Wie die MAZ berichtete, sucht der Entwicklungsträger Potsdam Investoren für die denkmalgeschützten Wohngebäude im historischen Bergviertel von Krampnitz.

Entscheidend soll dabei nicht allein der Kaufpreis, sondern vor allem die Qualität des Nutzungskonzepts sein.
Dem Bericht zufolge würden auf einzelnen Gebäuden bereits Bäume wachsen, zahlreiche Bereiche seien überwuchert. Im Inneren seien viele historische Strukturen erhalten geblieben, darunter Holzbalkendecken, einfache Wandkonstruktionen und ältere Entwässerungssysteme. Gleichzeitig biete die historische Bausubstanz mit ihren großzügigen Raumhöhen Potenziale für attraktive Wohnungen.
Rund 100 Wohnungen im historischen Quartier geplant
Nach Angaben der MAZ umfasse der historische Teil des Bergviertels insgesamt etwa 100 Wohnungen, die nach der Sanierung wieder genutzt werden könnten.
Entwicklungsträger Potsdam (ETP)-Geschäftsführer Bert Nicke habe gegenüber der Zeitung darauf hingewiesen, dass insbesondere Familien auf dem Potsdamer Wohnungsmarkt weiterhin Schwierigkeiten hätten, geeigneten Wohnraum zu finden. Die Wohnungen im Bergviertel könnten deshalb einen wichtigen Beitrag zur Wohnraumversorgung leisten.

Genossenschaften konzentrieren sich auf Neubauten
Wie die MAZ berichtete, blieben die WG „Karl Marx“ Potsdam eG, die PWG 1956 eG und die Potsdamer Wohnungsgenossenschaft eG weiterhin an der Entwicklung von Krampnitz beteiligt. Die Genossenschaften wollten sich künftig jedoch auf die Errichtung neuer genossenschaftlicher Wohnungen konzentrieren und hofften dabei auf Fördermittel des Landes Brandenburg.
Als Hintergrund für diese Neuausrichtung habe Bert Nicke, Geschäftsführer des Entwicklungsträgers Potsdam (ETP), laut MAZ auf steuerliche Rahmenbedingungen verwiesen. Demnach könnten Genossenschaften die steuerlichen Vorteile der Denkmalabschreibung nicht oder nur eingeschränkt nutzen, da sie in der Regel von der Körperschaftsteuer befreit seien. Dadurch könnten die wirtschaftlichen Vorteile einer denkmalgerechten Sanierung für Genossenschaften nur begrenzt wirksam werden.
Konzeptvergabe statt Höchstgebot
Das Vermarktungsverfahren unterscheide sich von klassischen Grundstücksverkäufen. Laut MAZ werde das Quartier nicht ausschließlich an den Höchstbietenden vergeben. Stattdessen komme eine Konzeptvergabe zur Anwendung, bei der der Kaufpreis und die Qualität des Nutzungskonzepts jeweils mit 50 Prozent gewichtet würden.
Bewertet würden unter anderem:
- die Plausibilität des Nutzungskonzepts,
- die wirtschaftliche Tragfähigkeit,
- Referenzprojekte der Bewerber,
- die Finanzierung,
- die Umsetzungsfähigkeit und Geschwindigkeit der Entwicklung.
Ziel sei es, Investoren zu gewinnen, die nicht nur den Kauf finanzieren könnten, sondern auch eine langfristig qualitätsvolle Entwicklung des Quartiers sicherstellten.
Vier Lose mit einem Gesamtvolumen von rund 14,7 Millionen Euro
Wie die MAZ weiter berichtete, umfasse die Ausschreibung rund 31.200 Quadratmeter Grundstücksfläche sowie etwa 17.450 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Die Vermarktung erfolge in vier Losen.
Die Kaufpreiserwartungen lägen je nach Los zwischen rund 2,7 Millionen und 4,6 Millionen Euro. Insgesamt werde ein Verkaufsvolumen von etwa 14,7 Millionen Euro angestrebt.
Wohnungsbau mit Perspektive für Familien
Die Entwicklung des Bergviertels gilt als wichtiger Baustein für die künftige Stadtentwicklung in Krampnitz. Durch die Verbindung von Denkmalschutz, Wohnungsbau und langfristiger Quartiersentwicklung soll ein eigenständiger Wohnstandort entstehen, der insbesondere für Familien attraktiv sein könnte.
Mit der geplanten Konzeptvergabe setzt die Stadt dabei auf eine Entwicklung, bei der städtebauliche Qualität und langfristige Nutzungsperspektiven eine ebenso große Rolle spielen wie wirtschaftliche Aspekte.
Quelle: MAZ








