Schulentwicklungsplanung in Potsdam: Verwaltung stellt neue Strategien vor

Wie die Landeshauptstadt Potsdam mitteilte, habe die Verwaltung im Rahmen der Integrierten Schulentwicklungsplanung (IKSEP) aktuelle Lösungsansätze für die zukünftige Entwicklung der Schullandschaft vorgestellt. Ziel sei es, auf veränderte demografische Entwicklungen zu reagieren und gleichzeitig eine stabile, wohnortnahe Versorgung sicherzustellen.

Feierliche Eröffnung des neuen NORD-Gymnasiums in Krampnitz am 8. September 2025. Foto: LHP/Christine Homann

Anpassung an sinkende Schülerzahlen

Nach Angaben der Stadt würden künftig sinkende Geburtenzahlen insbesondere im Grundschulbereich zu Anpassungen führen. So sei vorgesehen, die Zügigkeiten an Grundschulen ab 2027 zu reduzieren.

Die dadurch frei werdenden Kapazitäten könnten laut Verwaltung gezielt genutzt werden – etwa für kleinere Lerngruppen, Förderangebote oder Teilungsunterricht. Gleichzeitig solle das bestehende Schulnetz insgesamt erhalten bleiben.

Mehr Bedarf in weiterführenden Schulen

Während die Schülerzahlen im Grundschulbereich zurückgingen, werde in der Sekundarstufe I weiterhin mit steigender Nachfrage gerechnet.

Um diese Entwicklung aufzufangen, plane die Stadt unter anderem:

  • zusätzliche Klassen an Gymnasien
  • stärkere Nutzung bestehender Kapazitäten an Gesamtschulen
  • Mitnutzung freier Räume aus dem Grundschulbereich

Zudem solle die Sekundarstufe I der Theodor-Fontane-Oberschule an das Oberstufenzentrum I verlagert werden, um Synergien zu nutzen und vorhandene Flächen effizienter einzusetzen.

Neue Schulkonzepte und langfristige Perspektiven

Ein weiterer Baustein der Planung sei die Entwicklung innovativer Schulformen. Perspektivisch werde die Einrichtung einer Universitätsschule am Standort Zum Teufelssee geprüft.

Diese solle als Versuchsschule neue Lehr- und Lernformen in Kooperation mit der Universität entwickeln und erproben. Darüber hinaus würden weitere Schulzentren als langfristige Option diskutiert, um Synergien zwischen verschiedenen Schulformen zu stärken.

Förderschulen und flexible Nutzung

Auch im Bereich der Förderschulen sehe die Planung Veränderungen vor. So solle der Standort der Schule am Nuthetal bestehen bleiben, gleichzeitig werde eine flexiblere Nutzung geprüft.

Außerdem sei geplant, den Förderschwerpunkt „Sprache“ zu verlagern und langfristig eine weitere Förderschule mit dem Schwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ zu schaffen.

Schulneubauten teilweise infrage gestellt

Parallel dazu berichten Medien wie die MAZ, dass zwei größere Schulneubauprojekte möglicherweise nicht weiterverfolgt würden.

Demnach könnten der geplante Schulcampus Waldstadt Süd sowie ein Schulzentrum in Golm aufgrund sinkender Schülerzahlen und begrenzter finanzieller Spielräume entfallen.

Die Verwaltung begründe dies laut Bericht damit, dass langfristige Großprojekte unter diesen Bedingungen schwer zu rechtfertigen seien. Gleichzeitig sollen die Flächen für zukünftige Bedarfe gesichert bleiben.

Balance zwischen Bedarf und Finanzierbarkeit

Die Diskussion verdeutliche, dass die Schulentwicklungsplanung zunehmend im Spannungsfeld zwischen demografischer Entwicklung, finanziellen Möglichkeiten und langfristigen Infrastrukturentscheidungen stehe.

Während kurzfristig zusätzliche Kapazitäten für weiterführende Schulen benötigt würden, könnten langfristig rückläufige Schülerzahlen neue Prioritäten setzen.

Nächste Schritte im Planungsprozess

Die vorgestellten Maßnahmen sollen in den kommenden Monaten weiter konkretisiert und mit politischen Gremien abgestimmt werden.

Der Entwurf der Schulentwicklungsplanung solle laut Stadtverwaltung im dritten Quartal 2026 eingebracht und schließlich im vierten Quartal 2026 beschlossen werden.

Quellen: LHP, MAZ