Am Donnerstag, 24. September 2026, verabschiedete der Bauverein Babelsberg eG seinen langjährigen technischen Vorstand Uwe Marz feierlich aus dem aktiven Berufsleben.

Rund 45 Vertreterinnen und Vertreter der Genossenschaft, der Potsdamer Wohnungswirtschaft, des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V. und der Stadtgesellschaft kamen dafür im AWO Kulturhaus Babelsberg zusammen.
Die Festveranstaltung bot Gelegenheit, auf rund zwei Jahrzehnte gemeinsamer Arbeit zurückzublicken. In mehreren Redebeiträgen wurde gewürdigt, wie Uwe Marz den Wohnungsbestand des Bauvereins Babelsberg eG weiterentwickelt, die Interessen der kleinen Genossenschaften vertreten und zur Zusammenarbeit innerhalb der Potsdamer Wohnungswirtschaft beigetragen hat.
Zwei Jahrzehnte Verantwortung für den Bauverein Babelsberg
Uwe Marz übernahm 2006 als technischer Vorstand Verantwortung für eine der ältesten Potsdamer Wohnungsgenossenschaften. Der 1904 als Arbeiterbauverein gegründete Bauverein Babelsberg eG verfügt über rund 354 Wohnungen, die fast vollständig zwischen 1905 und 1938 entstanden sind. Dieser historische Gebäudebestand verbindet besondere architektonische Qualitäten mit anspruchsvollen Aufgaben bei Instandhaltung, Modernisierung und Energieversorgung.
In seiner Rede verglich Horst Gösel die Genossenschaft mit dem 1904 „auf Kiel gelegten“ Dampfer Bauverein Babelsberg. Uwe Marz habe zunächst als „Schiffsjunge“ angeheuert und sei anschließend zum Kapitän aufgestiegen. Gemeinsam mit dem Vorstandsteam und den Beschäftigten habe er das Schiff auf Kurs gehalten und schrittweise zu einem modernen und weiterhin stark nachgefragten Wohnungsunternehmen weiterentwickelt.

Historische Substanz bewahrt und modernisiert
Die während seiner Amtszeit umgesetzten Projekte zeigen die kontinuierliche Entwicklung des genossenschaftlichen Wohnungsbestandes. Dazu gehörten Fassaden- und Dachsanierungen, der Einbau neuer Fenster, der Anbau von Balkonen, die Modernisierung von Heizungsanlagen sowie die Neugestaltung von Außenanlagen.
Zu den im Rückblick genannten Maßnahmen gehörten unter anderem:
- die umfassenden Arbeiten in der Paul-Neumann-Straße und der Kleinen Straße ab 2006,
- der Abschluss der Sanierung sämtlicher Dächer im Bestand,
- Fassaden- und Hausflurmaßnahmen in der Kopernikusstraße,
- die Erneuerung von Heizungsanlagen in der Hermann-Maaß-Straße,
- die Umstellung der Wohnanlage in Zentrum Ost von Gas auf Fernwärme,
- die Fassadenerneuerung und der Balkonanbau in der Franz-Mehring-Straße in den Jahren 2025 und 2026.
Die Arbeiten in der Franz-Mehring-Straße bezeichnete Uwe Marz als die größte Baustelle seiner gemeinsamen Vorstandszeit. Mit dem Abschluss der Fassadenarbeiten seien alle Gebäude des Bauvereins seit der Wiedervereinigung mindestens einmal saniert worden. Zusätzlich seien Balkone angebaut und drei gasbetriebene Heizungsanlagen auf Fernwärme umgestellt worden.
Stimme der kleinen Genossenschaften im Arbeitskreis Mietspiegel
Darüber hinaus vertrat Uwe Marz die kleineren Potsdamer Genossenschaften über viele Jahre im Arbeitskreis Mietspiegel der Landeshauptstadt. Dort wirkte er an einem wichtigen Instrument für Transparenz, Vergleichbarkeit und Rechtssicherheit auf dem Potsdamer Wohnungsmarkt mit.
Matthias Brauner vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V. hob hervor, dass Uwe Marz die Interessen kleinerer Wohnungsgenossenschaften leise, beharrlich und sachorientiert vertreten habe. Die im Juni 2026 vorgestellte elfte Ausgabe des qualifizierten Potsdamer Mietspiegels sei von allen Beteiligten einvernehmlich anerkannt worden. Dass auch die Perspektive kleiner Genossenschaften in diesen Prozess eingeflossen sei, sei mit seinem langjährigen Engagement verbunden.
Silberne Ehrennadel des BBU verliehen
Ein Höhepunkt des Abends war die Verleihung der silbernen Ehrennadel des BBU. Matthias Brauner überreichte die Auszeichnung in Anerkennung der zwanzigjährigen Vorstandstätigkeit, des Engagements im Arbeitskreis StadtSpuren und dessen Kerngruppe sowie des langjährigen Einsatzes für die kleinen Potsdamer Genossenschaften im Arbeitskreis Mietspiegel.
Die Ehrennadel stehe für Verantwortungsbewusstsein, Glaubwürdigkeit und Kompetenz. Diese Eigenschaften hätten das Wirken von Uwe Marz über viele Jahre geprägt, erklärte Matthias Brauner in seinem Grußwort.

