und den ProPotsdam-Bonus an. Beim Kinderbonus wird die Mietbelastung für Familien mit Kindern verringert: Bei einem Kind reduziert sich die Miete für ein Jahr um 50 Euro, bei zwei Kindern um zwei Jahre, bei drei Kindern um drei Jahre. Bis September wurde der Kinderbonus 61 Mal genutzt, 2024 kam er 120 Mal zum Einsatz, teilte das Unternehmen dem Medium mit.
Der ProPotsdam-Bonus fördert die Belegung von Drei-Zimmer-Wohnungen mit mindestens zwei Personen, auch mit alleinerziehenden Mütter, von vier Zimmern mit mindestens vier Personen und fünf Zimmern mit mindestens fünf Personen. Berücksichtigt werden auch Schwangere mit Mutterpass. Der ProPotsdam-Bonus fand bis September 136 Mal Anwendung, im Vorjahr 236 Mal.
Die Stadt verweist auf das wohnungspolitische Konzept. Demnach werde bei Neubau auf die Wohnbedarfe geachtet. Einfluss auf den Wohnungsmix habe die Stadt nur bei öffentlich geförderten Bauvorhaben. Bei der Vergabe von Baugrundstücken und teils im Rahmen städtebaulicher Verträge könnten Wohnbedarfe berücksichtigt werden. Derzeit werde neben der Bevölkerungs- auch eine Haushaltsprognose erarbeitet.








