Der Mieterclub im Schlaatzer Schilfhof 20 stellt sich neu auf.

Was wäre, wenn ein Hochhaus im Schlaatz mehr ist als Beton, Aufzüge und Etagen? Was, wenn es ein Ort ist, an dem man sich mit Namen kennt, sich im Flur freundlich zunickt, einander bei kleinen Dingen hilft – und weiß: Ich wohne hier nicht nur, ich bin Teil von etwas? Was, wenn ein Hochhaus zu einem kleinen Dorf wird? Im Schilfhof 20 gibt es seit 15 Jahren einen Raum, der genau das möglich machen will: den Mieterclub im 10. Stock.
Eine kleine Wohnung, aber mit großer Wirkung. Hier wurde gebastelt, beraten, gemeinsam gegessen, gefeiert und zugehört. Hier konnten Nachbarn einander begegnen – ganz ohne Verpflichtung, aber mit viel Herz. Im März ist der Mieterclub 15 Jahre alt geworden. Das ist ein besonderer Moment – nicht nur zum Feiern, sondern auch zum Innehalten und Weiterdenken.
Und vor allem ein Moment, um Danke zu sagen: an Frau Sell, die all die Jahre mit so viel Hingabe, Geduld und Wärme diesen Ort mit Leben gefüllt hat. Sie hat mit ihrer Fürsorge nicht nur den Raum geöffnet, sondern auch viele Türen zwischen Menschen. Nun ist es für Frau Sell an der Zeit, sich um sich selbst zu kümmern – und wir freuen uns, dass sie das in dem Wissen tun kann, etwas Besonderes hinterlassen zu haben.
Jetzt darf frischer Wind in die kleine Wohnung im 10. Stock wehen. Vera Volkova und Lisa Schwenkler möchten den Mieterclub behutsam neu beleben. „In Kooperation mit Soziale Stadt ProPotsdam gGmbH und ProPotsdam Wohnen möchten wir herausfinden, wie dieser Ort weiterhin für das Haus da sein kann“, schreiben sie in der Schlaatz-Zeitschrift TauZone. „Wir bringen keine fertigen Pläne mit, sondern offene Ohren. Erst einmal möchten wir da sein, zuhören, wahrnehmen – und gemeinsam mit den Menschen im Haus herausfinden, was gebraucht wird. Dazu führen wir Gespräche mit Bewohner*innen, verteilen Fragebögen und sind offen für Begegnungen im Haus.“
Nicht neue Gruppen oder feste Strukturen wollen die beiden Aktiven schaffen, sondern darum, zu spüren: „Was ist los im Haus? Wo gibt es Wünsche, wo Ideen, wo vielleicht auch Sorgen? Und wie kann der Mieterclub ein Ort sein, der genau dort ansetzt? Wir wünschen uns, dass aus dem Schilfhof 20 (wieder) ein Ort wird, an dem man sich sieht, sich grüßt, sich gegenseitig stützt – und sich auch einmal überraschen lässt.“
Der Mieterclub kann dabei helfen, glauben Vera Volkova und Lisa Schwenkler. „Ganz einfach, ganz menschlich. Es geht nicht darum, etwas zu ‚leisten‘, sondern darum, Räume zu öffnen – für ein freundlicheres, lebendigeres Zusammenleben. Wenn Sie neugierig sind, Fragen haben, etwas sagen oder einfach mal ‚Hallo‘ sagen möchten: Melden Sie sich gern! Wir freuen uns über jede Nachricht, jede Idee – oder auch einfach über ein Lächeln im Treppenhaus.“
Sie erreichen den Mieterclub unter info@milanhorst-potsdam.de oder den Briefkasten „Mieterclub“ (Schilfhof 20). Sprechstunde vor Ort: dienstags von 14 bis 16 Uhr.
Quelle: TauZone