Engagement über die eigene Genossenschaft hinaus
Über viele Jahre engagierte sich Uwe Marz auch im Arbeitskreis StadtSpuren. Zeitweise arbeitete er in dessen Kerngruppe mit und unterstützte damit die strategische Zusammenarbeit der sozial orientierten Potsdamer Wohnungsunternehmen.
Carsten Hagenau würdigte in seinem persönlichen Redebeitrag insbesondere die sachliche, verlässliche und pragmatische Zusammenarbeit. Uwe Marz habe stets darauf geachtet, dass die Mitgliedschaft im Arbeitskreis auch einer kleinen Genossenschaft einen konkreten Nutzen bringe. Zugleich habe er sich mit eigener Erfahrung und fachlichem Wissen aktiv in die gemeinsame Arbeit eingebracht.

Für den Bauverein Babelsberg eG sei die Zusammenarbeit wichtig gewesen, weil die Stimme einer kleinen Genossenschaft gegenüber Politik und Verwaltung im gemeinsamen Netzwerk stärkeres Gewicht erhalten habe. Als Beispiel nannte Uwe Marz unter anderem gemeinsame Preisverhandlungen mit dem Energieversorger, die den Bewohnerinnen und Bewohnern finanziell zugutegekommen seien.
Wärmewende bleibt zentrale Zukunftsaufgabe
In seinem eigenen Rückblick machte Uwe Marz deutlich, dass die Weiterentwicklung des historischen Wohnungsbestandes auch künftig anspruchsvoll bleiben werde. Eine der größten Aufgaben sei die Wärmewende. Für zahlreiche Gebäude werde ein Anschluss an das Potsdamer Fernwärmenetz erforderlich sein. Für einzelne Objekte müssten alternative Lösungen, etwa mit Wärmepumpen, geprüft werden. Auch der weitere Anbau von Balkonen bleibe ein Thema.
Die Verantwortung für diese Aufgaben werde schrittweise an seine Nachfolgerin Christine Spender übergeben. Dem Bauverein Babelsberg eG bleibe Uwe Marz dennoch erhalten: Seit dem 1. Juli 2026 begleite er die Arbeit weiterhin als nebenamtlicher Vorstand. Damit könne die Genossenschaft auch künftig auf seine Erfahrung und sein Netzwerk zurückgreifen.
Mit der Festveranstaltung dankten Genossenschaft, Wohnungswirtschaft, Verband und langjährige Wegbegleiter Uwe Marz für seine Arbeit und seinen Einsatz für das genossenschaftliche Wohnen in Babelsberg und Potsdam.








