Wie der ZIA mitteilte, habe sich das Immobilienklima in Deutschland im ersten Quartal 2026 erneut eingetrübt.

Der gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstellte ZIA‑IW‑Immobilienstimmungsindex (ISI) zeige zwar eine leicht verbesserte Geschäftslage, zugleich aber deutlich gesunkene Erwartungen. Insgesamt gebe das Gesamtklima gegenüber dem Vorquartal um 1,0 Punkte nach – und liege fast 10 Punkte unter dem Niveau des Sommers 2025.
ZIA‑Präsidentin Iris Schöberl wird mit der Aussage zitiert, geopolitische Krisen und steigende Energiepreise würden die fragile Erholung der Branche bremsen. Zusätzliche Vorschläge zur Verschärfung von Mietpreisregulierungen kämen „zur Unzeit“.
Gesamtindex: leichte Lageverbesserung, deutlicher Erwartungsrückgang
Laut ZIA zeige der Index:
- Geschäftslage: +1,7 Punkte auf 14,5
- Erwartungen: –3,7 Punkte auf 16,4
- Gesamtklima: –1,0 Punkte
Die Immobilienwirtschaft agiere weiterhin vorsichtig und zurückhaltend – insbesondere mit Blick auf die kommenden Quartale.
Segmentanalyse: Büro stabil – Wohnen belastet – Projektentwicklung kritisch
Büroimmobilien: einziger Lichtblick
- Geschäftslage: +3,1 Punkte auf 20,0
- Erwartungen: +6,7 Punkte auf 26,7
- Immobilienklima: 23,3 Punkte (+4,9)
Der ZIA führt dies vor allem auf die Robustheit des Dienstleistungssektors und die verstärkte Rückkehr zu Präsenztagen zurück.
Wohnimmobilien: Stimmung bricht weiter ein
- Geschäftslage: leicht verbessert auf 18,2
- Erwartungen: deutlicher Rückgang von 10,1 auf 5,8
- Immobilienklima: 11,9 Punkte – niedrigster Stand seit Sommer 2024
Belastende Faktoren seien laut ZIA:
- geplante Verschärfungen bei Mietregulierungen,
- starke Energiepreissteigerungen infolge des Iran‑Kriegs.
Projektentwicklung: größte Krise im Markt
- Geschäftslage: –23,5 (–25,5 Punkte)
- Erwartungen: 8,8 (–12,3 Punkte)
- Immobilienklima: –8,0
Der ZIA spricht von einer „besonders angespannten Lage“:
Trotz steigender Baugenehmigungen bleibe die Profitabilität niedrig, geprägt von:
- hohen Baukosten,
- weiterhin vielen Insolvenzen,
- schwacher Nachfrage.
ZIA‑Warnung: Wohnungsmarkt könnte sich „dramatisch verschärfen“
ZIA‑Präsidentin Schöberl mahnte laut Meldung, ohne strukturelle Reformen drohe sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt in den Metropolregionen weiter zuzuspitzen.
Die aktuellen Ergebnisse zeigten „deutlich, dass entschlossenes politisches Handeln notwendig ist“.
Hintergrund zum Stimmungsindex
- Befragungszeitraum: 12. Februar bis 9. März 2026
- Der Beginn des Iran‑Kriegs (28. Februar 2026) lag innerhalb der Erhebung und beeinflusste die Erwartungen.
- Rund 1.200 Immobilienunternehmen wurden angeschrieben, rund 400 antworteten.
- Der Index werde seit 2014 erhoben, seit 2020 gemeinsam von IW und ZIA veröffentlicht.
- Vier Subindizes: Büro, Handel, Wohnen, Projektentwicklung
- Das Immobilienklima bilde das geometrische Mittel aus Lage und Erwartungen.








