Nach Berichten der MAZ und der PNN würde die Bauruine in der Erika-Wolf-Straße 3 in der neuen Potsdamer Mitte auf absehbare Zeit nicht vollendet werden.

Das Gebäude unweit der Nikolaikirche stehe seit 2024 still und bilde inzwischen einen deutlichen Kontrast zu den bereits fertiggestellten Nachbarbauten im sogenannten Block III.
Insolvenz bremse Fertigstellung aus
Wie die MAZ berichte, sei der Hintergrund die Insolvenz der Schwert Real Estate GmbH & Co. KG, die zur Seastone Investment GmbH gehöre. Das Insolvenzverfahren laufe seit 2025 und werde nach Angaben des Insolvenzverwalters voraussichtlich noch rund ein Jahr andauern. Eine zeitnahe Fertigstellung sei daher nicht absehbar. Sigrun Rabbe, Geschäftsführerin des Sanierungsträgers Potsdam, der unter dem Dach der ProPotsdam arbeitet, habe laut MAZ erklärt, man müsse zunächst den Ausgang des Insolvenzverfahrens abwarten. Erst danach könne sich zeigen, ob es einen neuen Eigentümer oder Selbstnutzer geben werde.
Schwierige Nachnutzung des Gebäudes
Nach Darstellung der MAZ hätte der ursprüngliche Bauherr geplant, das Gebäude selbst zu nutzen. Vorgesehen gewesen sei unter anderem eine rund 400 Quadratmeter große Wohnung. Sollte sich kein neuer Selbstnutzer finden, müsste die sehr individuelle Grundrissstruktur nach Einschätzung des Sanierungsträgers stark umgebaut werden, um das Haus wirtschaftlich nutzen zu können. Zusätzlich gebe es eine kleinere Gewerbeeinheit im Sockelbereich sowie eine weitere Wohnung mit rund 170 Quadratmetern.
Der Rohbau werde derzeit von einem Makler als „einzigartiger Stadtpalais-Rohling“ für 3,6 Millionen Euro angeboten. Der vergleichsweise niedrige Quadratmeterpreis spiegele laut MAZ auch den unfertigen Zustand wider.
Rückkauf durch die Stadt offenbar keine Option
Sowohl MAZ als auch PNN thematisieren die Frage, ob das Objekt an den Sanierungsträger zurückfallen könnte. Zwar hätte dieser theoretisch das Recht, das Gebäude als Ruine zurückzukaufen. Laut Co-Geschäftsführer Bert Nicke sei dies jedoch keine realistische Option. Ein solcher Schritt würde einen vollständigen Umbau im Inneren erfordern. Dafür fehlten aus Sicht des Sanierungsträgers sowohl die finanziellen Mittel als auch ein inhaltliches Motiv. Stattdessen sei es Aufgabe des Insolvenzverwalters, einen Käufer zu finden – notfalls auch mit Preisabschlägen. Möglich wäre nach Angaben der PNN auch eine Zwangsversteigerung.
Stillstand hier, Fortschritt gegenüber
Während in der Erika-Wolf-Straße 3 weiterhin Stillstand herrsche, gehe es laut MAZ auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits voran. Im Block IV entstünden mindestens 16 Mietwohnungen, die Ende 2026 fertiggestellt werden könnten. Für zwölf dieser Wohnungen seien besonders günstige Mieten von zunächst 10,50 Euro pro Quadratmeter für 30 Jahre vertraglich zugesichert worden.
Auch die PNN weist darauf hin, dass rings um die Bauruine zunehmend Leben in die Potsdamer Mitte eingezogen sei. Weitere Wohn- und Geschäftsbauten sowie ein geplantes Studierendenwohnheim in unmittelbarer Nähe würden zeigen, dass sich das Quartier insgesamt weiterentwickle – auch wenn das unfertige Gebäude vorerst ein sichtbarer Fremdkörper bleibe.








