„Ich bin relativ angstfrei“

OB Noosha Aubel in Interviews: Baustandards für ProPotsdam senken

Noosha Aubel, Potsdams Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport. Foto: LHP/Karoline Wolf

Seit Ende Oktober ist die parteilose Oberbürgermeisterin Noosha Aubel im Amt. Der MAZ und den PNN hat sie jetzt ausführliche Interviews zu ihren Plänen gegeben. „Heute habe ich entschieden, wie es mit der Haushaltskonsolidierung weitergehen soll. Außerdem habe ich diese Woche beschlossen, den Stadtverordneten im Januar vorzuschlagen, die Baustandards für die ProPotsdam zu senken. So könnten die Bau- und damit auch die Wohnkosten gesenkt werden.“ So lautete gleich ihre erste Antwort in der MAZ.

Den PNN sagte sie: „Meine Haltung ist, dass wir die Auflagen, die der ProPotsdam über die gesetzliche Norm hinaus gemacht worden sind, lockern müssen. Da gibt es von mir die Orientierung ins Haus, alle Standards zusammenzustellen und im ersten Quartal mit einer Beschlussvorlage in den politischen Raum zu gehen.“ Potsdam brauche neuen Wohnraum, die Fluktuationsquote sei deutlich zu gering. „Daher finde ich es konsequent zu sagen, dass wir an bestimmten Stellen Standards reduzieren, beispielsweise beim Thema Holzbau. Und die zusätzlichen energetischen Standards müssen wir mindestens kritisch hinterfragen.“

Sie selbst sei noch immer auf Wohnungssuche, was sie so nicht erwartet hätte, erzählte sie der MAZ. „Und ich finde es erschreckend, vor dem Hintergrund, dass ich mit meiner Besoldung Spielräume habe, die die meisten Menschen nicht haben. Viele sind chancenlos auf dem Wohnungsmarkt.“

Als die zwei wichtigsten Themen für das kommende Jahr benannte Aubel denn auch den Haushalt und die Spielräume im Bereich Wohnen. „Wir sind bei der Haushaltsaufstellung spät dran. Der Etat soll im Januar eingebracht und idealerweise im März verabschiedet werden. Das ist wenig Zeit, um die Stadtverordneten so mitzunehmen, wie es erforderlich wäre. Beim Wohnen möchte ich so weit kommen, dass wir nicht nur über Konzepte sprechen, sondern dass Menschen merken, dass sich etwas verändert.“

Zu den kompliziertesten Fragestellungen derzeit zählt die Klärung, wie es nach der Kündigung des Vertrags mit der Energie und Wasser Potsdam (EWP) weitergeht. „Ich gehe nicht davon aus, dass es uns dadurch gelingt, die Wasserpreise zu senken. Aber wenn es gut läuft, können wir sie stabilisieren und große Preissprünge vermeiden. Ich möchte dann in der Lage sein, den Menschen zu erklären, warum unsere Wasserpreise deutlich höher sind als in Cottbus. Und das kann ich im Moment nicht.“

Für die vielen Herausforderungen sieht sich Noosha Aubel gut gerüstet. „Ich bin relativ angstfrei. Das ist gut für diese Aufgabe.“