Gekürzte Bauförderung gefährdet Potsdamer Projekte

Unsicherheit für Vorhaben in der Potsdamer Mitte und in Krampnitz

Im Bergviertel in Krampnitz wollen WG „Karl Marx“, PWG 1956 und pbg 845 Wohnungen bauen. Foto: Benjamin Maltry

Wegen geplanter Einsparungen bei der Landesbauförderung droht mehreren großen Wohnungsbauvorhaben in Potsdam eine große Verzögerung oder gar das vollständige Aus. Darüber berichten die PNN. Betroffen seien Wohnungsbau in der Heinrich-Mann-Allee, der Ersatzbau für den Staudenhof im Block V der Potsdamer Mitte und das Engagement von WG „Karl Marx“, PWG 1956 und pbg im Bergviertel von Krampnitz.

Mindestens eine Halbierung bei Förderung?

Im Jahr 2023 belief sich das bewilligte Fördervolumen des Landes auf rund 176 Millionen Euro, 2024 auf rund 212 Millionen Euro. Für 2025 und 2026 nannte der Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung noch keine Summen. Bei der Landeshauptstadt gehen Expert:innen im Baubereich aber von mindestens einer Halbierung aus, schreibt die Zeitung. Möglicherweise bleiben sogar nur noch rund 75 Millionen Euro pro Jahr. Man teile zwar die Einschätzung, dass die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum eine der dringlichsten Aufgaben der heutigen Zeit sei, so ein Sprecher auf PNN-Nachfrage. „Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung wurden jedoch schwierige Entscheidungen erforderlich, die auch die soziale Wohnraumförderung betreffen.“

„Mit Blick auf die Wohnungssituation in Potsdam müssen wir das Bau- und Modernisierungsniveau beibehalten“, entgegnete ein ProPotsdam-Sprecher. Man wolle in den kommenden Jahren 600 Wohnungen errichten, „mit deren konkreten Bauvorbereitungen wir jetzt beginnen müssen“. Dabei geht es etwa um den Ersatzbau für den abgerissenen Staudenhof am Alten Markt in der Potsdamer Mitte. Ebenso seien 375 geplante Wohnungen mit sozialverträglichen Mieten an der Heinrich-Mann-Allee in Gefahr.

Schon dieses Jahr wolle man mit Projekten für 460 neue Wohnungen und 570 Modernisierungen starten, so die ProPotsdam. Der Ministeriumssprecher habe betont, dass zumindest „bewilligte Projekte der sozialen Wohnraumförderung von den Ergebnissen der Haushaltsverhandlung unberührt bleiben“, um die Kontinuität laufender Vorhaben zu sichern.

Verzögerungen in Krampnitz?

Unsicher scheinen die Planungen von drei Wohnungsgenossenschaften im neuen Stadtteil Krampnitz (WG „Karl Marx“, PWG 1956 und pbg werden nicht namentlich von der Redaktion aufgeführt). Dazu hatte Rainer Genilke (CDU), der damalige Minister für Infrastruktur und Landesplanung bereits 2024 eine Rahmenvereinbarung über die Förderung von 845 Sozialwohnungen abgeschlossen, allerdings unter dem Vorbehalt „der jeweiligen Haushaltssituation für die soziale Wohnraumförderung sowie den Förderkonditionen“.

Für das Projekt rechnete man damals mit einem Gesamtfördervolumen in Höhe von rund 190 Millionen Euro, verteilt über fünf Haushaltsjahre. Sollte der Fördertopf also kleiner ausfallen, könnte es länger dauern, folgert die Zeitung.