Erhöhung der Geschäftsanteile als sozialverträglicher Weg zur Finanzierung von Sanierung und Wärmewende

Wie die PNN berichtet, stehe die WBG 1903 eine deutliche Erhöhung des Nennwerts ihrer Geschäftsanteile, um die anstehenden Kosten für Modernisierung, energetische Sanierung und die Wärmewende finanzieren zu können.

Ziel sei es laut Genossenschaft, auf diesem Weg zusätzliches Eigenkapital zu bilden und damit auf größere Mieterhöhungen zu verzichten.

Konkret solle der Nennwert eines Geschäftsanteils künftig 300 Euro betragen. Die Maßnahme diene dem Aufbau von zusätzlichem Eigenkapital, das für anstehende Sanierungen, die Umstellung der Heizsysteme auf erneuerbare Energien sowie für dringend notwendige Leitungs‑ und Strangsanierungen benötigt werde. Nach Angaben der WBG 1903 rechne die Genossenschaft bis zum Jahr 2045 mit Investitionen von mehr als 87 Millionen Euro, was in etwa der aktuellen Bilanzsumme entspreche.

Die Genossenschaft betone dabei ausdrücklich den sozialverträglichen Charakter dieses Vorgehens. Anders als bei einer Erhöhung der Nutzungsentgelte entstehe durch die Anpassung der Geschäftsanteile keine dauerhafte monatliche Mehrbelastung. Die Geschäftsanteile blieben Eigentum der Mitglieder und würden beim Ausscheiden aus der Genossenschaft vollständig zurückgezahlt. Damit unterscheide sich dieses Instrument grundlegend von einer klassischen Mieterhöhung.

Um sicherzustellen, dass kein Mitglied finanziell überfordert werde, sehe die WBG 1903 zudem flexible und zinsfreie Ratenzahlungen über mehrere Jahre vor – ohne zusätzliche Gebühren oder Nebenkosten. Ziel sei es, allen Mitgliedern eine faire und planbare Beteiligung zu ermöglichen.

Über die geplante Anpassung der Geschäftsanteile solle auf der ordentlichen Vertreterversammlung am 22. Juni entschieden werden. Für das Inkrafttreten sei laut Satzung eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 75 Prozent der Vertreterinnen und Vertreter erforderlich. Der Vorstand habe im Vorfeld sowohl die Vertreter als auch die Mitglieder umfassend informiert und den Dialog gesucht.

Die WBG 1903 gehöre zu den ältesten und größten Wohnungsgenossenschaften Potsdams. Ihr Bestand umfasse über 1.500 Wohnungen in rund 140 Gebäuden in der Brandenburger, Nauener und Teltower Vorstadt. Rund 90 Prozent der Gebäude stünden unter Denkmalschutz. Die PNN ordneten die geplante Maßnahme in einen größeren Kontext ein: Auch die WG „Karl Marx“ stünde vor hohen Investitionen, um ihre Bestände langfristig zu sichern und an die Anforderungen der Wärmewende anzupassen.

Quelle: PNN