Wer am Ruinenberg unterwegs ist, entdeckt zwischen historischen Villen und altem Baumbestand ein besonderes Gebäude: die Einsiedelei der PWG 1956 eG. Das denkmalgeschützte Haus aus dem 19. Jahrhundert wurde in den vergangenen Jahren aufwendig saniert und steht nun für Veranstaltungen offen.

Wie die MAZ berichtete, war ursprünglich vorgesehen, die Nutzung ausschließlich Mitgliedern der Genossenschaft anzubieten. Inzwischen habe sich die PWG 1956 eG entschieden, das Haus für die gesamte Potsdamer Stadtgesellschaft zu öffnen.
Denkmal mit bewegter Geschichte
Die Geschichte des Gebäudes reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle ein Chausseehaus. Ab 1856 wurde das Gebäude nach Plänen des Architekten Ludwig Ferdinand Hesse im italienischen Villenstil umgestaltet. Als Vorbild diente die Casa Cenci in der Villa Borghese in Rom.
1927 ging das Grundstück in den Besitz des gemeinnützigen Beamten-Siedlungsvereins „Vaterland“ über. Mit der Fusion der entsprechenden Genossenschaften im Jahr 2006 wurde schließlich auch die Einsiedelei Bestandteil des Bestandes der PWG 1956 eG.
Nachdem das Haus nach 1990 unter Denkmalschutz gestellt worden war, begann die Genossenschaft 2017 mit einer umfassenden Sanierung. Die Arbeiten konnten 2024 abgeschlossen werden.
Veranstaltungsort mit historischem Ambiente
Heute bietet die Einsiedelei Räume auf zwei Etagen, einen Wintergarten sowie einen Innenhof. Je nach Veranstaltungsformat finden dort bis zu 50 Personen Platz. Zur Ausstattung gehören unter anderem eine Teeküche, WLAN, eine Fußbodenheizung sowie eine Outdoor-Küche. Der Innen- und Außenbereich können flexibel miteinander verbunden werden.
Besonderen Wert legte die PWG 1956 eG auf die denkmalgerechte Wiederherstellung der Innenräume. Unterschiedlich gestaltete Salons, historische Details und restaurierte Ausstattungen verleihen dem Gebäude ein außergewöhnliches Ambiente.
Ort für Kultur, Begegnung und private Feste
Nach Angaben der Genossenschaft können die Räume künftig für private Feiern, kulturelle Veranstaltungen, Workshops, Tagungen oder andere Zusammenkünfte genutzt werden. Damit werde aus dem historischen Gebäude nicht nur ein Denkmal, sondern auch ein Ort der Begegnung.
Roman Poosch, Vorstand der PWG 1956 eG, betonte gegenüber der MAZ, dass die Öffnung der Einsiedelei ein Beitrag zum gesellschaftlichen Engagement der Genossenschaft sei. Wenn die Potsdamerinnen und Potsdamer das Gebäude nutzen könnten, profitiere die gesamte Stadt davon.
Auch Station beim Genossenschaftstag
Die Einsiedelei ist außerdem Teil des diesjährigen Potsdamer Genossenschaftstages. Im Rahmen der traditionellen Fahrradtour wird das Haus als eine Station vorgestellt. Die Route führt zu verschiedenen genossenschaftlichen Wohn- und Bauprojekten in Potsdam und zeigt die Vielfalt genossenschaftlicher Stadtentwicklung vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Mit der Öffnung der Einsiedelei verbindet die PWG 1956 eG Denkmalschutz, kulturelles Engagement und Gemeinwohlorientierung. So wird ein historisches Kleinod nicht nur bewahrt, sondern auch mit neuem Leben gefüllt.
Quelle: MAZ








