Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hätten sowohl Berlin als auch Brandenburg im Jahr 2025 mehr Zu- als Fortzüge verzeichnet.

Die Wanderungsgewinne seien jedoch deutlich geringer ausgefallen als in den Vorjahren.
Berlin habe einen Wanderungsgewinn von knapp 19.700 Personen erzielt. Gegenüber 2024 entspreche dies einem Rückgang von rund 27 Prozent. Damit sei der Wanderungsgewinn der Hauptstadt bereits das dritte Jahr in Folge gesunken.
Auch Brandenburg habe weiterhin Einwohnerinnen und Einwohner hinzugewonnen. Der Wanderungsüberschuss habe rund 16.600 Personen betragen und damit etwa 26,5 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Ursache seien sowohl geringere Zuzugszahlen als auch steigende Fortzüge gewesen.
Berlin profitiert vor allem von internationaler Zuwanderung
Der positive Wanderungssaldo Berlins sei vor allem auf Zuzüge aus dem Ausland zurückzuführen. Während ausländische Staatsangehörige für einen deutlichen Bevölkerungszuwachs sorgten, habe Berlin bei deutschen Staatsangehörigen weiterhin Wanderungsverluste verzeichnet.
Innerhalb Deutschlands habe insbesondere Brandenburg von den Umzügen profitiert. Unter dem Strich seien rund 12.500 Menschen mehr von Berlin nach Brandenburg gezogen als umgekehrt.
Auf Bezirksebene hätten insbesondere die äußeren Berliner Bezirke profitiert. Die höchsten Wanderungsgewinne seien in Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg registriert worden.
Brandenburg gewinnt weiterhin Einwohner aus Berlin
Auch Brandenburg habe erneut deutliche Wanderungsgewinne gegenüber Berlin erzielt. Besonders stark seien Familien mit Kindern sowie Menschen zwischen 30 und 50 Jahren vertreten gewesen. Gleichzeitig verliere Brandenburg weiterhin junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren an die Hauptstadt.
Darüber hinaus zeigten die Daten, dass sich das Bevölkerungswachstum nicht ausschließlich auf das Berliner Umland konzentriere. Der sogenannte Weitere Metropolenraum habe erneut leicht höhere Wanderungsgewinne verzeichnet als das unmittelbare Umland der Hauptstadt.
Brandenburg verliert erstmals seit 2013 Einwohner
Trotz des positiven Wanderungssaldos sei die Bevölkerungszahl Brandenburgs insgesamt erstmals seit 2013 zurückgegangen. Ende 2025 hätten rund 2,55 Millionen Menschen im Land gelebt. Die natürliche Bevölkerungsabnahme durch mehr Sterbefälle als Geburten habe den Wanderungsgewinn übertroffen.
Berlin sei dagegen weiter gewachsen. Ende 2025 habe die Hauptstadt rund 3,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner gezählt, was einem Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche.
Potsdam bleibt Wachstumsstandort
Innerhalb Brandenburgs habe sich die Entwicklung regional sehr unterschiedlich dargestellt. Wachstum hätten unter anderem die Landkreise Barnim, Dahme-Spreewald sowie die Landeshauptstadt Potsdam verzeichnet.
Demgegenüber seien insbesondere in Teilen der Lausitz sowie in der Uckermark weitere Bevölkerungsrückgänge registriert worden.
Wohnungsmärkte bleiben unter Druck
Die abgeschwächte Wanderungsdynamik bedeute nach Einschätzung des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen keine automatische Entspannung der Wohnungsmärkte. Für die tatsächliche Entwicklung seien neben Zu- und Fortzügen auch Faktoren wie Haushaltsgrößen, Wohnungsneubau, Leerstände und die regionale Nachfrage entscheidend.
In Berlin bleibe die Nachfrage insbesondere in den äußeren Bezirken hoch. Für Brandenburg zeige sich ein differenziertes Bild: Während in Potsdam und den berlinnahen Regionen weiterhin zusätzlicher Wohnraum benötigt werde, stünden in anderen Landesteilen eher Themen wie altersgerechter Umbau, Bestandsanpassung und der Umgang mit Leerständen im Vordergrund.
Die Zahlen verdeutlichten einmal mehr die enge Verflechtung der Wohnungsmärkte in Berlin und Brandenburg. Während wachsende Regionen zusätzlichen Wohnraum benötigten, stünden andere Gebiete vor der Herausforderung, ihre Bestände langfristig an demografische Veränderungen anzupassen.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Wanderungsstatistik 2025 und Bevölkerungsfortschreibung 2025; BBU








