In Potsdam seien im Jahr 2025 weniger Wohnungen fertiggestellt worden als im Jahr zuvor.

Das berichteten die PNN unter Berufung auf aktuelle Daten des Landesamtes für Statistik. Demnach seien im vergangenen Jahr 904 Wohnungen fertiggestellt worden, fast neun Prozent weniger als 2024. Ein zuvor erkennbarer leichter Aufwärtstrend habe sich damit nicht fortgesetzt.
Im längerfristigen Vergleich seien rund 900 fertiggestellte Wohnungen zwar kein außergewöhnlich niedriger Wert, lägen aber deutlich unter früheren Spitzen. In den 2010er Jahren seien in Potsdam meist zwischen 1000 und 2000 Wohnungen pro Jahr entstanden. So seien etwa im Jahr 2018 insgesamt 2116 Wohnungen fertiggestellt worden, davon 1914 im Neubau.
Ein historischer Tiefstand sei im Jahr 2022 erreicht worden, als lediglich 606 Wohnungen fertiggestellt worden seien. Angesichts einer weiterhin hohen Nachfrage und eines geringen Leerstands habe der Wohnungsbau seitdem Nachholbedarf. Laut PNN gehe der Ausbau jedoch langsamer voran als erforderlich.
Als wesentliche Gründe für den Rückgang nannte die Zeitung verschobene oder abgesagte Bauprojekte privater Investoren. Hintergrund seien gestiegene Bau- und Materialkosten, höhere Preise für Bauleistungen sowie teure Baukredite infolge des gestiegenen Zinsniveaus. Die zur Refinanzierung notwendigen Mieten ließen sich am Markt nur schwer durchsetzen. Auch die kommunale Wohnungsgesellschaft Pro Potsdam habe Vorhaben zurückgestellt, da die Förderkredite des Landes nicht ausreichten.
Landesweit stelle sich die Situation laut Statistik noch deutlich schwieriger dar. In ganz Brandenburg sei die Zahl der fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2025 auf 6457 eingebrochen, ein Rückgang von fast 29 Prozent im Jahresvergleich. Die meisten Wohnungen seien im Landkreis Potsdam‑Mittelmark entstanden, gefolgt von Dahme‑Spreewald und Oberhavel.
Die geringe Zahl neu fertiggestellter Wohnungen könne die Lage auf dem angespannten Potsdamer Wohnungsmarkt weiter verschärfen, so der Bericht. Seit Jahren gebe es kaum Leerstand, während der anhaltende Zuzug die Nachfrage zusätzlich erhöhe. Die Folge seien steigende Mieten.
Die Aussichten auf eine Entspannung seien laut PNN begrenzt. Zwar sollten Maßnahmen wie der Bauturbo Planungsverfahren beschleunigen und die neue brandenburgische Bauordnung Kosten senken. Gleichzeitig blieben jedoch der allgemeine Preisauftrieb und das hohe Zinsniveau Risikofaktoren. Unter diesen Bedingungen seien neu errichtete Wohnungen für viele Potsdamer Durchschnittsverdiener kaum bezahlbar.
Positiv vermerkt worden sei, dass zuletzt wieder mehr Baugenehmigungen erteilt worden seien. Im Jahr 2025 sei der Bau von 1119 Wohnungen genehmigt worden, rund 47 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte davon gehe allerdings auf ein einzelnes Großprojekt von KW Development am Filmpark zurück. Dort sei der Baustart bereits erfolgt, die Fertigstellung werde für Ende 2028 erwartet, bei angekündigten Kaltmieten von rund 19 Euro pro Quadratmeter.
Langfristig habe sich zudem die Dauer zwischen Baugenehmigung und Fertigstellung verlängert. Während dieser Zeitraum früher durchschnittlich etwa zwei Jahre betragen habe, seien es inzwischen eher vier Jahre.
Die angespannte Lage sei dem Rathaus bekannt, habe die PNN berichtet. Die Stadt verfüge jedoch über nur begrenzte Handlungsspielräume beim Neubau. Zuletzt habe die Stadtspitze darauf verwiesen, dass die kommunale ProPotsdam bis 2032 weitere 1000 Wohnungen errichten solle, rechnerisch etwa 140 Wohnungen pro Jahr, davon die Hälfte mit sozialer Mietpreis- und Belegungsbindung.
Quelle: PNN








