Energie mit Weitblick

Gemeinsam mit StadtWatt zu grünem Mieterstrom

Christoph Rinke, Vorstandsmitglied StadtWatt eG, auf dem Dach der pbg. Foto: Quartier/Janina Steinmetz

Seit Juli 2025 arbeitet die pbg gemeinsam mit anderen Wohnungsbaugenossenschaften aus Berlin und Potsdam (darunter der WG „Karl Marx“) daran, ihren Mitgliedern bezahlbaren und vor allem nachhaltigen Mieterstrom bereitzustellen. Dafür ist sie jetzt selbst Mitglied einer Genossenschaft geworden. In der Energiegenossenschaft StadtWatt eG wird ein klares Ziel verfolgt: die Energiewende vor Ort aktiv mitgestalten – genossenschaftlich, klimafreundlich und zukunftsorientiert.

Christoph Rinke ist Teil des dreiköpfigen Vorstands der StadtWatt. Für ein Gespräch über das Projekt traf ihn die Redaktion des pbg-Mitgliedermagazins „Quartier“ zusammen mit Projektmanager Rainer Müller in luftiger Höhe auf einem Dach der pbg. Also genau dort, wo künftig Sonnenenergie für Mieterinnen und Mieter gewonnen werden soll. „Alle unsere Mitgliedsgenossenschaften stehen vor denselben Herausforderungen“, erklärt Christoph Rinke. „Ob Neubau oder Sanierung – überall geht es um die Frage, wie wir Strom- und Wärmeversorgung nachhaltig und CO₂-neutral gestalten können.“

Die Idee, dass sich mehrere Genossenschaften zusammenschließen, lag also nahe – und führte im November 2023 zur Gründung der StadtWatt. Die Dachgenossenschaft übernimmt für ihre 24 Mitglieder zentrale Aufgaben wie Planung, Umsetzung und Abrechnung regenerativer Energiesysteme. So werden Kräfte und Kompetenzen gebündelt, damit sich nicht jede Genossenschaft einzeln mit den komplexen Themen der Energiewende auseinandersetzen muss. Durch das gemeinsame Know-how profitieren alle Beteiligten von einem schnelleren Fortschritt. Dabei geht es längst nicht nur um Solarstrom, sondern auch um Wärmeversorgung, Speicherlösungen und Elektromobilität. „Keiner kann das allein stemmen“, betont Christoph Rinke. „Aber gemeinsam gelingt es – und genau das ist die Stärke der Genossenschaft.“

Energie vom eigenen Dach

Ein wichtiges Thema der Zusammenarbeit ist der Mieterstrom. Auf geeigneten Dächern sollen Photovoltaikanlagen installiert werden, die Strom vor Ort erzeugen. Dieser Solarstrom wird in das Hausnetz eingespeist und kann von den Bewohnerinnen und Bewohnern direkt genutzt werden. „So profitieren die Mieter doppelt“, erklärt Christoph Rinke. „Sie erhalten lokalen, klimafreundlichen Strom, der in der Regel günstiger ist als der vom herkömmlichen Anbieter – und sie werden selbst Teil der Energiewende.“

Wer möchte, kann sich beteiligen, ohne auf die gewohnte Versorgungssicherheit zu verzichten. Denn wenn der Solarstrom einmal nicht ausreicht, wird automatisch Strom aus dem Netz bezogen. Rainer Müller ergänzt: „Das Prinzip kennen wir schon von der Solarthermie auf unseren Dächern, die für die Erhitzung des Warmwassers verwendet wird. Jetzt wollen wir dasselbe Prinzip auch beim Strom anwenden – mit direktem Nutzen für unsere Mitglieder.“

Die nächsten Schritte

Doch wann können die pbg-Mitglieder ihren ersten eigenen Solarstrom nutzen? „Der Weg dorthin ist sehr komplex. Schritt für Schritt setzen wir die Idee in die Praxis um“, erklärt Rainer Müller. Es wurden bereits fünf Gebäude der pbg ausgewählt, die auf ihre Eignung für Photovoltaikanlagen geprüft werden. „Anschließend führt StadtWatt eine Machbarkeitsstudie durch, um die technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen zu klären“, so Müller weiter. „Danach stimmen wir uns mit der Netzgesellschaft Potsdam (NGP) ab.

Dieser Prozess kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Erst wenn die Genehmigung der NGP vorliegt, kann die Installation der Solaranlagen beginnen.“ Im letzten Schritt wird der erzeugte Strom schließlich in das Hausnetz eingespeist – und damit direkt für die Mieterinnen und Mieter nutzbar.

Die Vorteile der StadtWatt

Die Zusammenarbeit mit der Energiegenossenschaft bietet zahlreiche Vorteile für alle Beteiligten. Mitglieder profitieren von günstigem, lokal erzeugtem Ökostrom, der in der genossenschaftlichen Zusammenarbeit fair angeboten wird. Der Strompreis liegt dafür mindestens 10 % unter dem Grundversorgungstarif der Energie und Wasser Potsdam GmbH.

Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, da der CO₂-Ausstoß verringert und die Stromnetze entlastet werden. Anders als bei einem privaten Balkonkraftwerk übernimmt die StadtWatt außerdem die Planung, Installation, Wartung und Abrechnung. Ganz ohne Risiko oder Stress mit Anträgen und Formularen.

Mit langem Atem Richtung Zukunft

Mit dieser Mitgliedschaft setzt die pbg ein deutliches Zeichen: Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Zukunftsfähigkeit stehen im Mittelpunkt der Genossenschaftsarbeit. Durch die Kooperation werden neue Wege eröffnet, um Energie dort zu erzeugen, wo sie auch verbraucht wird – auf den Dächern unserer Häuser.

So entsteht Schritt für Schritt ein genossenschaftliches Energiesystem, das nicht nur Strom liefert, sondern auch Verantwortung übernimmt – für Potsdam, für die Umwelt und für die Mitglieder der pbg.

Quelle: Quartier