Potsdam setzt auf die Schwammstadt

Krampnitz, Drewitz und Altes Tramdepot als Vorbild für Neubauvorhaben hervorgehoben

Auch der geplante Randpark in Krampnitz wird zur Versickerung von Regenwasser beitragen. Visualisierung: Atelier Loidl Landschaftsarchitekten Berlin GmbH

Perioden mit Starkregen und Hitze treten auch in Potsdam vermehrt auf. Eine Lösung ist das Schwammstadt-Prinzip. In Krampnitz wird es bereits erprobt, stellt ein Bericht der PNN heraus.

„Die Berücksichtigung des „Schwammstadt-Prinzips“ ist Bestandteil sämtlicher Planungen und Neubauvorhaben“, teilt ein Rathaussprecher auf PNN-Anfrage mit. Um einer Wasserknappheit vorzubeugen, soll Regenwasser nicht über die Kanalisation abgeleitet, sondern vor Ort versickern oder verdunsten.

Bei der Quartiersentwicklung von Krampnitz wird demzufolge ein innovatives Regenentwässerungskonzept umgesetzt. „Seit 2023 wird das anfallende Regenwasser über Mulden, Mulden-Rigolen-Systeme sowie Tiefbeet-Rigolen gesammelt und der Versickerung zugeführt“, erläutert Stefan Klotz, Sprecher der Energie und Wasser Potsdam (EWP). Bei Starkregen anfallende Mehrmengen würden kontrolliert über ein Auslaufbauwerk zum Beispiel in den Krampnitzsee abgeführt.

Im Rahmen des vom Bund mit 400.000 Euro geförderten Projekts „Innovatives Wassermanagement Potsdam“ sollen das Regenentwässerungskonzept erweitert und die Kreislaufnutzung von Regenwasser fokussiert werden. Ziel sei „die Vermeidung von Regenwasserabflüssen zugunsten einer Mehrfachnutzung von Regenwasser innerhalb des Quartiers und einem hohen Anteil an Versickerung und Verdunstung“, sagte ProPotsdam-Sprecher Reiko Käske im Namen auch des Entwicklungsträgers Potsdam.

Bis Ende 2025 sollen Konzepte zur Regenwasserbewirtschaftung vorliegen. Sie sollen vor allem in öffentlichen Räumen wie Parks, Stadtplätzen oder Straßen umgesetzt werden. Um die Zusammenhänge von Verdunstung und Bodenwasseraufnahme zu untersuchen, wurden im Frühjahr und Sommer vertiefende Bodenuntersuchungen und Versickerungsversuche durchgeführt.

Das Schwammstadt-Prinzip wird laut Rathaus auch bei den Neubauten der ProPotsdam auf dem ehemaligen Tramdepot in der Hannah-Arendt-Straße umgesetzt und beim Umbau des Horstwegs als Teil des Bundesforschungsprojektes Blue Green Streets berücksichtigt.

Weitere Beispiele seien das komplexe Regenwassermanagement im Bornstedter Feld, wo Regenwasser in Becken, Überlaufbauwerken und in straßenbegleitenden Mulden aufgefangen wird. Der Rückbau der vierspurigen Konrad-Wolf-Allee in Drewitz zu jeweils zwei Spuren mit Grün dazwischen wird in den PNN als weiteres Beispiel genannt. Dazu wurden Innenhöfe mit Bäumen, Regenwasserversickerungsmulden und Rigolen ausgestattet.