Die Sanierung des Lottenhofs in Potsdam West solle in der kommenden Woche beginnen.

Wie die MAZ berichtete, werde zunächst die Baustelle eingerichtet. Anschließend seien eine umfassende Schadstoffsanierung und die Erneuerung des Daches vorgesehen.
Diese Arbeiten bildeten die Vorbereitung für die eigentliche Modernisierung des Nachbarschaftszentrums. Bereits in den vergangenen Monaten habe das Stadtteilnetzwerk gemeinsam mit Menschen aus der Nachbarschaft mehrere Baueinsätze durchgeführt und das Gelände für die Sanierung vorbereitet.
Die Arbeiten sollten voraussichtlich bis 2028 dauern. Während dieser Zeit müssten Angebote und Veranstaltungen, darunter der Foodtruck, der Nikolausmarkt und die Tanzgruppen, auf andere Standorte ausweichen.
Nachbarschaft machte das Gebäude wieder nutzbar
Das Gebäude sei zu DDR-Zeiten als Ausflugslokal mit Gastronomie, Veranstaltungssaal und großem Außenbereich genutzt worden. Nach der Wiedervereinigung seien dort noch ein Restaurant und eine Diskothek betrieben worden. Anschließend sei der Gebäudekomplex zunehmend verfallen.
Später habe sich die Nachbarschaft dafür eingesetzt, das Areal wieder nutzbar zu machen. Der rund 1.000 Quadratmeter große Gebäudekomplex bestehe aus einem Ostflügel, einem Westflügel und dem zentral gelegenen Tanzsaal.
Ursprünglich sei geplant gewesen, die vollständige Sanierung bereits Ende 2024 abzuschließen. Der Baustart habe sich jedoch mehrfach verzögert. Die erforderliche Baugenehmigung habe schließlich im Juli 2026 vorgelegen.
Fördermittel reichen nicht mehr für vollständige Sanierung
Nach Angaben der MAZ habe das Stadtteilnetzwerk für die Modernisierung rund drei Millionen Euro eingeworben. Diese Mittel stünden weiterhin zur Verfügung. Aufgrund der seit der ursprünglichen Planung deutlich gestiegenen Baukosten reiche das Geld jedoch nicht mehr aus, um das gesamte Gebäude zu sanieren.
Der Schwerpunkt der aktuellen Baumaßnahmen liege deshalb auf dem etwa 300 Quadratmeter großen Tanzsaal. Dieser solle nach Abschluss der Arbeiten künftig ganzjährig für Veranstaltungen und nachbarschaftliche Angebote genutzt werden können.
Ost- und Westflügel werden nur teilweise modernisiert
Der Ostflügel solle zunächst gesichert und von Schadstoffen befreit werden. Eine umfassende Modernisierung sei in diesem Bauabschnitt nicht vorgesehen.
Der Westflügel mit der sogenannten Trattoria solle neue Fenster und Türen erhalten. Eine Heizungsanlage könne nach Angaben der MAZ vorerst jedoch nicht eingebaut werden. Damit werde dieser Gebäudeteil auch nach den aktuellen Arbeiten noch nicht ganzjährig nutzbar sein.
Auch weitere ursprünglich geplante Ausstattungen hätten wegen der gestiegenen Kosten gestrichen werden müssen. Dazu gehöre ein raumtrennender Vorhang für den großen Tanzsaal. Das Stadtteilnetzwerk könne sich vorstellen, einzelne Ergänzungen später über Spenden oder Crowdfunding zu finanzieren.
Bürgerhaushalt soll Planung der Trattoria ermöglichen
Für die weitere Sanierung der Trattoria bewerbe sich das Stadtteilnetzwerk um Mittel aus dem Potsdamer Bürgerhaushalt. Vorgesehen sei eine Unterstützung in Höhe von 26.000 Euro. Insgesamt würden für die Planung rund 30.000 Euro benötigt.
Nach Angaben der MAZ könne in den Räumen künftig beispielsweise eine Kiezküche entstehen. Sobald eine belastbare Planung vorliege, könnten weitere Fördermittel für die bauliche Umsetzung beantragt werden.
Die Abstimmung zum Bürgerhaushalt laufe noch bis zum 8. November 2026. Die 20 Vorschläge mit der größten Unterstützung sollten anschließend der Stadtverordnetenversammlung zur Beratung vorgelegt werden.
Quelle: MAZ








