Die MAZ berichtete, dass SPD und CDU den Verkauf einer kleinen städtischen Grünfläche an der Kreuzung Berliner Straße / Am Kanal / Charlottenstraße vorgeschlagen hätten.

Die PWG 1956 eG, könne dort nach Angaben der Zeitung neue Wohnungen in Potsdams Innenstadt errichten und zugleich einen Beitrag zur Stadtreparatur leisten.
Die Fläche liegt unmittelbar vor der „Räderei am Kanal“ in direkter Nachbarschaft zum Ernst‑von‑Bergmann‑Klinikum. Bis 1945 hätten an dieser Stelle das Potsdamer Theater („Kanal‑Oper“) sowie mehrere barocke Häuser gestanden, darunter das Gebäude, in dem der Mäzen Friedrich August Eisenhart geboren wurde. Die historische Bebauung sei im Krieg zerstört und in der DDR‑Zeit vollständig abgetragen worden. Seit 1993 präge das zwölf Meter hohe Kunstwerk „Arc de Potsdam“ das Gelände.
Politischer Vorschlag: Verkauf für rund 400.000 Euro
SPD und CDU beantragten laut MAZ, die noch im städtischen Besitz befindlichen etwa 400 Quadratmeter der Wiese direkt an die PWG 1956 eG zu veräußern. Die ursprüngliche Annahme der Fraktionen, man könne 1,5 Millionen Euro erzielen, habe sich als unrealistisch erwiesen, da nur ein kleiner Teil der Fläche der Stadt gehöre. Die CDU rechne dennoch mit 400.000 Euro Einnahmen und argumentiere, dass nur die PWG aufgrund der Nähe zum eigenen Hochhaus sinnvoll bauen könne.
PWG 1956 grundsätzlich interessiert
Auf MAZ‑Anfrage habe die Vorstandsebene der PWG 1956 erklärt, dass „eine grundsätzliche inhaltliche Befassung“ denkbar sei. Voraussetzung für eine mögliche Umsetzung seien jedoch wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen. Insbesondere müsse geprüft werden:
- ob innerstädtischer Wohnungsbau zu genossenschaftlich vertretbaren Nutzungsgebühren (Mieten) möglich sei,
- ob das Projekt mit der eigenen Wirtschaftsplanung vereinbar wäre.
Erster Entwurf: Rund 30 Wohnungen möglich
Der Potsdamer Architekt Christopher Kühn, sachkundiger Einwohner der CDU im Bauausschuss, habe bereits 2015 eine Studie zur möglichen Bebauung erstellt. Sein Entwurf hätte sich an den historischen Gebäuden orientiert und Raum für etwa 30 Wohnungen vorgesehen, bei kleineren Grundrissen möglicherweise mehr.
Die PWG 1956 sei damals laut MAZ offen für die Idee gewesen, zumal sie in der Nähe gerade ein historisierendes Ensemble an der Französischen Kirche errichtet habe. Auch dort sei Wohnungsbau mit der Wiederherstellung des historischen Stadtgrundrisses verbunden worden.
Kühn betonte, er habe sich intensiv mit der historischen Bausituation befasst und die alte Bauflucht sowie Dachformen aufgenommen. Die Idee sei gewesen, einen kleinen Platz zu schaffen, an dem eines Tages der Stadtkanal wieder hergestellt werden könnte.
Das EvB‑Klinikum signalisiert keine Einwände
Das Ernst‑von‑Bergmann‑Klinikum teilte laut MAZ mit, dass die Grünfläche nicht in die eigenen Neubauüberlegungen einbezogen sei. Damit gebe es grundsätzlich „grünes Licht“ aus Sicht des Krankenhauses.
Quelle: MAZ








