Die WG „Karl Marx“ hat Ende Juni mit dem Versand der Betriebskostenabrechnungen für das Jahr 2025 begonnen.

Der Versand startete etwas später als in den Vorjahren, da sich die Bereitstellung einzelner Abrechnungsdaten verzögert hatte. Hintergrund waren unter anderem Umstellungen bei den Abrechnungssystemen der Versorgungsunternehmen.
Heiz- und Warmwasserkosten deutlich gesunken
Positiv entwickelte sich insbesondere der Bereich Heizung und Warmwasser. Obwohl der durchschnittliche Verbrauch im Jahr 2025 um rund acht Prozent gestiegen sei, hätten sich die Kosten deutlich reduziert. Ursache dafür sei vor allem ein gesunkener Fernwärmepreis gewesen. Insgesamt seien die Aufwendungen für Heizung und Warmwasser um rund 600.000 Euro zurückgegangen.
Auch bei der Grundsteuer und beim Strom seien Entlastungen zu verzeichnen gewesen. Geringere Grundsteuerbelastungen sowie niedrigere Stromkosten hätten zur positiven Entwicklung beigetragen.
Steigende Kosten bei Wasser, Abwasser und Dienstleistungen
Anders entwickelten sich die sogenannten kalten Betriebskosten. Hier verzeichnete die Genossenschaft einen Kostenanstieg von rund 200.000 Euro. Vor allem höhere Gebühren für Wasser und Abwasser hätten zu Mehrkosten geführt. Allein die Gebührenanpassungen der Landeshauptstadt Potsdam hätten sich laut Genossenschaft mit rund 400.000 Euro zusätzlich bemerkbar gemacht.
Auch Hausreinigung, Müllentsorgung und Gartenpflege seien teurer geworden. Zusätzlich habe sich die ganzjährige Bewirtschaftung der Wohnungen in der Potsdamer Mitte auf die Betriebskosten ausgewirkt.
90 Prozent der Haushalte erhalten ein Guthaben
Trotz einzelner Kostensteigerungen falle die Bilanz für viele Mitglieder positiv aus. Nach Angaben der WG „Karl Marx“ erhalten rund 90 Prozent der Haushalte ein Guthaben aus der Betriebskostenabrechnung. Dazu habe auch das bewusste Verhalten vieler Nutzerinnen und Nutzer beigetragen. Zahlreiche Haushalte hätten Guthaben aus dem Vorjahr auf ihren Betriebskostenkonten belassen oder ihre Vorauszahlungen nicht abgesenkt.
Ausblick auf 2026
Für das laufende Jahr erwartet die Genossenschaft sowohl Entlastungen als auch weitere Kostensteigerungen. So sollen die Kosten für Niederschlagswasser sinken, während beim Strom und bei der Fernwärme ebenfalls Entlastungen erwartet würden. Gleichzeitig würden insbesondere Wasser- und Abwassergebühren erneut deutlich steigen. Auch höhere Aufwendungen für Gebäudeversicherungen und einzelne Dienstleistungen seien absehbar.
Insgesamt rechne die WG „Karl Marx“ für 2026 mit einem Kostenanstieg von etwa drei bis vier Prozent. Die bestehenden Vorauszahlungen würden aus heutiger Sicht jedoch weiterhin als angemessen angesehen, weshalb die Genossenschaft grundsätzlich auf eine Anpassung verzichte.
Verbrauch bleibt entscheidender Faktor
Unabhängig von den allgemeinen Preisentwicklungen weist die Genossenschaft darauf hin, dass ein bewusster Umgang mit Heizenergie und Wasser weiterhin die wichtigste Möglichkeit bleibt, die eigenen Betriebskosten zu beeinflussen. Wie hoch Guthaben oder Nachzahlungen ausfallen, hänge letztlich immer vom individuellen Verbrauch und den jeweiligen Rahmenbedingungen der einzelnen Haushalte ab.
Quelle: KM Magazin








