Die guten Seelen des Tauschhäuschens

Die WBG 1903 widmet sich in ihrem Mitgliedermagazins den drei Frauen, die das kleine, bunt bemalte Tauschhäuschen in der Teltower Vorstadt zu einem besonderen Ort der Nachbarschaft machen. Seit 2024 kümmern sich Marlies Hübner, Charlotte Große und Ursula Sturm mit viel Herz und Sorgfalt darum, dass das Häuschen gepflegt bleibt und für alle nutzbar ist.

Foto: Janina Steinmetz

Auf dem Weg zum Bäcker, zur Mieterberatung oder zum Fleischerwagen bleiben viele Bewohnerinnen und Bewohner hier regelmäßig stehen. Ein kurzer Blick ins Regal, ein Gespräch mit Nachbarn oder ein unerwarteter Fund machen den kleinen Ort zu einem festen Bestandteil des Quartierslebens.

Betreut wird das Tauschhäuschen von drei engagierten Ehrenamtlichen: Frau Hübner, Frau Sturm und Frau Große. Alle drei leben seit vielen Jahren in Beständen der WBG 1903 in der Teltower Vorstadt und hatten sich einst auf einen Aufruf im Mitgliedermagazin gemeldet. Seit 2024 kümmern sie sich offiziell um das Häuschen und sorgen dafür, dass alles ordentlich und einladend bleibt.

Dabei gehört mehr dazu als das bloße Sortieren von Gegenständen. Immer wieder müsse erklärt werden, dass das Tauschhäuschen kein Ort für Sperrmüll sei. Große oder beschädigte Gegenstände hätten dort keinen Platz. Stattdessen gehe es darum, gut erhaltene Dinge weiterzugeben und ihnen ein neues Zuhause zu ermöglichen.

Aus einem Regal wurde ein Nachbarschaftstreff

Im Laufe der Zeit hat sich das Tauschhäuschen stetig weiterentwickelt. Die Künstlerin Cara Cleary gestaltete das Häuschen mit viel Liebe zum Detail. Statt einer ursprünglich geplanten Tür setzt das Konzept bewusst auf Offenheit. Ein zusätzlicher Regalwinkel, umgesetzt durch Hausmeister Herrn Treppesch, schuf weiteren Platz für Geschirr, Bücher und kleinere Gegenstände.

Ergänzt wurde das Angebot durch eine Pinnwand. Hier können Bewohnerinnen und Bewohner Gegenstände anbieten oder suchen, die nicht in das kleine Häuschen passen. Für größere Dinge verweist die WBG 1903 unter anderem auf den jährlichen Flohmarkt „Am Brunnen“.

Geschichten, die das Quartier verbinden

Die Gegenstände im Tauschhäuschen erzählen oft ihre eigenen Geschichten. Bücher wechseln nach dem Lesen den Besitzer, Haushaltsgegenstände finden neue Nutzer und manches Erinnerungsstück erhält ein zweites Leben.

Besonders in Erinnerung geblieben ist den Ehrenamtlichen eine hochwertige gusseiserne Teekanne, die über das Regal weitergegeben wurde. Auch eine besondere Vase, die heute einen festen Platz in einer Wohnung der Teltower Vorstadt gefunden hat, gehört zu den persönlichen Lieblingsfunden.

Gemeinschaft im Alltag

Für die WBG 1903 ist das Tauschhäuschen mehr als ein Ort des Wiederverwendens. Es schafft Begegnungen, fördert nachbarschaftliche Kontakte und zeigt, wie Gemeinschaft im Alltag funktionieren kann.

Dank des Engagements der Ehrenamtlichen ist aus einem kleinen Regal ein lebendiger Treffpunkt entstanden, an dem nicht nur Gegenstände weitergegeben werden, sondern auch Gespräche, Ideen und kleine Momente des Miteinanders.

Quelle: 1903 Magazin