Mehr als nur Fassade

Bauverein Babelsberg hat anspruchsvolle Baumaßnahme in Franz-Mehring-Straße vollendet

Die umfangreichen Arbeiten an den Fassaden des Wohnblicks an der Franz-Mehring-Straße wurden zum Anbau von Balkonen genutzt. Foto: Bauverein Babelsberg

In den vergangenen Monaten hat der Bauverein Babelsberg eine Vielzahl von Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten parallel durchführen lassen. Es war die größte Baustelle in diesem Jahr und zugleich, nach der Großsanierung des Bestandes in Zentrum Ost um das Jahr 2000, eine der größten Genossenschaftsinvestitionen nach der Wende: Der Bauverein hat dieses Mal etwa 2,2 Millionen Euro in die Hand genommen.

Doch die hohe finanzielle Aufwendung hat sich gelohnt: Die Häuser in der Franz-Mehring-Straße mit den Hausnummern 57/59 und 47-55 sind jetzt fit für die Zukunft.

Auf dem Weg zur Wärmewende

Zu den komplexesten und aufwendigsten Maßnahmen in der Wohnanlage zählte die Umstellung auf eine Fernwärmeversorgung. Drei Heizungsanlagen in den Häusern wurden noch mit Gas betrieben, von denen zwei aus den 90er Jahren stammten. Sie wurden ausgebaut und dafür drei neue Fernwärmestationen installiert. Als Schnittstelle zwischen dem Fernwärmenetz der Stadt Potsdam und den Gebäuden sorgen sie für eine effiziente Bereitstellung der Wärmeenergie in den internen Heizkreislauf und die Warmwasserversorgung der Häuser.

Die dafür notwendigen Leitungen wurden bereits im vergangenen Jahr zu den Gebäuden verlegt. „Mit der Maßnahme haben wir einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Wärmewende gemacht“, sagt der Vorstand. „Denn mit der Umstellung auf Fernwärme in unseren Häusern leisten wir einen eigenen kleinen Beitrag zur Minderung von CO2-Emissionen, zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz.“

Neue Balkone angebaut

In den Dachgeschosswohnungen sind zahlreiche alte und marode Dachflächenfenster erneuert worden und die Hausfassaden der Wohnanlage einer grundlegenden Sanierung unterzogen. Dabei wurde eine Wärmedämmung angebracht. Sie soll ebenso zur Senkung des Energieverbrauch beitragen und damit auch die Heizkosten für die Mitglieder reduzieren. Die Arbeit an den Fassaden wurden zugleich genutzt, um an den meisten der Ein- bis Dreizimmerwohnungen in der Franz-Mehring-Straße Balkone auf der Hofseite anzubringen.

Insgesamt kamen 42 neue Balkone hinzu. Somit verfügen jetzt etwa ein Drittel aller Wohnungen im gesamten Bestand des Bauvereins über einen Balkon oder eine Loggia. „Eine beachtliche Quote, vor allem, wenn man bedenkt, dass unsere Häuser ursprünglich in der Regel ohne Balkone geplant und gebaut worden sind“, schreibt dazu die Genossenschaft. Die Außenanlagen in der Franz-Mehring-Straße sollen im Jahr 2026 ebenfalls neugestaltet werden.

Arbeiten in nur einem Jahr umgesetzt

Ursprünglich hatte die Genossenschaft geplant, die Bauarbeiten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren durchzuführen. Doch um die Belästigungen für die Bewohner:innen und für die Nachbarschaft möglichst gering zu halten, wurden sie konzentriert und parallel in nur einem Jahr durchgeführt.

Der Kraftakt forderte seinen Tribut: Für die in den Häusern lebenden Mitglieder gerieten besonders die Arbeiten innerhalb der Wohnungen zur Herausforderung. Denn um die notwendigen Zugänge und entsprechend Platz für den Einbau der Balkontüren zu schaffen, mussten die vorhandenen Heizkörper verlegt werden. Zudem war es notwendig, die Fenster während der Verputzung der Fassaden zu ihrem Schutz abzukleben. Dadurch kam weniger Licht in die Wohnungen und das Lüften war nur eingeschränkt möglich. Während der gesamten Bauzeit verursachten die Arbeiten außerdem viel Staub und – leider unvermeidlichen – Lärm.

Alle Fassaden saniert

Wie schon bei allen ähnlichen Maßnahmen an unseren Häusern in der Vergangenheit, fällt auch für die hier lebenden Genossenschaftsmitglieder und Bewohner:innen keine Modernisierungsumlage an. Nach den gesetzlichen Möglichkeiten hätte der Vorstand die angefallenen Kosten, beispielsweise für die neue Fassadendämmung, auf die Mieten umlegen können. Nur an den Aufwendungen für den Anbau der Balkone werden die Mitglieder beteiligt, hier wurde der Betrag jedoch „gedeckelt“.

Mit dem Abschluss dieser Baumaßnahme sind nun alle Fassaden der Häuser im Bestand erneuert worden. „Das Ergebnis in der Franz-Mehring-Straße stimmt uns sehr zufrieden. Die Arbeiten gingen zügig und ohne größere Probleme voran“, bekundet der Vorstand. „Die beiden sanierten und modernisierten Häuser strahlen nun in freundlichen Farben. Die Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich schon, die neuen Balkone in der kommenden warmen Jahreszeit ausgiebig nutzen zu können.“

Quelle: Wir Babelsberger