Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, besonders hohe Energiestandards im kommunalen Neubau bis Ende 2030 auszusetzen, um Baukosten und Mieten zu senken.

Der folgende Beitrag ergänzt die Berichterstattung um die von der MAZ dargestellten Auswirkungen auf konkrete Bauvorhaben der ProPotsdam und des Kommunalen Immobilienservice (KIS).
Einsparungen bei Neubauprojekt in der Heinrich-Mann-Allee erwartet
Wie die MAZ berichtet, habe die ProPotsdam bislang ein konkretes Wohnungsbauprojekt benannt, bei dem sich die abgesenkten Standards unmittelbar auf die Baukosten auswirken könnten. Dabei handele es sich um das Baufeld 2 im Quartier Altes Tramdepot/Heinrich-Mann-Allee, auf dem Wohnungen für Seniorinnen, Senioren und Auszubildende entstehen sollen.
Laut Unternehmenssprecher Reiko Käske könne dort künftig im Effizienzhausstandard EH55 statt im bislang vorgesehenen EH40-Standard gebaut werden. Dadurch seien Baukosteneinsparungen von sechs bis acht Prozent möglich.
ProPotsdam sieht Sanierung als wichtigeren Hebel
Nach Angaben der MAZ sehe die ProPotsdam in der Absenkung des Effizienzstandards keinen zwingenden ökologischen Nachteil. Erfahrungen aus der Praxis würden zeigen, dass der tatsächliche Wärmeverbrauch eines Gebäudes nicht allein vom gewählten Effizienzstandard abhänge.
Zudem lägen die größten Potenziale zur Energieeinsparung nach Einschätzung des Unternehmens weniger im Neubau als vielmehr in der energetischen Modernisierung älterer Bestandsgebäude.
Bereits geplante Neubauvorhaben bleiben unverändert
Für zahlreiche laufende Wohnungsbauprojekte komme die Entscheidung der Stadtverordneten allerdings zu spät. Laut MAZ würden Projekte für das studentische Wohnen in der Georg-Hermann-Allee, den generationengerechten Wohnkomplex in der Slatan-Dudow-Straße sowie die Wohnbebauung auf dem Baufeld 1 des Alten Tramdepots nicht mehr umgeplant.
Eine nachträgliche Anpassung würde demnach Kosten im hohen sechsstelligen Bereich verursachen und die Fertigstellung dringend benötigter Wohnungen verzögern.
Für den Kommunalen Immobilienservice kaum Auswirkungen
Für den Kommunalen Immobilienservice (KIS) habe der Beschluss nach Angaben der Stadtverwaltung voraussichtlich nur geringe Auswirkungen. Bei den Projekten würden bereits heute Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen durchgeführt, bei denen Fördermöglichkeiten sowie langfristige Betriebs- und Folgekosten berücksichtigt würden.
Deshalb rechne die Verwaltung derzeit nicht mit wesentlichen Änderungen bei den Bauprojekten des KIS.
Überprüfung der Standards bis 2030 vorgesehen
Wie die MAZ weiter berichtete, orientiere sich die Laufzeit des Moratoriums bis Ende 2030 an der Geltungsdauer des sogenannten Bauturbos. Spätestens sechs Monate vor Ablauf solle den Stadtverordneten ein Vorschlag vorgelegt werden, wie künftig mit ökologischen Baustandards über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus umgegangen werden könne.
Quelle: MAZ








