Wenn Wohnungen nach vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten neu vermietet werden, ist der Sanierungsaufwand oft erheblich.

Die WBG 1903 geht dabei neue Wege: Technische und sicherheitsrelevante Arbeiten werden weiterhin vollständig durch die Genossenschaft und Fachfirmen übernommen. Bei ausgewählten Renovierungsarbeiten können die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner jedoch selbst mitgestalten und Eigenleistungen einbringen.
Grundsanierung durch die Genossenschaft
Wie das Mitgliedermagazin der WBG 1903 berichtet, gehören zur Grundsanierung unter anderem die Erneuerung von Elektro- und Sanitäranlagen, die Modernisierung von Bädern sowie Arbeiten an der Gebäudesubstanz. Alte Gasleitungen werden zurückgebaut, technische Anlagen auf den aktuellen Stand gebracht und notwendige Investitionen in Sicherheit und Wohnqualität umgesetzt.
Gleichzeitig achtet die Genossenschaft darauf, charakteristische Ausstattungsmerkmale zu erhalten. Historischer Stuck, alte Kassettentüren oder Dielenböden würden, sofern möglich, aufgearbeitet und in die modernisierten Wohnungen integriert.
Mitgestaltung spart Kosten und stärkt die Identifikation
Anschließend können neue Mitglieder selbst aktiv werden. Zu den möglichen Eigenleistungen zählen das Entfernen alter Tapeten und Bodenbeläge, Spachtel-, Maler-, Tapezier- und Reinigungsarbeiten sowie das Verlegen von Bodenbelägen. Arbeiten an Elektrik, Heizung oder Sanitäranlagen bleiben hingegen ausschließlich Fachfirmen vorbehalten.
Die WBG 1903 verfolgt damit mehrere Ziele: Einerseits können steigende Sanierungskosten begrenzt werden, andererseits erhalten Mitglieder die Möglichkeit, ihre Wohnung von Anfang an nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Für die erbrachten Leistungen gewährt die Genossenschaft Zuschüsse, die sich nach Art und Umfang der Arbeiten richten. Pro Raum können dabei pauschale Beträge berücksichtigt werden.
Bereits ein Dutzend Wohnungen erfolgreich umgesetzt
Nach Angaben des Technikteams werde das Modell seit etwas mehr als einem Jahr praktiziert. In dieser Zeit seien bereits rund ein Dutzend Wohnungen mit Unterstützung der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner renoviert worden. Die Erfahrungen seien durchweg positiv. Besonders die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung sowie die stärkere Bindung an die eigene Wohnung würden von den Mitgliedern geschätzt.
Genossenschaftlicher Gedanke im Mittelpunkt
Für die WBG 1903 steht dabei nicht allein die Kosteneinsparung im Vordergrund. Das Modell knüpft auch an zentrale genossenschaftliche Werte an: Mitverantwortung, Eigeninitiative und gemeinschaftliches Handeln. Die Genossenschaft übernimmt die Verantwortung für Technik, Sicherheit und langfristige Qualität der Wohnungen, während die Mitglieder dort mitwirken können, wo ihre persönliche Handschrift gefragt ist.
So entsteht nach Auffassung der WBG 1903 mehr als nur eine sanierte Wohnung – es entsteht ein Zuhause, das von Beginn an aktiv mitgestaltet wird.
Quelle: 1903








