„ProPotsdam und Genossenschaften müssen gestärkt werden“

OB-Kandidat:innen in Interviews zu Lösungen für angespannten Wohnungsmarkt

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Das Kandidat:innenfeld für die Neuwahl einer/s Oberbürgermeister:in in Potsdam hat sich in den letzten Wochen gut gefüllt. Es gilt als so als wenig wahrscheinlich, dass bereits am 21. September ein neues Stadtoberhaupt feststeht. Am 12. Oktober gehen die beiden Kandidat:innen mit den meisten Stimmen in eine Stichwahl. In den letzten Tagen beantworteten drei der Antretenden in Interviews auch Fragen zur Wohnungsnot.

Aubel: „Hoffe, dass der Bauturbo zündet“

Die parteilose Kandidatin Noosha Aubel stellte sich am 6. Mai der MAZ. Die einstige Beigeordnete wird von den Grünen, der Fraktion Die Andere und von Volt unterstützt.
Die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum zählte sie im Interview zu den Dingen, die wirklich zählen. Zur Behebung der Wohnungsnot habe sie „nicht die eine Lösung“. Aber: „Kommunale Spielräume gibt es aber durchaus, etwa eine Stärkung der ProPotsdam, das Vorantreiben der Wohnflächensuffizienz. Ich hoffe sehr, dass der Bauturbo des Bundes zündet – dann reduzieren sich Vorschriften und an bestimmten Stellen werden die Baustandards gesenkt. Außerdem möchte ich Formate wie Konzeptvergaben bei Grundstücken und die Weiterentwicklung des Baulandmodells stärken.“

Fischer: „Geschwindigkeit ins Bauen kriegen“

Optimistisch gab sich der SPD-Kandidat, der Berliner Wirtschaftsstaatssekretär Severin Fischer, am 11. Juli ebenfalls in der MAZ. „Wir haben gerade eine hervorragende Ausgangssituation, was die Änderungen im Bundesrecht angeht. Mit dem Bauturbo, der jetzt kommt, ist es möglich, Genehmigungsprozesse zu beschleunigen, Verfahren zu verkürzen und damit schneller zu Entscheidungen zu kommen.“ Das sei enorm wichtig. „Zum Zweiten bin ich überzeugt, dass die ProPotsdam und die Wohnungsgenossenschaften gestärkt werden müssen, um gerade im bezahlbaren Segment Wohnraum zu schaffen.“ Zudem müsse man „Geschwindigkeit ins Bauen kriegen. Daran will ich mich nach acht Jahren auch messen lassen. Denn ohne die Schaffung neuen Wohnraums werden wir die Wohnungsnot nicht lösen.“

Said: Mietpreisbremse verhindert Sanierungen

Das Gespräch mit AfD-Kandidat Chaled-Uwe Said wurde am 9. Juli bei den PNN veröffentlicht. Er plädierte sowohl für mehr staatliche Förderung als auch die Einbindung privater Investoren. „Dafür fordere ich einen Potsdam-Bonus vom Land, denn der anhaltende Zuzug in die Stadt verlangt gezielte Unterstützung bei der Wohnraumförderung.“ Auch die Mietpreisbremse verhindere oft Sanierungen, „etwa in alten Plattenbauten im Schlaatz oder am Stern. Ohne gezielte Förderung dieser Quartiere bleiben wir beim unattraktiven Status quo. Außerdem müssen wir über die Vielzahl an Klimaauflagen sprechen, die das Bauen verteuern.“