Umsetzungslabor zum Bauturbo gestartet

Werkstatt des Bundesbauministeriums bringt über 1700 Fachleute zusammen

Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Mit der Werkstatt des Umsetzungslabors zum Bauturbo ist am 10. November nach einer Mitteilung aus dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen „der Startschuss für einen innovativen Prozess zur Beschleunigung des Wohnungsbaus in Deutschland gefallen“. Die Veranstaltung ist der Start eines Dialog- und Lernprozesses, der die praktische Erprobung der neuen Experimentierklausel im Baugesetzbuch begleitet.

Das „Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung“, auch als „Bauturbo“ bekannt, gibt den Kommunen neue Freiheiten, um schneller Baurechte zu schaffen und so den Wohnungsbau voranzutreiben. Doch ein Gesetz allein kann keine Wirkung entfalten. Es bedarf dabei der Praxis, des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen allen relevanten Akteuren. Genau hier setzt das Umsetzungslabor an. Es bringt Politik, Bauwirtschaft, Fachpraxis und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam zu erproben, wie das Gesetz erfolgreich angewendet und die neuen Handlungsspielräume im Baugesetzbuch gemeinsam in die Praxis umgesetzt werden können.

Rund 110 Teilnehmende vor Ort in Berlin und über 1600 digital Verbundene, von Bürgermeister:innen zu Planer:innen über Fachleute aus der Bauwirtschaft und Verwaltung bis hin zu Teilnehmenden aus der Zivilgesellschaft, nahmen an der Startveranstaltung teil, um ihre Perspektiven einzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

„Kommunen wissen, was vor Ort funktioniert“

„Der Bauturbo ist nicht nur ein Gesetz, sondern ein mutiges Instrument“, sagte Bundesministerin Verena Hubertz zur Eröffnung. „Der gemeinsame Start heute setzt ein sichtbares Zeichen: Wenn verschiedene Akteure ihr Wissen und ihre Ideen miteinander verbinden, legen wir das Fundament für schnelleres und zugleich verantwortungsvolles Bauen. Das Umsetzungslabor wird dabei zu einer wichtigen Werkstatt für unsere Bauwirtschaft. Es ist ein Raum, in dem aus Paragrafen lebendige Praxis wird. Und wo wir gemeinsam entwickeln, wie wir den Wohnungsbau ankurbeln und verbessern können.“

Maria Mußotter, Leiterin des Umsetzungslabors von Seiten der Bauwende Allianz, ergänzte: „Der Bauturbo steht für einen Staat, der gemeinsam mit der Praxis lernt, statt nur zu steuern. Jetzt braucht es Vertrauen darin, dass Kommunen am besten wissen, was vor Ort funktioniert – und Mut, neue Wege zu gehen. Mit dem Umsetzungslabor begleiten wir sie dabei, stärken Dialog und gemeinsames Lernen – und wir bringen die Erfahrungen direkt in die politische Arbeit ein, damit bezahlbares Wohnen, ressourcenschonendes Bauen und Umbauen gelingen.“

Arbeit an Umsetzungsfragen und Praxisleitfaden

Im Rahmen des Umsetzungslabors identifizieren die Teilnehmenden konkrete Anwendungsfälle, bei denen das neue Gesetz zu einer zügigen Umsetzung von Bauprojekten führen kann. Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch um eine nachhaltige und verantwortungsvolle Planung und Bauweise. Welche Voraussetzungen müssen Kommunen erfüllen, damit sie die neuen Handlungsspielräume des Gesetzes effektiv nutzen können? Welche Hemmnisse gibt es, und wie können diese überwunden werden?

Das Umsetzungslabor ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), der Bauwende Allianz (initiiert und koordiniert von ProjectTogether) und des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu). In den kommenden Monaten sollen die Teilnehmenden in unterschiedlichen Formaten weiter an konkreten Umsetzungsfragen und Anwendungsfällen arbeiten. Zudem soll ein Praxisleitfaden entstehen, der Interessierte dabei unterstützt, den Bauturbo erfolgreich anzuwenden. Das Projekt läuft bis März 2026.

Mehr Informationen zum Umsetzungslabor finden Sie hier.