ProPotsdam: Bauturbo mit Auflagen wird Wohnungsnot nicht lösen

Mithilfe des von der Bundesregierung eingeführten Bauturbos sollen in Potsdam nicht nur neue, sondern auch bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Die Verwaltung der Landeshauptstadt hat deswegen der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage zur Beschlussfassung zugestellt, der zufolge Bauherren bei 30 Prozent der neu errichteten Wohnungen höchstens 15 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter verlangen dürfen.
Die ProPotsdam als größter Vermieter und Wohnungsbauer der Landeshauptstadt hält die Idee für riskant. „Die Stadtverordneten müssen hier abwägen: Soll schnell und viel gebaut werden oder werden neue Baurechte mit zusätzlichen Anforderungen verbunden. Dann wird der Bauturbo jedoch nicht seine volle Wirkung entfalten“, sagte Geschäftsführer Bert Nicke der MAZ.
Je mehr Anforderungen an das Baurecht geknüpft würden, umso höhere Kosten würden entstehen. „Und das führt nicht dazu, dass das Bauen für Bauherren attraktiver wird“, so Nicke. „Die Stadt kann den Wohnungsbau ankurbeln, wenn sie auf im Grundsatz begründete Anforderungen verzichtet.“ Aber gegen Wohnungsnot gebe es nur ein wirksames Rezept: „Wohnungen bauen. Und die soziale Wohnungswirtschaft kann die Wohnungsnot in Potsdam nicht alleine lösen. Dafür brauchen wir auch privates Engagement.“
Aus Sicht der ProPotsdam stelle sich die Frage, ob eine Wohnung für 20 Euro Kaltmiete besser sei als keine neugebaute Wohnung, sagte Nicke dem Medium. „Der Wohnungsmangel ist real. Wir haben im Monat 13.000 Mietgesuche, aber nur 50 Wohnungen im Angebot.“ Die Idee einer Quote von 30 Prozent habe für das kommunale Unternehmen keine Relevanz. „Wir versuchen ohnehin in diesem Mietpreissegment zu bauen und haben genügend Projekte in der Pipeline, um bis 2030 bauen zu können.“ Es fehlt das Fördergeld, um die gewünschten niedrigen Miethöhen zu erreichen – und deshalb werden 600 geplante Wohnungen der ProPotsdam gerade nicht in Angriff genommen.








