Wie MAZ und PNN berichten habe die ProPotsdam angekündigt, zwei denkmalgeschützte Barockhäuser in der Potsdamer Innenstadt verkaufen zu wollen.

Betroffen seien das Wohnhaus Hermann‑Elflein‑Straße 38 sowie das Wohn‑ und Geschäftshaus Hermann‑Elflein‑Straße 24. Interessierte könnten sich bis zum 22. April 2026 im Rahmen einer Konzeptvergabe bewerben. Die Kaufpreiserwartungen lägen laut Exposé bei 500.000 Euro bzw. 520.000 Euro.
Wie beide Zeitungen berichteten, erwarte ProPotsdam für die beiden Gebäude Kaufpreise von rund 500.000 Euro beziehungsweise 520.000 Euro. Die vollständig unterkellerten, zweigeschossigen Häuser seien Ende des 18. Jahrhunderts errichtet worden und stünden unter Denkmalschutz. Je nach Gebäude gehe es um drei bis fünf Wohnungen, wobei das Haus mit der höheren Kaufpreiserwartung derzeit unbewohnt sei.
Laut MAZ wie auch PNN bestehe bei beiden Immobilien ein erheblicher Sanierungs‑ und Modernisierungsbedarf. Die Kosten für eine denkmalgerechte Instandsetzung lägen nach Angaben der ProPotsdam jeweils deutlich über einer Million Euro. In den Exposés werde unter anderem auf veraltete Heizsysteme wie Gasetagenheizungen und Kohleöfen, einfache Ausstattungsstandards, Holzkastenfenster sowie bauliche Mängel wie Sockelnässe im Kellerbereich hingewiesen. Die Ausstattung der Wohnungen entspreche demnach nicht mehr heutigen Anforderungen an zeitgemäßes Wohnen.
Die ProPotsdam verteidige das Vorgehen laut PNN mit dem Hinweis, dass solche kostenintensiven Komplettsanierungen unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich nicht darstellbar seien. Förderprogramme für denkmalgeschützte Gebäude fehlten weitgehend, sodass erhebliche Eigenmittel gebunden würden, um vergleichsweise wenige Wohnungen zu erhalten. Diese Mittel sollten stattdessen in Neubau‑ sowie größere Sanierungs‑ und Modernisierungsvorhaben fließen, mit denen eine höhere Anzahl an Wohnungen zu sozialverträglichen Mieten gesichert werden könne.
Beide Medien verwiesen darauf, dass die Stadtpolitik die grundsätzliche Verkaufsstrategie im vergangenen Jahr mehrheitlich gebilligt habe, auch mit Stimmen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, trotz Kritik aus dem linken politischen Spektrum und der Fraktion Die Andere. Der Verkauf solle jedoch nicht über ein reines Höchstgebotsverfahren erfolgen. Stattdessen werde ein Konzeptvergabeverfahren angewendet, bei dem das Preisangebot nur zu 50 Prozent in die Bewertung einfließe.
Nach Angaben der PNN würden darüber hinaus Konzepte zum Schutz bestehender Mietverhältnisse, zur Sicherung bezahlbaren Wohnraums, zur Berücksichtigung klimaschutzorientierter Baumaßnahmen sowie zur zügigen Umsetzung der Sanierung bewertet. Bewerbungen seien noch bis zum 22. April möglich; der Abschluss der Kaufverträge sei für 2026/2027 vorgesehen.








