Die Potsdamer Tafel versorge nach Angaben der PNN wöchentlich rund 2.000 Menschen mit Lebensmitteln.

An den Ausgabetagen würden jeweils mehr als 100 Personen Lebensmittel für sich und ihre Familien abholen, samstags sogar bis zu 130 Menschen.
Wie die PNN berichteten, bleibe die Nachfrage hoch. Zu Beginn des Jahres seien 80 frei gewordene Kundenkarten innerhalb einer einzigen Sprechstunde vergeben worden. Gleichzeitig hätten rund 50 weitere Interessierte keinen Platz mehr erhalten.
Notfallkarten sollen akute Hilfe ermöglichen
Besonders deutlich werde der Bedarf laut PNN am sogenannten Notfallkartensystem, das im vergangenen Jahr eingeführt worden sei. Mehr als 40 dieser Karten seien inzwischen bei sozialen Einrichtungen im Stadtgebiet hinterlegt, darunter beim Jugendamt, beim Büro für Kinder(ar)mut der Arbeiterwohlfahrt sowie bei verschiedenen Beratungsstellen.
Menschen in akuten Notlagen könnten dadurch einmalig auf das Angebot der Tafel zugreifen, auch wenn sie noch keine reguläre Kundenkarte besäßen.
Fördermittel sollen gekürzt werden
Wie die Zeitung weiter berichtete, habe die Potsdamer Tafel im Rahmen der institutionellen Förderung für das kommende Jahr rund 140.000 Euro beantragt. Auf Empfehlung des Sozialausschusses solle dieser Betrag jedoch um zehn Prozent gekürzt werden. Die endgültige Entscheidung liege bei der Stadtverordnetenversammlung.
Die Geschäftsführerin der Potsdamer Tafel, Imke Georgiew, kritisiere die Kürzungspläne. Nach ihrer Einschätzung gehöre die Einrichtung zur festen sozialen Infrastruktur der Landeshauptstadt, während der Unterstützungsbedarf weiterhin wachse.
Über 80 Prozent der Finanzierung stammen aus Spenden
Laut PNN finanziere sich die Potsdamer Tafel überwiegend über Spenden. Mehr als 80 Prozent der Einnahmen würden aus diesem Bereich stammen. Die kommunale Förderung mache etwas mehr als 15 Prozent der Finanzierung aus. Ergänzend zahlen die Nutzerinnen und Nutzer einen Kostenbeitrag von vier Euro pro Abholung.
Besonders stark belasteten die Einrichtung derzeit die gestiegenen Betriebskosten. Allein für den Transport der Lebensmittel lege die Tafel jährlich rund 150.000 Kilometer zurück. Während die Kraftstoffkosten im Jahr 2024 bei etwa 26.000 Euro gelegen hätten, werde für das laufende Jahr mit rund 35.000 Euro gerechnet.
Mehr als 200 Ehrenamtliche engagieren sich
Die Arbeit der Einrichtung werde laut PNN von sechs Vollzeitkräften, zwei weiteren Beschäftigten auf Stundenbasis sowie mehr als 200 Ehrenamtlichen getragen.
Lebensmittelspenden seien nach Angaben der Geschäftsführerin derzeit weniger das Problem als die Finanzierung der Infrastruktur. Monatlich würden über 100 Tonnen Lebensmittel von Supermärkten, Großhändlern, Regionallagern und Speditionen bewegt.
Suche nach weiteren Standorten geht weiter
Neben der Hauptausgabestelle in der Drewitzer Straße betreibe die Tafel weitere Ausgabestellen am Schlaatz, Auf dem Kiewitt und in der Nikolaikirche. Zudem würden Lebensmittel regelmäßig in Werder und Teltow verteilt.
Nach Angaben der PNN plane die Potsdamer Tafel eine weitere Ausgabestelle, idealerweise im Stadtteil Stern. Ein konkreter Standort stehe allerdings noch nicht fest. Gleichzeitig sei ein größerer Umzug der Hauptstelle derzeit nicht realistisch, da langfristige Mietverträge ohne verlässliche Finanzierung schwer planbar seien.
Wichtiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur
Die PNN hoben hervor, dass die Potsdamer Tafel weit mehr als eine reine Lebensmittelausgabe sei. Sie diene vielen Menschen auch als Ort der Begegnung und des Austauschs. Umso wichtiger sei aus Sicht der Verantwortlichen eine langfristig verlässliche finanzielle Unterstützung für die Einrichtung.
Quelle: PNN








