Wohnungswirtschaft fordert mehr Zusammenarbeit für bezahlbaren Wohnraum

Der Arbeitskreis StadtSpuren hat am 21. Mai 2026 zum diesjährigen Sommerempfang in den WorkHUB am Campus Jungfernsee eingeladen. Unter dem Motto „Alles, was wir tun“ diskutierten mehr als 200 Gäste aus Stadtpolitik, Verwaltung, Verbänden, Vereinen und Initiativen die aktuellen Herausforderungen des Potsdamer Wohnungsmarktes.
Die Veranstaltung stellte die Verantwortung der sozialen Wohnungswirtschaft für die Stadtgesellschaft in den Mittelpunkt. Die im Arbeitskreis zusammengeschlossenen Unternehmen bewirtschaften rund 36.000 Wohnungen und stellen damit einen bedeutenden Anteil des bezahlbaren Wohnraums in Potsdam zur Verfügung.
Im Fokus des Abends stand die Frage, wie unter steigenden Baukosten, komplexen Verfahren und hohen Anforderungen weiterhin ausreichend Wohnraum geschaffen und gleichzeitig die soziale Balance in der Stadt gesichert werden kann. Ein interaktives Quiz vermittelte den Gästen faktenbasierte Einblicke in die Leistungen und Herausforderungen der Wohnungswirtschaft – von Mietentwicklungen über Neubautätigkeit bis hin zu sozialen und infrastrukturellen Aufgaben in den Quartieren.
Jörn-Michael Westphal, Geschäftsführer der ProPotsdam GmbH, betonte die wachsenden Herausforderungen bei der Umsetzung neuer Projekte:
„Die Anforderungen an Neubau und Bestand steigen kontinuierlich, daher ist es wichtig gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die bezahlbaren Wohnraum auch künftig ermöglichen.“

Auch Maren Kern, Vorständin des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V., unterstrich die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen:
„Die soziale Wohnungswirtschaft steht für Stabilität, Investitionen und Verantwortung. Damit sie diese Rolle auch in Zukunft erfüllen kann, braucht es Planungssicherheit, wirtschaftlich tragfähige Bedingungen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.“

Mit Blick auf die Herausforderungen am Wohnungsmarkt erklärt Baubeigeordneter Bernd Rubelt:
„Die Wohnungsfrage ist eine der zentralen Aufgaben unserer Stadtentwicklung. Die Rahmenbedingungen für das Planen und Bauen in Deutschland sind derzeit extrem schwierig. Umso wertvoller ist es, dass sich in Potsdam der AK Stadtspuren mit großem Engagement für gute Lösungen und den gemeinsamen Dialog einsetzt.“

Insbesondere die Abstimmung zwischen verschiedenen Akteuren sowie Zielkonflikte zwischen Baukultur, Klimaschutz und Bezahlbarkeit stehen dabei im Mittelpunkt.
Carsten Hagenau, Koordinator des Arbeitskreises StadtSpuren, formulierte es so:
„Wir wissen sehr genau, was zu tun ist. Entscheidend ist, dass wir die Prozesse so gestalten, dass aus Wissen auch Handeln wird – gemeinsam und auf Augenhöhe.“

Einen besonderen Akzent setzte der kulturelle Abschluss des Abends: Schauspieler Paul Wilms vom Hans-Otto-Theater interpretierte einen Monolog aus dem Stück „Siebeneinhalb Brücken“ und griff damit das Leitmotiv des Abends künstlerisch auf. Das Motto „Alles, was wir tun“ knüpft zugleich an das gleichnamige Musikstück von Blanche Haufe und Timo Langpap an und verbindet inhaltliche Reflexion mit emotionaler Perspektive.


Der Sommerempfang machte deutlich: Die Sicherung bezahlbaren Wohnraums bleibt eine der zentralen gesellschaftlichen Aufgaben – und erfordert ein gemeinsames Handeln aller Beteiligten.
Im Arbeitskreis StadtSpuren kooperieren Potsdamer Wohnungsunternehmen seit 1997 auf verschiedenen Themenfeldern. Mit rund 36.000 Wohnungen verfügen sie über rund 40 Prozent aller Mietwohnungen in Potsdam. In StadtSpuren wirken die kommunale ProPotsdam GmbH, die GWG Bauverein Babelsberg eG, die Gewoba eG Babelsberg, die Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft eG, die Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 eG, das Studentenwerk Potsdam, die Wohnungsbaugenossenschaft 1903 Potsdam eG, die Wohnungsbaugenossenschaft „Daheim“ eG und die Wohnungsgenossenschaft Karl Marx Potsdam eG mit.








