Neue Rohre für das Haus

Was bei einer Strangsanierung auf die Nutzer nicht nur der pbg zukommt

pbg-Vorstand Martin Harsche. Foto: Quartier/Mirka Pflüger

Strangsanierung – allein das Wort löst bei vielen Mietern Unruhe aus. Bedeutet die Erneuerung alter Wasser- und Abwasserleitungen womöglich monatelangen Baulärm, viel Stress und vielleicht sogar den Auszug aus den eigenen vier Wänden? Keine Sorge, so schlimm, wie es klingt, muss es nicht kommen. Was wirklich hinter einer Strangsanierung steckt, warum sie notwendig ist und was das für den Mieter bedeutet, erklärt pbg-Vorstand Martin Harsche im Interview mit dem Mitgliedermagazin Quartier.

Herr Harsche, was genau versteht man unter einer Strangsanierung?

Eine Strangsanierung bedeutet, dass die zentralen Rohre eines Hauses – also für Wasser, Abwasser und manchmal auch Heizung – erneuert oder instandgesetzt werden. Oft wird dabei auch gleich das Badezimmer modernisiert, um alles wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Ziel ist es, das Haus langfristig sicher und bewohnbar zu halten und Probleme wie Rohrbrüche oder Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.

Wann wird die Maßnahme notwendig?

Wir entscheiden uns für eine Sanierung nur, wenn sie wirklich nötig ist – z. B., wenn es häufiger zu Leckagen oder zu Wasserrohrbrüchen kommt. Auch Schimmel oder feuchte Wände können ein Zeichen sein, dass die Rohre nichtmehr intakt sind. Damit größere Schäden gar nicht erst entstehen, kümmern wir uns frühzeitig darum. So sichern wir die Wohnqualität für alle und vermeiden spätere Unannehmlichkeiten.

Müssen Mieter bei einer Strangsanierung mit hohen Belastungen rechnen?

Wir wissen, dass Bauarbeiten immer eine große Belastung bedeuten. Aber wir tun alles, um die Einschränkungen für die Bewohner so gering wie möglich zu halten. Die Sanierung ist eine langfristige Maßnahme, die dem Erhalt und der Modernisierung des Hauses dient. Dabei achten wir darauf, dass alles gut organisiert und fair umgesetzt wird – die Mieter werden Schritt für Schritt begleitet.

Wie lange dauern solche Arbeiten?

Das hängt natürlich von der Größe des Projekts ab. In der Regel dauert die Sanierung pro Wohnung nur wenige Tage, größere Maßnahmen können sich über einige Wochen erstrecken – aber nie die ganze Zeit in einer Wohnung. Wichtig ist: Wir erstellen im Vorfeld einen genauen Zeitplan und halten die Mieter stets auf dem Laufenden. So weiß jeder, wann was passiert.

Welche Häuser sind aktuell betroffen?

Im Moment konzentrieren wir uns auf Gebäude am Stern und das Käthe-Kollwitz-Quartier. Dort sorgen wir in den nächsten Jahren dafür, dass die Rohre auf den neuesten Stand kommen und die Bewohner langfristig davon profitieren.

Wie oft muss eine Strangsanierung überhaupt gemacht werden?

Keine Sorge, das ist keine Maßnahme, die alle paar Jahre wiederholt wird. In der Regel hält ein modernisiertes Rohrsystem 30 bis 40 Jahre. Das heißt: Wer jetzt eine Strangsanierung miterlebt, hat sehr lange Ruhe.

Müssen die Bewohner während der Arbeiten ausziehen?

Nein, in der Regel nicht. Die Arbeiten werden abschnittsweise durchgeführt, von unten nach oben. Die Handwerker arbeiten sich Wohnung für Wohnung vor. In der Zeit, in der ein Bad nicht nutzbar ist, stellen wir ein mobiles Ersatzbad zur Verfügung – mit Dusche, WC und Waschbecken. Wir achten darauf, dass die Arbeiten so zügig wie möglich abgeschlossen werden, damit jeder schnell wieder in seinen gewohnten Alltag zurückkehren kann.

Wie erfahren die Mieter rechtzeitig, was auf sie zukommt?

Uns ist es wichtig, dass niemand sich alleingelassen fühlt. Vor Beginn der Sanierung laden wir alle betroffenen Mieter zu einer Info-Veranstaltung ein. Dort erklären wir genau, was gemacht wird, wann es losgeht, und beantworten alle Fragen. Zusätzlich informieren wir regelmäßig über Aushänge, E-Mails und Briefe. So ist jeder immer bestens informiert und kann sich darauf verlassen, dass wir uns kümmern.

Fakten:
Bei der pbg wird jährlich ein Budget von 850.000 Euro für die Strangsanierung eingestellt.
Etwa 30 bis 40 Jahre hält ein modernisiertes Rohrsystem.

Quelle: Quartier