Verkaufserlöse finanzieren Zukunftsaufgaben

Fragen und Antworten zur Veräußerung der Eigentumswohnungen der WG „Karl Marx“

Blauer Luftballon mit WG Karl Marx Logo
Bild: Tina Merkau

Die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ verkauft 397 Eigentumswohnungen. In einem gesonderten Einleger zum aktuellen KM Magazin wurden noch einmal Fragen und Antworten zu den Beweggründen gesammelt. In einem früheren Interview auf stadtspuren.com hatten bereits die Vorstände Bodo Jablonowski und Sebastian Krause die Hintergründe erläutert.

Wieso hat die Karl Marx Eigentumswohnungen?

Die DDR-Kredite für den Bau der genossenschaftlichen Wohnungen waren zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung zum größten Teil noch nicht zurückgezahlt. Diese sogenannten Altschuldschulden wurden von der Staatsbank der DDR auf die Deutsche Kreditbank AG übertragen.

Die Kredite mussten verzinst zurückgezahlt werden. Um eine Überforderung der ostdeutschen Wohnungsunternehmen zu vermeiden, konnte mit dem Verkauf von 15 % des Gesamtwohnungsbestandes eine 60 % Entschuldung erreicht werden. Voraussetzung für den Verkauf war die Bildung von Eigentumswohnungen.

Die Eigentumswohnungen der Karl Marx

Ab 1993: 1.126 unserer Bestandswohnungen werden in Eigentumswohnungen gewandelt.
Bis 1999: 729 dieser Eigentumswohnungen werden verkauft.
Ab 2001: Gesetzesänderung, Verkaufsauflage erfüllt, 397 dieser Eigentumswohnungen verbleiben im Eigentum der Karl Marx

Warum will die Karl Marx jetzt verkaufen?

Wir wollen der Genossenschaft Investitionen in diese Wohnungen ersparen. Die Verkaufserlöse stärken zudem unsere Liquidität und Zukunftsaufgaben wie Strangsanierungen und die Wärmewende können daraus finanziert werden.

Was wird der Verkauf bringen?

Das wissen wir noch nicht. Bei angenommenen 3.000 €/m² Kaufpreis wären es ca. 70 Mio. €.

Was heißt, dass die Karl Marx das nicht steuern kann?

In einer Wohnungseigentümergemeinschaft hat jeder Einzeleigentümer ein Stimmrecht. In keiner Eigentümergemeinschaft können wir die einfache Mehrheit ausüben und somit nicht allein entscheiden. Die Beschlüsse der jährlichen Eigentümerversammlungen verpflichten uns zu Investitionen, die wir in unserer mehrjährigen Finanzplanung nicht berücksichtigen können.

Nehmen wir an, die Karl Marx würde sich entschließen, die Eigentumswohnungen zu behalten und trotz allem zu investieren. Ist das denkbar?

Das ist denkbar. Aber da die Investitionen in die Eigentumswohnungen nicht über Kredite finanziert werden können, müssten die Nutzungsentgelte der betroffenen 397 Eigentumswohnungen stark erhöht werden. Durch die gesetzlichen Begrenzungen der Entgelterhöhung wäre diese Erhöhung nicht umsetzbar und die Nutzungsgebühren aller übrigen 6.300 genossenschaftlichen Wohnungen müssten entsprechend erhöht werden.

Die Genossenschaft verkauft also nicht, weil sie Geld braucht?

Die wirtschaftliche Situation der Genossenschaft ist gut. Um diese auch für die Zukunft zu sichern, verkaufen wir, um Geld und Aufwand zu sparen, die Liquidität zu stärken.

Quelle: Einleger zum KM Magazin