Die PNN berichteten, dass die städtische Wohnungsgesellschaft ProPotsdam GmbH von einem Sparvorschlag der Fraktionen von SPD und CDU überrascht worden sei.

Diese hätten vorgeschlagen, den südlichen Teil des Blocks V in der Potsdamer Mitte, angrenzend an die Nikolaikirche, an private Investoren zu verkaufen. Der Verkauf solle laut den Fraktionen einmalig Einnahmen von rund drei Millionen Euro erzielen, um Haushaltslücken zu schließen.
Die ProPotsdam‑Geschäftsführer Bert Nicke und Jörn Michael Westphal erklärten laut PNN, dass das Unternehmen von dem Vorschlag erst aus der Zeitung erfahren habe und es zuvor keine Abstimmung mit der ProPotsdam gegeben habe. In einer der PNN vorliegenden städtischen Bewertung würden Fachämter zudem Zweifel daran äußern, ob ein solcher Verkauf oder die angedachte Gewinnabführung überhaupt umsetzbar wäre.
Im verbleibenden Teil des Blocks, in dem bislang 120 Sozialwohnungen als Ersatz für den ehemaligen Staudenhof vorgesehen seien, solle nach dem Vorschlag von SPD und CDU zusätzlich frei finanzierter Wohnraum entstehen. Die daraus entstehenden Mietgewinne sollten an die Landeshauptstadt abgeführt werden. ProPotsdam‑Geschäftsführer Westphal habe laut Bericht entgegnet, dass die sozialverträgliche Mietenstruktur nur darstellbar sei, wenn die Einnahmen im Unternehmen verblieben, eine zentrale Planungsprämisse, die bereits 2009 geschaffen worden sei.
Besonders kritisch äußerte sich Geschäftsführer Nicke zu dem als Leitgebäude geplanten Eckbau mit historischer Fassade, der als rein gewerbliches Gebäude Einnahmen generieren solle. Fiele ein erheblicher Teil des Blocks durch Verkauf weg, würde dies die Finanzierung des Gesamtprojekts gefährden. Zudem bezweifle Nicke, dass frei finanzierte Wohnungen an dieser Stelle wirtschaftlich realisierbar wären. Aufgrund hoher Grundstückskosten, zentraler Lage und gestalterischer Anforderungen sei eher mit Mieten von über 20 Euro pro Quadratmeter zu rechnen. Sollten Investoren Gewinne erzielen wollen, könnten die Mieten sogar auf 30 Euro pro Quadratmeter steigen, ein Segment, das nicht zur Aufgabe der ProPotsdam gehöre.
Weiter berichteten die PNN, dass die ProPotsdam mit der Planung bereits weit fortgeschritten sei. Die Ausschreibung und ein Architekturwettbewerb befänden sich in Vorbereitung. In etwa einem Jahr könne der Wettbewerb abgeschlossen sein, sodass belastbare Aussagen zu Gestaltung und Kosten möglich würden. Auch Fördermittel für sozialen Wohnungsbau stünden voraussichtlich in ausreichendem Umfang zur Verfügung.
Für den gesamten Block plane die ProPotsdam bisher ein gemeinsames Kellergeschoss, in dem Fahrradstellplätze und technische Anlagen Platz finden könnten. Auch der Innenhof solle als Gemeinschaftsfläche für den gesamten Komplex entstehen. Sollte der Sparvorschlag umgesetzt werden, „müsste man das noch einmal neu denken“, werde Nicke zitiert.
Quelle: PNN








