Wie die MAZ berichtet habe, stehe der Lottenhof in Potsdam West vor einer umfassenden, jedoch gegenüber den ursprünglichen Planungen reduzierten Sanierung.

Der Baustart sei nach aktuellem Stand für September 2026 vorgesehen, die Fertigstellung solle im Frühjahr 2028 erfolgen.
Dem Bericht zufolge befinde sich das Gebäude seit Jahren nur noch im Notbetrieb. Große Teile des rund 1.000 Quadratmeter umfassenden Komplexes seien wegen fehlender Heizung, fehlenden fließenden Wassers sowie baulicher Schäden kaum nutzbar. Derzeit werde lediglich der Westflügel für Tanzgruppen und Nachbarschaftstreffs genutzt, im Winter sei selbst dieser Bereich nur eingeschränkt verwendbar.
Ursprünglich habe der Lottenhof bereits Ende 2024 vollständig saniert wiedereröffnet werden sollen. Mehrere Verzögerungen hätten jedoch dazu geführt, dass sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert hätten. Zwar sei das geplante Budget von rund drei Millionen Euro unverändert geblieben, die Baukosten seien in den vergangenen Jahren jedoch stark gestiegen. Dadurch könnten nicht mehr alle ursprünglich vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt werden.
Wie die MAZ weiter ausgeführt habe, solle nun nicht mehr das gesamte Gebäude vollständig saniert werden. Der Ostflügel, der ursprünglich für das Stadtteilnetzwerk vorgesehen gewesen sei, solle lediglich gesichert werden. Geplant seien dort die Entfernung von Schadstoffen sowie die Abdichtung des Dachs. Die eigentlich vorgesehenen Büroräume sollten stattdessen in Containern auf dem Außengelände untergebracht werden. Perspektivisch solle der Ostflügel jedoch erhalten bleiben und zu einem späteren Zeitpunkt saniert werden.
Zentrales Element der Sanierung werde künftig der große Saal sein. Dieser solle auf rund 300 Quadratmetern vollständig erneuert werden und künftig Raum für Veranstaltungen, Yogaangebote und Nachbarschaftsarbeit bieten. Geplant seien unter anderem eine Fußbodenheizung sowie große Fensterfronten auf drei Seiten. Auch der aktuell genutzte Westflügel solle instand gesetzt werden, allerdings weiterhin ohne feste Heizung und damit nur saisonal nutzbar bleiben.
Der Außenbereich solle laut Bericht weitgehend in seiner bisherigen Struktur erhalten bleiben, jedoch barrierefrei erschlossen werden. Charakteristische Elemente der DDR‑Architektur, etwa Kugelleuchten, sollten bewusst aufgegriffen werden. Ziel sei es, den architektonischen Charakter des Gebäudes zu bewahren, da es sich um einen der letzten Vertreter seiner Bauart in Potsdam handele und viele Menschen persönliche Erinnerungen mit dem ehemaligen Ausflugslokal verbänden.
Um Kosten zu sparen und nachhaltig zu bauen, plane das beauftragte Architekturbüro, möglichst viele vorhandene Materialien weiterzuverwenden. Bereits seit einigen Monaten habe es vorbereitende Einsätze gegeben, bei denen Nachbarschaftsinitiativen das Gelände freigelegt hätten. Vor dem eigentlichen Baustart stehe zunächst noch die Schadstoffsanierung, für die derzeit auf einen letzten Änderungsbescheid des Fördermittelgebers gewartet werde.
Quelle: MAZ








