Photovoltaik auf Denkmälern

Nach Angaben der MAZ seien in Potsdam in den vergangenen Jahren weniger Anträge für die Installation von Photovoltaikanlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden gestellt worden.

Foto: Josephine Braun

Während im Jahr 2023 noch 45 Anträge registriert worden seien, seien es 2024 insgesamt 31 und 2025 noch 16 gewesen. Bis Mitte 2026 habe die Stadt zehn weitere Anträge verzeichnet.

Zahlen zu den tatsächlich erteilten Genehmigungen habe die Stadt nicht veröffentlicht. Die Rathaus-Pressestelle habe jedoch erklärt, dass nur vereinzelt Anträge abgelehnt würden. Ein sehr hoher Anteil der Vorhaben werde genehmigt.

Denkmalschutz und Solarenergie sollen vereinbar bleiben

Wie die MAZ weiter berichtete, prüfe die Denkmalschutzbehörde bei jeder Anlage insbesondere, ob historische Substanz oder das Erscheinungsbild eines Gebäudes beeinträchtigt würden. Eine wichtige Voraussetzung sei häufig, dass die betreffenden Dachflächen vom öffentlichen Raum aus gar nicht oder nur eingeschränkt sichtbar seien.

Zu den Potsdamer Denkmalen mit Photovoltaikanlagen gehörten laut Bericht unter anderem das Haus des Handwerks in der Innenstadt, die Linden-Apotheke in Babelsberg, die Käthe-Kollwitz-Oberschule sowie das Hasenheyer-Stift.

Neue Solaranlagen auf Gemeindehäusern der Erlöserkirchengemeinde

Die MAZ berichtete außerdem über die Erneuerung zweier älterer Photovoltaikanlagen auf Gebäuden der Erlöserkirchengemeinde. Die bisherigen Anlagen auf den Gemeindehäusern in der Kiezstraße und in der Nansenstraße seien bereits seit den Jahren 2001 beziehungsweise 2002 in Betrieb gewesen.

Bei der aktuellen Modernisierung solle auch eine zusätzliche Dachfläche für die Stromerzeugung genutzt werden.

Diskussion über Photovoltaik auf Kirchendächern

Im Zusammenhang mit den neuen Anlagen habe der ehemalige Pfarrer der Gemeinde, Konrad Elmer-Herzig, laut MAZ angeregt, perspektivisch auch Dachflächen des Kirchengebäudes für die Solarstromerzeugung zu nutzen.

Die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates habe jedoch darauf verwiesen, dass derzeit zahlreiche andere Sanierungsaufgaben an den Gebäuden der Gemeinde anstünden. Weitere Investitionen in Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen seien aktuell nicht vorgesehen.

Nach Angaben der Zeitung habe die zuständige Denkmalpflege eine Nutzung bestimmter Dachflächen grundsätzlich in Aussicht gestellt. Die Stadtverwaltung wollte sich zu dem konkreten Fall nicht äußern und verwies auf laufende Verfahren.

Keine Statistik über bestehende Anlagen

Wie die MAZ weiter berichtete, verfüge die Stadt derzeit über keine vollständige Statistik zur Anzahl bestehender Photovoltaikanlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden. Ein systematisches Monitoring von Anträgen werde erst seit 2022 geführt.

Grundsätzlich seien nach Einschätzung der Stadtverwaltung Photovoltaikanlagen auf nahezu allen Gebäudetypen denkbar. Gerade bei Kirchen sei jedoch wegen ihrer städtebaulichen Bedeutung und Sichtbarkeit eine besonders sorgfältige Einzelfallprüfung erforderlich.

Quelle: MAZ