Gut sieben Stunden feierte die PWG 1956 am 6. Juni auf dem Alten Markt ihren 70. Geburtstag – für jedes Jahrzehnt eine unterhaltsame Stunde.

Unter dem Motto „Nachbarschaft, die verbindet“ waren Musik, Tanz, Unterhaltung und jede Menge Informationen zu erleben. Für jede Altersgruppe war etwas dabei, was das Publikum zu schätzen wusste. Das Fest vereinte rund 3.000 Menschen vor Ort, mehr als 20.000 besuchten es im Internet. Beim furiosen Abschluss durch die „Fortunate Fools“ verwandelte sich der Alte Markt in einen großen Tanzplatz.
Bei schönstem Wetter feierte die PWG 1956 am 6. Juni auf dem Alten Markt ihren 70. Geburtstag. Alle Mitglieder der Genossenschaft und ihre Angehörigen waren über Aushänge, die Mitgliederzeitung, die Homepage und die sozialen Medien eingeladen. Etwa 2000 Mitglieder waren der Einladung gefolgt – so viele waren wohl noch nie in der siebzigjährigen Geschichte der Genossenschaft zur gleichen Zeit am selben Fleck versammelt.
Die Feier begann mit einem Platzkonzert des Potsdamer Fanfarenzuges. Dieser hatte sich zuvor durch die Brandenburger Straße und über den Platz der Einheit bewegt, um die Potsdamerinnen und Potsdamer mit Sang und Klang zum Fest der PWG 1956 einzuladen. Im Anschluss eröffneten die Vorstände der Genossenschaft – Roman Poosch, Christoph Bänsch und Klaus-Dieter Boshold – das Fest. Dezernent Dieter Jetschmanegg überbrachte die Grüße der Oberbürgermeisterin und lobte die Genossenschaft für ihr Engagement bei der Wohnungsversorgung und der Entwicklung der Stadt: „Für Potsdam ist es ein Glück, dass es diese Genossenschaft gibt.“
Die Vorstände Christoph Bänsch und Roman Poosch betonten anlässlich des Jubiläums, dass 70 Jahre weit mehr seien als eine Zahl. Hinter diesem Zeitraum stünden zahlreiche Menschen, die dazu beigetragen hätten, dass aus Wohnungen lebendige Nachbarschaften und aus Nachbarschaften Gemeinschaft entstanden sei. Dieser Gedanke präge die PWG 1956 bis heute.

Für jeden etwas dabei
Nach diesem Gruß aus dem Potsdamer Rathaus konnte das Feiern richtig zünftig losgehen. Gemeinsam machten sich der Aufsichtsratsvorsitzende Arne Huhn, der Vorstand und Dieter Jetschmanegg daran, die beiden Fässer Freibier anzustechen und auszuschenken. Da die Natur echtes Biergartenwetter geschenkt hatte, fand das würzige Pils der Potsdamer Braumanufaktur schnell begeisterte Abnehmer.
Aber nicht nur für die Erwachsenen bot das Fest die richtigen Erfrischungen, sondern auch für die Kinder: Auf einem Wasserbassin konnte man mit kleinen Tretbooten fahren, auf einer Riesenrutsche und einer Hüpfburg herumturnen und beim Bungeejumping nach Herzenslust springen und sogar waghalsige Überschläge ausprobieren. Wie die ganze Veranstaltung waren auch diese Attraktionen über die gesamte Dauer hinweg gut besucht, zumal die Angebote allesamt kostenfrei genutzt werden konnten. Zeitweise bildeten sich sogar Warteschlangen an den Zugängen zu den Spielgeräten.

Partner zu Gast
Wie gut die PWG 1956 in der Stadt vernetzt ist, zeigten die Stände und Angebote vieler Organisationen, die mit ihren Beiträgen das Geburtstagsfest zu einem echten Stadtfest machten. Das Frauenzentrum informierte beispielsweise über sein Mädchenprojekt „Zimtzicken“, der Kinder- und Jugendzirkus Montelino lud zu kleinen Kunststücken ein, der Verein Eisvogel e. V. informierte über seine Arbeit zur Unterstützung von Menschen mit Krebserkrankungen und deren Angehörigen.
Mit dabei waren auch die unermüdlichen Aktivisten von KULTÜR, Mitglieder des Naturschutzbundes Deutschland, der Potsdamer Imkerverein, die Volkssolidarität, die Arbeiterwohlfahrt und die Mülllotsen der Landeshauptstadt, die unterhaltsam über das richtige und werterhaltende Trennen von Müll informierten. Beim Universitäts Judo- und Kampfsportclub Potsdam konnte man sich probeweise auf die Matte werfen lassen. Die Johanniter hatten einige Rettungshunde mit dabei, die neugierig das Treiben auf dem Alten Markt beobachteten. Die Initiative „Unternehmen bekennen Farbe“, der rund 200 Läden, Kneipen, Werkstätten und andere Kleinunternehmen in Potsdam angehören, warb für Vielfalt und Toleranz in der Stadt. An einem eigenen Stand informierte der DESWOS e. V., dem auch die PWG 1956 angehört, über seine weltweiten Aktivitäten zur Schaffung menschenwürdiger Wohnverhältnisse.
Das Jubiläum verstand die PWG 1956 nicht nur als Rückblick, sondern auch als Ausblick. Gerade in Zeiten, in denen bezahlbarer Wohnraum und sozialer Zusammenhalt an Bedeutung gewinnen, zeigt das genossenschaftliche Modell seine besondere Stärke. Die Grundidee von 1956 – gemeinsam mehr zu erreichen als allein – prägt die Arbeit der Genossenschaft bis heute und bildet die Basis für Wohnqualität mit Zukunft.

