Potsdams Angebotsmieten bleiben auf hohem Niveau

Potsdam bleibt bei Neuvermietungen eine der teuersten Städte in Deutschland, schreiben die PNN. Die Preise für Eigentumswohnungen würden sich kaum bewegen oder sogar fallen.

Foto: Josephine Braun

Wer in Potsdam Wohnungsangebote durchstöbert, sei seit Jahren große Zahlen gewohnt. So würde aktuell beispielsweise die „großzügige Dreizimmerwohnung mit Terrasse und durchdachtem Wohnkonzept“ in der Speicherstadt für 20,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter beworben. Verglichen damit würden die 15,17 Euro pro Quadratmeter für eine Erdgeschosswohnung eines 2015 erbauten Gebäudes in Bornstedt schon fast wie ein Schnäppchen anmuten, so die Zeitung. Das Portal ordne die Annonce entsprechend auch unter der Rubrik „guter Preis“ ein.

Über viele Jahre seien in Potsdam sowohl die Kaufpreise als auch die Angebotsmieten erheblich gestiegen. Einen Überblick über das Angebot biete eine aktuelle Marktanalyse des Berliner Forschungsinstituts Empirica. Die Forscher hätten dafür deutschlandweit Immobilieninserate ausgewertet. Die Analyse würde laut Empirica auf mehr als zwei Millionen Inseraten aus mehr als 100 Anzeigenquellen basieren. Die Angaben beziehen sich auf Wohnungen von 60 bis 80 Quadratmetern, bei Ein- und Zweifamilienhäusern auf 100 bis 150 Quadratmeter mit höherwertiger Ausstattung – entsprechend wären die Preise höher, schreiben die PNN.

Verglichen worden seien alle 401 deutschen Kreise, kreisfreien Städte und Stadtstaaten. Die Analyse würde den Mietmarkt allerdings nicht vollständig abdecken. Günstige Wohnungen beispielsweise von Genossenschaften, die nicht inseriert werden, würden nicht auftauchen. Und es sei nicht bekannt, ob zu den annoncierten Konditionen tatsächlich Verträge abgeschlossen würden.

In Potsdam werden im zweiten Quartal 2026 den Angaben zufolge für einen Quadratmeter Neubauwohnung aus den vergangenen drei Jahren im Durchschnitt 19,48 Euro Kaltmiete verlangt. Das sind 52 Cent oder 2,6 Prozent weniger als im Quartal zuvor. Im Ranking würde Potsdam damit weiterhin bundesweit auf Platz vier unter den kreisfreien Städten landen. Im bundesweiten Durchschnitt seien die Mieten in den kreisfreien Städten laut Empirica im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,4 Prozent gestiegen. Potsdam entwickle sich also gegen den Trend.

Im Bestand seien die geforderten Angebotsmieten etwas niedriger. Für einen Quadratmeter würde im Durchschnitt eine Kaltmiete von 14,27 Euro aufgerufen. Das seien sieben Cent mehr als drei Monate zuvor. Anders als im Neubau würde im Bestand die Mietpreisbremse gelten. Die würde die Steigerung begrenzen, sie allerdings nicht stoppen.

Bei Eigentumswohnungen gebe es wie im Vorjahr einen moderaten Aufwärtstrend. Empirica weise einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 5929 Euro aus. Das seien nur zehn Euro mehr als im Vorquartal. Im deutschlandweiten Ranking lande Potsdam damit unverändert auf Platz 14.

Deutlich höhere Preise würden für Eigentumswohnungen aufgerufen, die in den vergangenen drei Jahren neu gebaut worden sind. Für einen Quadratmeter werde dafür in der Landeshauptstadt laut Zeitung 7020 Euro verlangt. Das seien 65 Euro weniger als im Quartal zuvor. Zum Jahreswechsel hätte der Wert sogar noch bei 7143 Euro gelegen. Ob sich dahinter eine Trendumkehr verbirgt, bleibe abzuwarten.

Für einen Quadratmeter in einem Ein- oder Zweifamilienhaus würden im zweiten Quartal 2026 in Potsdam den Angaben zufolge 4760 Euro gefordert – 352 Euro mehr als drei Monate zuvor. Dieser Teilmarkt sei in Potsdam allerdings vergleichsweise schwach vertreten und würde auch nicht mehr wachsen. Wenige teure Verkäufe könnten hier den Wert beeinflussen. Im deutschlandweiten Vergleich lande Potsdam hier auf Rang 24.

Die moderate Entwicklung in mehreren Kategorien würde zur jüngeren Vergangenheit passen. Laut Grundstücksmarktbericht hätten die Umsätze und die Zahl der Verkäufe im Jahr 2025 zugenommen, wären allerdings noch weit von der Größenordnung vor der Zinswende 2022 entfernt gewesen. Der Bericht werte keine Angebote aus, sondern tatsächlich beurkundete Verträge. Trotz hoher Bau- und Finanzierungskosten hätte sich der Potsdamer Immobilienmarkt stabil gezeigt und sein Preisniveau in allen Teilmärkten gehalten, wäre darin zu lesen gewesen.

Quelle: PNN