Hausherrinnen mit Frauenpower

Das Autonome Frauenzentrum öffnete bei der Karl Marx am Alten Markt seine Türen.

Geschäftsführerin Katrin Aechtner (2.v.l.) und die Vorstandsfrauen Anja Heigl, Laura Kapp, Jenny Pöller (v.l.n.r.) vom Autonomen Frauenzentrum. Foto: KM Magazin/Tina Merkau

„Das passt sehr gut zu uns“, sagt Vorstandsfrau Heiderose Gerber. Sie meint den Schattenriss der zeitgenössischen Abundantia, das Kunstwerk oben am Dachfirst. Es mahnt Gerechtigkeit in Potsdam und der Welt an. Die Macherinnen des Autonomen Frauenzentrums fühlen sich willkommen unter ihrem neuen Dach. Seit dem 8. März ist die Adresse Alter Markt 6 ihr neues Hauptquartier. Das von der Karl Marx erbaute Haus steht inmitten der Stadt.

Neben Nikolaikirche und Landtag verschafft die neue Präsenz frauenpolitischen Anliegen mehr Sichtbarkeit und Geltung. „Zentrum“ hat künftig eine mehrfache Bedeutung: Die Lage in der Stadt, die zentrale Anlaufstelle für Frauenanliegen, die enge Verknüpfung mit Partnerorganisationen. Denn mit dem Verein des Autonomen Frauenzentrums ziehen auch die Koordinierungsstelle des Netzwerkes der Brandenburgischen Frauenhäuser und der Frauenpolitische Rat Brandenburg in das neue Gebäude ein. Von „geballter Frauenpower“ ist in diesem Zusammenhang zu lesen, die notwendiger denn je erscheint. Die Nachfrage nach Unterstützung bei geschlechtsspezifischer Gewalt etwa ist weiterhin erschreckend groß.

Die neuen Räume wollen die „Hausherrinnen“ allerdings nicht nur mit spezifischen Angeboten füllen. „Wir sind auch hier, weil wir die Idee der Karl Marx teilen, dass das Stadtzentrum ein Ort für alle Potsdamerinnen und Potsdamer sein soll, der nicht nur von Touristen lebt“, sagt Katrin Aechtner, die Geschäftsführerin des Autonomen Frauenzentrums. Beim Rundgang am Vortag der Eröffnung zeigt sie uns den großen Veranstaltungssaal, in dem bereits eine Ausstellung mit Bildern und Geschichten ukrainischer Frauen vorbereitet ist.

BoAber auch die anderen Räume im Erdgeschoss lassen Platz für vielfältige Ideen, die das Frauenzentrum zu einem lebendigen und vielfältigen Ort machen werden. Die Rede ist von Lesungen und Konzerten, aber auch von Kooperationen mit der Volkshochschule oder der benachbarten Landesbibliothek. „Da wird sich vieles noch entwickeln. Das Interesse ist riesig“, sagt Katrin Aechtner und ist sehr optimistisch, ein vielfältiges Angebot zu verwirklichen.

Das dürfte auch die Eigentümerin, die Wohnungsgenossenschaft Karl Marx, freuen. Sebastian Krause und Bodo Jablonowski, die beiden Vorstände, waren zum Empfang für die zahlreichen Unterstützer eingeladen, um mit einem kleinen Präsent „Gutes Gelingen“ zu wünschen.
Das Autonome Frauenzentrum setzt sich seit 35 Jahren für ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben der Potsdamerinnen ein. Der Verein war bisher auf halber Fläche in der Schiffbauergasse zu Hause. Er betreibt eine Beratungsstelle, ein Frauenhaus, eine Frauennotwohnung und den Mädchentreff „Zimtzicken“.

Mehr zur Arbeit des Autonomen Frauenzentrums finden Sie hier.

Quelle: KM Magazin