Planungen für neues Stadtquartier Golm Nord werden fortgesetzt

Potsdam könne die Planungen für das neue Stadtquartier Golm Nord fortsetzen, berichtet die MAZ. Geplant seien 34,5 Hektar Siedlungsraum und 1700 neue Wohnungen. Die Vorbereitenden Untersuchungen sollen bis Ende 2026 abgeschlossen werden.

Laut Zeitung ende nun eine Planungsblockade für das neue Potsdamer Stadtquartier Golm Nord: Die Landeshauptstadt habe die vor gut zwei Jahren abgebrochenen Vorbereitenden Untersuchungen (VU) wieder aufgenommen.

Hintergrund sei eine Einigung mit dem Landes-Umweltministerium (MLEUV), das im März 2024 gegen die geplante Entwicklung des neuen Viertels im Landschaftsschutzgebiet interveniert hatte. Im Juni hatte es dazu eine erste Meldung des Potsdamer Baubeigeordneten Bernd Rubelt (parteilos) im Bauausschuss gegeben.

„Nach der positiven Einschätzung des MLEUV können jetzt die Vorbereitenden Untersuchungen für den Entwicklungsbereich Golm Nord abgeschlossen werden“, habe Rathaussprecherin Juliane Güldner auf MAZ-Anfrage mitgeteilt. „Dieses wird nach aktueller Zeitplanung bis Ende 2026 angestrebt.“

Zentrale Themen seien eine Aktualisierung des Finanzierungskonzeptes und eine erneute Prüfung und Bewertung des geplanten Schulstandortes vor dem Hintergrund der aktualisierten Bevölkerungsprognose für Potsdam. 2027 sei die frühzeitige Beteiligung zur Änderung des Flächennutzungsplans für Golm-Nord vorgesehen, der dann laut Sprecherin „weitere Schritte im Zustimmungsverfahren mit dem MLEUV folgen“.

Masterplans für Golm Nord bleibt inverändert

Die Vorgaben des Masterplans für Golm Nord seien nach der Einigung mit dem Ministerium unverändert: „Es wurden keine Veränderungen beziehungsweise Anpassungen des städtebaulichen Konzepts vorgenommen“, so die Sprecherin: „Grundlage bildet weiterhin das Strukturkonzept vom August 2023, das als Anlage zum Beschluss des Rahmenplans Golm 2040 beigefügt wurde.“ Die darin dargestellten Entwicklungsziele und Flächenkulissen seien „weiterhin maßgeblich“.

Insgesamt sollen laut Sprecherin 34,5 Hektar als Siedlungsraum erschlossen werden. Davon seien 5,4 Hektar für Wohnungsbau vorgesehen, 16,17 Hektar für gemischte Bauflächen und 2,27 Hektar für Sportanlagen, die der geplanten weiterführenden Schule und Vereinen gemeinsam zur Verfügung stehen sollen.

Ebenfalls im Plan seien Kindertagesstätten. Festgehalten werde auch am Ziel von insgesamt 1700 neuen Wohnungen, habe die Sprecherin auf Nachfrage bestätigt: „Es gab keine inhaltliche Anpassung der Planungen.“

Alle Grundstücke vermarktet oder bebaut

In den Verhandlungen mit dem Ministerium zu Golm Nord argumentierte die Stadt nach eigenen Angaben auch mit einem hohen Flächenbedarf des Potsdam-Science-Parks, dessen „bestehende Entwicklungsflächen bereits weitgehend vermarktet oder in konkreter Umsetzung“ seien. Nach Auskunft von Rathaussprecherin Güldner seien alle Grundstücke im Gebiet des Bebauungsplans Nr. 100-1 „Wissenschaftspark Golm“ westlich der Bahn „vermarktet oder in der Entwicklung“.

Drei Gebäude seien bereits errichtet. Namhafte Adressen sind das Technologie- und Gründerzentrum Go:In 2 der Stadt und die Niederlassung des Biotech-Unternehmens Biocyc. Dritter Neubau ist das sogenannte H-Lab, das unter anderem von der Universität Potsdam genutzt wird.

Umweltministerium hatte Planungen 2024 gestoppt

Auch die Gewerbeflächen des sogenannten „Technology Campus“ auf dem Gebiet des Bebauungsplans Nr. 129 „Nördlich der Feldmark“ seien im Außenring „fast vollständig vermarktet“, so die Sprecherin. Kurz vor der Fertigstellung stehe die Niederlassung des Pharmaunternehmens Ripac Labor. Im zweiten Schritt solle nun der Innenbereich zwischen Clara-Immerwahr-Straße und Marie-Curie-Ring vermarktet werden.

Das damals grün-geführte Umweltministerium hatte die Planungen für Golm Nord im März 2024 mit der Begründung gestoppt, dass Wohnungen, Schule und Sportplätze im Landschaftsschutzgebiet aus fachlicher Sicht „offensichtlich ausgeschlossen“ seien. Potsdam habe nicht dargelegt, ob der Wohnbedarf „nicht an anderer Stelle gedeckt werden könnte“.

Bedeutung des Projektes für Golm

Im Juni 2026 hatte der Beigeordnete Rubelt den Potsdamer Bauausschuss über ein Schreiben des Umweltministeriums informiert, nach dem „eine Zustimmung zu den vorgesehenen Bauflächen im Rahmen der Flächennutzungsplan-Änderung für Golm Nord nicht offensichtlich ausgeschlossen und die von der Stadt vorgebrachten Gründe grundsätzlich nachvollziehbar“ seien.

Golm Nord sei auch für die überfällige Entwicklung einer neuen Ortsmitte für Golm im Umfeld des Bahnhofs relevant. Nach Angaben von Rubelt sollen Teile der nötigen Infrastrukturmaßnahmen aus Grundstücksverkäufen im Norden finanziert werden.

Quelle: MAZ