Peter Heiß vom Studierendenwerk West:Brandenburg im MAZ-Interview

Die Universität Potsdam soll einen neuen Campus auf dem Brauhausberg bekommen. Bauherrin ist die Hasso-Plattner-Foundation (HPF). Sie hat versprochen, dass für die Studierenden mindestens 500 zusätzliche Wohnheimplätze entstehen solle. Peter Heiß, Geschäftsführer des Studierendenwerks West:Brandenburg, nahm dazu und zu weiteren Projekten in einem großen MAZ-Interview Stellung.
„Spannend und toll“ finde er das Projekt auf dem Brauhausberg, bekundete Heiß. „Das bringt mehr studentisches Leben ins Zentrum. Ich hatte auch damals bedauert, dass die Fachhochschule mit der Entwicklung der neuen Potsdamer Mitte komplett ins Bornstedter Feld gezogen ist.“ Der Campus Brauhausberg biete viele Chancen. „Vielleicht wird Potsdam dadurch zukünftig nicht nur als Wissenschaftsstadt, sondern auch als Studierendenstadt wahrgenommen.“
Die Befürchtung, dass es am Ende weniger Wohnraum für Studierende geben werde, teilte Heiß nicht. Aber: „Es gibt zu wenig studentischen Wohnraum in Potsdam, viel zu wenig. Die Nachfrage ist deutlich höher, als dass wir sie auch nur annähernd befriedigen könnten.“ Schon jetzt gebe es für das Sommersemester 2026 mehr als 1000 Anfragen, obwohl das Bewerbungsformular gerade erst freigeschaltet worden sei. „Und zu Beginn des laufenden Wintersemesters gab es auch noch rund 1000 aktive Bewerbungen.“
Das Studentendorf am Campus Griebnitzsee auf einem Grundstück des Lands soll mit seinen 547 Plätzen zu den gleichen Mietkonditionen wie sonst in der Stadt erhalten bleiben. „Wir sind zu diesem Grundstück schon eine ganze Weile im Gespräch mit der Hasso-Plattner-Stiftung, schon vor Bekanntwerden der Pläne für den Brauhausberg.“ Die Verhandlungen dauern noch an.
Gerne möchte das Studierendenwerk neue Wohnheimplätze in mittelbarer oder unmittelbarer Nähe zum neuen Campus schaffen. „Das ist naheliegend und sinnvoll“, so Heiß. Auch die Studierenden selbst würden am liebsten entweder im Zentrum oder in unmittelbarer Campusnähe wohnen. Die Hasso-Plattner-Stiftung habe mehrere Standortvorschläge unterbreitet, am Ende entscheide der Verwaltungsrat des Studierendenwerks vielleicht schon Ende Februar. Die komplexen Eigentumsfragen müssten davor „rechtssicher in Sack und Tüten“ sein.
Derweil soll zum Start des Sommersemesters Golm 2, eine Wohnanlage mit 423 Plätzen, an den Start gehen. „Außerdem wollen wir direkt in der Potsdamer Mitte am Platz der Einheit neben der Stadt- und Landesbibliothek bauen. Im März soll das losgehen. Dort entstehen insgesamt 80 Wohnheimplätze, die Anfang 2028 fertiggestellt sein sollen“, kündigte der Geschäftsführer in der MAZ an.
Am Bornstedter Feld schaffe die ProPotsdam nördlich der Biosphäre bis voraussichtlich Anfang 2028 Wohnraum für etwa 300 Studierende. Für einen Teil der Plätze werde das Studierendenwerk „25 Jahre und für einen anderen Teil 40 Jahre lang Generalmieter“, kündigte Peter Heiß an. „Alle drei Projekte werden mit finanzieller Unterstützung des Landes umgesetzt. Dafür sind wir sehr dankbar.“








