250 Millionen Euro für die soziale Wohnraumförderung

Brandenburgs Bauminister legt Wohnbilanz 2025 vor

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Wie aus einer Pressemitteilung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung hervorgeht, hat Bauminister Detlef Tabbert in Potsdam die Wohnbilanz 2025 vorgestellt. Demnach habe das Land Brandenburg im Jahr 2025 rund 250 Millionen Euro für die soziale Wohnraumförderung eingesetzt und damit das Fördervolumen des Vorjahres deutlich erhöht. 2024 hätten die Mittel noch bei rund 212 Millionen Euro gelegen.

Nach Angaben des Ministeriums seien im vergangenen Jahr 1.153 Wohneinheiten gefördert worden, die in den kommenden Jahren realisiert werden sollen. Davon hätten 1.005 Wohnungen eine Mietpreis- und Belegungsbindung erhalten. Auch für das Jahr 2026 solle die soziale Wohnraumförderung auf hohem Niveau fortgeführt werden; im Haushaltsplan seien erneut 250 Millionen Euro vorgesehen.

Hoher Bedarf trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Bauminister Tabbert habe laut Mitteilung betont, das Land Brandenburg nehme die Wohnbauoffensive sehr ernst. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen seien alle vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel vollständig ausgeschöpft worden. Es bestehe weiterhin ein hoher Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung. Die soziale Wohnraumförderung könne dabei einen entscheidenden – wenn auch anteiligen – Beitrag leisten, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Ziel sei es, auch in den kommenden Jahren eine Förderung auf hohem Niveau sicherzustellen.

Zugleich habe Tabbert die Bedeutung der sozialen Wohnraumförderung für die Wohnungs- und Bauwirtschaft hervorgehoben. Besonders kommunale Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften seien die wichtigsten Partner des Landes. Zunehmend würden sich aber auch private Investoren an geförderten Projekten beteiligen. Viele Vorhaben, die freifinanziert nicht mehr wirtschaftlich umsetzbar gewesen wären, hätten durch zinsfreie Darlehen und Zuschüsse dennoch realisiert werden können. Dies unterstreiche die zentrale Rolle der Wohnraumförderung für den gesamten Wohnungsbausektor.

Schwerpunkt auf Mietwohnungsbau

Wie das Ministerium weiter mitteile, seien die Fördermittel entsprechend der regionalen Bedarfslagen eingesetzt worden. Rund 54 Prozent der Mittel seien in das Berliner Umland mit angespannten Wohnungsmärkten geflossen, während etwa 46 Prozent in die übrigen Regionen Brandenburgs gegangen seien. Im weiteren Metropolenraum habe dabei vor allem der Erhalt und die Anpassung bestehender Wohnungsbestände im Fokus gestanden.

Der Großteil der bewilligten Mittel entfalle auf den Mietwohnungsbau: Für Neubau und Wiederherstellung seien rund 191 Millionen Euro für 790 Wohneinheiten eingesetzt worden. Weitere gut 24 Millionen Euro seien in die Modernisierung und Instandsetzung von 216 Mietwohnungen geflossen. Insgesamt seien damit 2025 im Rahmen der Mietwohnungsbauförderung 1.005 Wohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindung unterstützt worden.

Auch die Wohneigentumsförderung sei weiterhin stark nachgefragt worden, insbesondere von jungen Familien und sogenannten Schwellenhaushalten. Hier seien rund 34,6 Millionen Euro für 144 Wohneinheiten bewilligt worden.

Gleichzeitig habe Tabbert darauf hingewiesen, dass trotz des deutlich höheren Mitteleinsatzes weniger Wohnungen entstanden seien. Dies zeige, wie schwierig die aktuelle Situation angesichts stark gestiegener Baukosten sei.

Mietpreisdämpfende Instrumente verlängert

Ergänzend zur direkten Förderung habe das Land Brandenburg, so die Pressemitteilung, auch mietpreisdämpfende Instrumente verlängert. Die Kappungsgrenzenverordnung sowie die Mietpreisbegrenzungsverordnung seien 2025 evaluiert und auf Grundlage eines Gutachtens neu gefasst worden. In 36 Städten und Gemeinden sei dabei ein angespannter Wohnungsmarkt festgestellt worden.

Zudem sei 2025 erneut ein Wohnungsmarktbeobachtungsbericht erstellt worden, um zukünftige Entscheidungen auf eine belastbare Datenbasis zu stützen. Dieser solle als Grundlage dienen, um funktionsfähige Wohnungsmärkte, ein stabiles Investitionsklima und bezahlbares Wohnen in allen Teilen Brandenburgs zu sichern. Der Bericht könne, so Tabbert, als „Kompass und verlässlicher Lotse“ für kommunale und regionale Entscheidungen verstanden werden.

Forderungen für die kommenden Jahre

Mit Blick auf die Arbeit im Bündnis für Wohnen habe der Bauminister laut Ministeriumsangaben mehrere zentrale Forderungen formuliert. Dazu zählten eine verlässliche Förderpolitik mit ausreichender finanzieller Ausstattung durch Bund und Länder, eine investitionsfreundliche Steuerpolitik, ein Moratorium bei weiteren kostensteigernden technischen und rechtlichen Anforderungen sowie ein deutlicher Digitalisierungsschub im Wohnungsbau, um Planungs- und Genehmigungsprozesse zu beschleunigen.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung