ProPotsdam: Geschäftsführung bietet Haustarifvertrag an

Nach einem Bericht der MAZ habe die ProPotsdam auf die Forderungen von Beschäftigten und der Gewerkschaft ver.di reagiert und Gespräche über einen möglichen Haustarifvertrag angeboten.

Die Zentrale des ProPotsdam-Unternehmensverbunds. Foto: sevens+maltry

Bert Nicke, Geschäftsführer der ProPotsdam, habe gegenüber der Zeitung erklärt, dass das Unternehmen offen für Verhandlungen über einen eigenen Tarifvertrag sei. Ein Eintritt in den Tarifvertrag der Wohnungswirtschaft oder in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) werde dagegen von der Geschäftsführung abgelehnt.

Vergleich mit Tarifverträgen vorgelegt

Wie die MAZ weiter berichtete, habe die ProPotsdam ihr bestehendes Vergütungssystem mit verschiedenen Tarifverträgen verglichen. Dabei seien unter anderem Tätigkeiten in Verwaltung, Kundenbetreuung, Buchhaltung sowie handwerkliche Berufe betrachtet worden.

Nach Darstellung der Geschäftsführung zeige der Vergleich, dass viele Beschäftigte der ProPotsdam bereits heute Gehälter erhielten, die in einzelnen Bereichen über den Vergütungen des TVöD lägen. Beim Tarifvertrag der Wohnungswirtschaft sei die Wirkung dagegen stark von der jeweiligen Eingruppierung abhängig.

Variable Vergütung als zentraler Unterschied

Ein wesentlicher Bestandteil des bestehenden Systems sei laut MAZ die variable Vergütung. Neben einem festen Grundgehalt könnten Beschäftigte zusätzliche leistungsabhängige Vergütungsbestandteile erhalten.

Nach Angaben der Geschäftsführung hätten in den vergangenen Jahren rund 93 Prozent der Beschäftigten die volle variable Vergütung erreicht. Insgesamt seien rund 99 Prozent der möglichen leistungsabhängigen Zahlungen tatsächlich ausgezahlt worden.

Die ProPotsdam sehe darin ein wichtiges Instrument zur Zielvereinbarung und Unternehmenssteuerung. In den diskutierten Flächentarifverträgen sei ein solches Modell nicht vorgesehen.

Haustarifvertrag als möglicher Kompromiss

Wie die MAZ berichtete, könnte ein Haustarifvertrag nach Auffassung der Geschäftsführung die Möglichkeit bieten, tarifliche Regelungen mit dem bestehenden Leistungsprinzip zu verbinden.

Dabei seien auch Gespräche über einzelne Kritikpunkte der Beschäftigten denkbar. Dazu gehöre beispielsweise die Frage, wie Berufserfahrungen aus früheren Beschäftigungsverhältnissen bei der Eingruppierung berücksichtigt werden könnten.

Diskussion über Auswirkungen auf den Wohnungsbau

Im Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen habe die ProPotsdam auch auf mögliche finanzielle Auswirkungen hingewiesen. Höhere Personalkosten könnten nach Darstellung der Geschäftsführung die Finanzierung geplanter Wohnungsbauprojekte erschweren.

Nach Angaben der MAZ verweist das Unternehmen auf zusätzliche Kosten, die sowohl durch höhere Vergütungen als auch durch mögliche Anpassungen der Arbeitszeit entstehen könnten. Die Geschäftsführung betone dabei, dass aus ihrer Sicht die Interessen der Beschäftigten mit dem wohnungspolitischen Auftrag des kommunalen Unternehmens in Einklang gebracht werden müssten.

Tarifverhandlungen bleiben Thema

Der Tarifkonflikt bei der ProPotsdam hatte zuletzt durch Warnstreiks und Forderungen nach einer tariflichen Neuordnung Aufmerksamkeit erhalten. Mit dem Angebot zu Gesprächen über einen Haustarifvertrag signalisiere die Geschäftsführung laut MAZ nun Verhandlungsbereitschaft, während die grundsätzliche Diskussion über Vergütungssysteme und Tarifbindung weitergeführt werde.

Quelle: MAZ