„Wir wollen auch Studentenwohnen oben am Campus haben“

Der rbb berichtete, dass ab 2027 das ehemalige Landtagsgebäude auf dem Potsdamer Brauhausberg saniert und zu einem modernen Universitätscampus umgebaut werden solle.

Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt. Foto: LHP/Karoline Wolf

Finanziert werde das Großprojekt durch erhebliche Investitionen der Hasso-Plattner-Stiftung, während das Land Brandenburg das Grundstück zur Verfügung stelle. Bis 2035 könnten die Fakultäten für Jura und Sozialwissenschaften vom Campus Griebnitzsee an den neuen Standort umziehen. Das frei werdende Areal am Griebnitzsee solle anschließend vollständig vom Hasso-Plattner-Institut genutzt werden.

Im Gespräch erklärte Baubeigeordneter Bernd Rubelt, der Standort Brauhausberg sei städtebaulich besonders sensibel, da er eine starke topografische Präsenz habe. Mit dem neuen Campus könne studentisches Leben zurück ins Stadtzentrum kommen. Gleichzeitig solle sich die Universität als öffentlicher Ort öffnen und kein „Elfenbeinturm“ werden.

Die Stadt Potsdam habe, so Rubelt, trotz der besonderen Konstellation von Landesflächen, privater Stiftung und Universität weiterhin feste Mitspracherechte im Rahmen des regulären Bebauungsplanverfahrens. Alle relevanten Akteure müssten eng eingebunden werden, darunter Fachbehörden, Landesvertretungen, die Universität sowie die Hasso-Plattner-Foundation.

Hinsichtlich der erwarteten bis zu 6.000 Studierenden betonte Rubelt, dass Verkehr und Erschließung intensiv geprüft würden. Neben der Stärkung des Busverkehrs solle insbesondere die fußläufige Erreichbarkeit verbessert werden. Auch Rettungswege seien eine planerische Herausforderung, da der Campus ausschließlich über eine Brücke erschlossen werde.

Ein zentrales Thema sei das Studierendenwohnen: Rubelt sagte, dass direkt am Campus etwa 150 Wohnplätze eingeplant würden. Darüber hinaus untersuche die Stadt aktuell weitere geeignete Standorte in Campusnähe, an denen baurechtlich Studierendenwohnen ermöglicht werden könne.

Er betonte zugleich, dass sowohl die bestehenden Wohnheimplätze am Campus Griebnitzsee erhalten bleiben sollten als auch neue Projekte in Potsdam, etwa im Innenstadtbereich, durch das Studierendenwerk West:Brandenburg bereits umgesetzt würden. Das Studierendenwerk und das Land würden anschließend entscheiden, welche weiteren Vorhaben realisierbar seien.

Für die Potsdamer insgesamt ergebe das Projekt laut Rubelt einen erheblichen Mehrwert. Der Brauhausberg erfahre eine bauliche und städtebauliche Aufwertung, und als Wissenschaftsstandort könne Potsdam im Umfeld wachsender KI-Forschung deutlich an Bedeutung gewinnen. Neue Professuren, zusätzliche Forschung sowie langfristige Impulse für Arbeitsplätze und Innovationen seien zu erwarten.

Quelle: rbb24, Interview von Felix Moniac, ausgestrahlt am 05.03.2026 um 11:05 Uhr.