Die Landeshauptstadt Potsdam und die ProPotsdam haben mit dem sogenannten Potsdam-Plan 3000+ ein umfassendes wohnungspolitisches Maßnahmenpaket vorgestellt.

Ziel sei es, dem angespannten Wohnungsmarkt in Potsdam mit einer Kombination aus Mieterschutz, Neubau und sozialer Quartiersentwicklung zu begegnen. Das Paket umfasse insgesamt 14 Maßnahmen und solle bis 2031 beziehungsweise 2032 umgesetzt werden, wie die Stadt in einer Pressemitteilung erklärte.
Kernpunkte des Plans seien eine verlängerte und verschärfte Mietpreisbremse für die rund 18.000 Wohnungen der ProPotsdam sowie der Bau von mehr als 1.000 zusätzlichen Wohnungen bis 2032. Etwa die Hälfte dieser Neubauwohnungen solle mit Mietpreis- und Belegungsbindungen versehen werden, um Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen gezielt zu unterstützen. Langfristig bleibe das Ziel bestehen, dass jede fünfte Wohnung in Potsdam dem Bestand der ProPotsdam angehöre.
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel habe erklärt, der Potsdam-Plan 3000+ verbinde Neubau, Bestandssicherung und soziale Stadtentwicklung zu einem langfristigen Ansatz für bezahlbaren Wohnraum. Auch der Geschäftsführer der ProPotsdam, Jörn‑Michael Westphal, habe betont, dass angesichts gestiegener Bau- und Finanzierungskosten verlässliche Rahmenbedingungen notwendig seien, um weiterhin sozialverträgliche Mieten anbieten zu können.
Wie aus der Presseberichterstattung der PNN und der MAZ hervorgehe, handele es sich bei den angekündigten Neubauprojekten um Bauprojekte in der Heinrich-Mann-Allee, in der Slatan‑Dudow‑Straße in Drewitz sowie im Bornstedter Feld.
Die Mietpreisbremse für ProPotsdam-Wohnungen solle bis Ende 2031 gelten. Innerhalb von drei Jahren dürften die Mieten demnach um maximal zehn Prozent steigen; einzelne Erhöhungen sollen in der Regel vier bis fünf Prozent nicht überschreiten. Ausnahmen seien bei energetischen Modernisierungen oder umfangreichen Instandsetzungen vorgesehen. Im Gegenzug verzichte die Stadt weiterhin auf Gewinnabführungen aus der ProPotsdam.
Ein weiterer Baustein des Aktionsplans sei ein erweitertes Benennungsrecht der Stadt: Die ProPotsdam solle jährlich 400 Wohnungen aus ihrem Bestand für Haushalte zur Verfügung stellen, die besonders dringend bezahlbaren Wohnraum benötigten. Zusätzlich seien mindestens 70 Wohnungen pro Jahr für Beschäftigte in Bereichen der kommunalen Daseinsvorsorge, etwa im Klinikum, bei den Stadtwerken oder der Feuerwehr, vorgesehen.
Der Potsdam-Plan 3000+ stelle nach Einschätzung der Stadt einen bundesweit besonderen Ansatz dar, da er konkrete Vereinbarungen zu Neubau, Bestand, sozialer Wohnraumversorgung und Quartiersentwicklung miteinander verknüpfe. Über die Umsetzung sollen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 1. Juli 2026 entscheiden.