Exklusiv für Mitglieder
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PWG 1956, die schon am frühen Morgen fleißig beim Aufbau der Stände und Bierzeltgarnituren geholfen hatten, standen den Mitgliedern und deren Angehörigen den ganzen Tag als Gesprächspartner zur Verfügung. Am Stand der Genossenschaft gab es Zuckerwatte, aktuelle Angebote der Spareinrichtung und auf jede Frage eine Antwort.
Besonders eingeladen waren die Mitglieder auf die Erzählbänke, die zum Plauschen und zum Erinnern anregten. Hier konnte man sich über die Erlebnisse austauschen, die man mit der PWG 1956 in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hatte. Gestaltet wurden die Bänke von Mikos Meininger vom Kunsthaus Sans Titre, das ebenfalls Mitglied der Genossenschaft ist.
Für die Mitgliedschaft hatte sich die Genossenschaft einige besondere Festangebote ausgedacht: So konnte man zu einem Freundschaftspreis das Potsdam Museum besuchen oder auf den Turm der Nikolaikirche steigen, um den weiten Blick über die Stadt zu genießen. Erfreuen konnten sich die Besucher auch an den Ergebnissen eines Malwettbewerbs, den die Genossenschaft im Vorfeld für Kinder und Heranwachsende organisiert hatte. Während des Festes wurden die Sieger des Wettbewerbs gekürt, was allen Beteiligten viel Freude bereitete. Ein Schätzspiel der Spareinrichtung gab den Mitgliedern die Möglichkeit, ein Sparguthaben zu gewinnen. Mit diesem Angebot wurde das 25-jährige Bestehen der Einrichtung gewürdigt.
Zum Anschauen lud zudem eine kleine Ausstellung ein, die mitten auf dem Festplatz kurzweilig die sieben Jahrzehnte Geschichte der Genossenschaft präsentierte. Wer noch mehr erfahren wollte, konnte an einer der drei Führungen teilnehmen, die den Block III und die Leistungen der PWG 1956 bei der Errichtung der Anna-Zielenziger-Straße vorstellten.

Bunte Bühnenshow
Inmitten des Gewusels stand die große Festbühne, auf der über sieben Stunden eine unterhaltsame Show mit Tanz, Comedy, Musik und Information geboten wurde. Durch das Programm führte charmant und kenntnisreich Juliane Sönnichsen, gelegentlich unterstützt von den Vorständen Roman Poosch und Christoph Bänsch.
Die Eleven der Schule der Künste „Integrazia“ tanzten mit viel Tempo und Energie. Auch die jungen Tänzerinnen und Tänzer von „Cross Level“ verbanden zur Freude des Publikums Eleganz und Rhythmus. Etwas kraftvoller und durchaus spannend ging es bei den Cheerleadern der „RedEagles“ zu, und bei den Darbietungen des Zirkus Montelino stockte dem einen oder anderen Gast schon einmal der Atem.
Die Singegruppe der PWG 1956 und der gemischte Chor des „Pro Musica“ e. V. Potsdam erwärmten vor allem die Herzen der älteren Gäste, während Clownäs OLIVIA mit ihrem Programm die Kinder zum Lachen brachte. Das Jugendmusiktheater MusicalMinds Potsdam bot hingegen für alle Generationen etwas: Szenen aus dem Musical „Grease“, das die Jugendlichen in den folgenden Tagen aufführen.
Als es langsam Abend wurde, gehörte die Bühne ganz der Musik. Das Trio „Purfürst & Wein“, das schon mehrfach bei vorweihnachtlichen Hofkonzerten der PWG 1956 zu Gast war, spielte diesmal bei sommerlichen Temperaturen auf der Jubiläumsbühne – stimmungsvoll wie gewohnt, nur deutlich sommerlicher.
Den Abschluss des Festes gestalteten furios die „Fortunate Fools“. Die Potsdamer Band heizte dem Alten Markt weiter ein und brachte sowohl junge als auch ältere Gäste in Bewegung. Es wurde mitgesungen, getanzt, geklatscht und ausgelassen gefeiert. Die Begeisterung des Publikums ließ die Band zu Höchstformen auflaufen und führte den Abend zu seinem letzten Höhepunkt. „Danke für das schöne Fest“, rief Vorstandssprecher Roman Poosch am Ende in die Menge, die das Fest mit lautem Applaus beendete.
Gut 3.000 Besucher wurden auf dem Alten Markt gezählt, mehr als die Hälfte von ihnen waren Mitglieder und deren Angehörige. Weitere 20.000 Menschen verfolgten die zeitgleiche Berichterstattung im Internet. Die PWG 1956 bedankt sich herzlich bei allen Gästen – analog und digital – sowie bei den Partnern und Organisatoren, die dieses Jubiläum zu einem besonderen Ereignis gemacht haben.








