Außerordentliche Vertreterversammlung diskutiert kontrovers über geplante Wohnungsverkäufe

Die WG „Karl Marx“ berichtet in ihrem neuen KM Magazin ausführlich über eine außerordentliche Vertreterversammlung, die am 13. Februar auf Initiative einer Mitgliedergruppe einberufen wurde.

Vorstände der WG Karl Marx, links Sebastian Krause, rechts Bodo Jablonowski

Grundlage dafür waren 920 gültige Unterschriften, verbunden mit der Forderung, einen Beschluss der ordentlichen Vertreterversammlung vom 25. Juni 2025 erneut zu prüfen und zu diskutieren. Der betreffende Beschluss sieht den langfristigen Verkauf von 397 Eigentumswohnungen vor, verbunden mit Regelungen zur Absicherung der dort wohnenden Mitglieder.

Insgesamt kamen 116 der 920 stimmberechtigten Mitglieder, 36 Vertreter, Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie weitere Expert*innen der Genossenschaft im großen Hörsaal der Fachhochschule an der Kiepenheuerallee zusammen. Die Thematik gilt als besonders komplex, da die betreffenden Wohnungen historisch gewachsene Eigentumsformen darstellen, die nur im Verbund mit anderen Eigentümergemeinschaften bewirtschaftet werden können.

Der Vorstand erläuterte, dass die Idee eines Verkaufs über einen längeren Zeitraum in den Fachabteilungen gereift sei. Die erwarteten Verkaufserlöse sollen künftige Aufwendungen im Kernbestand von 6.345 Wohnungen finanzieren; zudem würden eingesparte Investitionen im Eigentumswohnungsbestand die Liquidität der Genossenschaft stärken. Deutlich wurde auch: Die kommenden Jahrzehnte erfordern regelmäßige Erhöhungen der Nutzungsentgelte, um den steigenden wirtschaftlichen Herausforderungen begegnen zu können.

Im Verlauf der vierstündigen und zeitweise emotionalen Debatte zeigte sich, wie schwierig es ist, sachliche Argumente und persönliche Betroffenheit miteinander in Einklang zu bringen. Viele der betroffenen Mitglieder hätten sich eine kurzfristige Änderung des Beschlusses gewünscht, was jedoch satzungsbedingt nicht auf der Tagesordnung stand und zu Enttäuschungen sowie einzelnen frühen Abgängen führte.

Wesentlichen Anteil an einem geordneten, konstruktiven Verlauf hatten die von den Mitgliedern gewählte Bevollmächtigte Dagmar Geske und Versammlungsleiter Ferdinand Rohmann, der souverän durch die Diskussion führte. Gemeinsam sorgten sie für einen satzungskonformen Rahmen, der Raum für gegenseitiges Zuhören bot.

Am Ende der Veranstaltung stellte Dagmar Geske die zentrale Frage: „Wie kann es jetzt weitergehen?“

Eine zufriedenstellende Antwort ist noch offen. Klar ist jedoch: Zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit für die Genossenschaft und dem Schutzbedürfnis einzelner Betroffener besteht ein Spannungsfeld. Die Vertreterversammlung wird das Thema, insbesondere die Absicherung der wohnenden Mitglieder, gemeinsam mit Aufsichtsrat und Vorstand weiter beraten. Die engagierte Debatte hat dafür eine wichtige Tür geöffnet.

Fragen und Antworten zur Veräußerung der Eigentumswohnungen der WG „Karl Marx“

Quelle: KM Magazin