Die PNN berichten über den Entwurf für ein neues Stadtentwicklungskonzept Verkehr, mit dem die Landeshauptstadt ihre Verkehrspolitik bis 2040 neu ausrichten wolle. Im Mittelpunkt stünden vor allem der Ausbau des Fuß- und Radverkehrs sowie Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr. Insgesamt würden sich die im Konzept aufgeführten Maßnahmen auf rund 727 Millionen Euro summieren. Der Entwurf solle im Herbst von der Stadtpolitik beraten und beschlossen werden.
Zu den größeren Vorhaben gehörten zwei neue Brücken für den Fuß- und Radverkehr. Eine rund 20 Millionen Euro teure Verbindung solle Hermannswerder mit dem Kiewitt verbinden und könnte die bisherige Seilfähre ersetzen. Eine weitere Fahrradbrücke über den Weißen See für rund 18,5 Millionen Euro solle die Verbindung zwischen Krampnitz und Neu Fahrland sowie Nedlitz und dem Bornstedter Feld verbessern.

Auch im Potsdamer Süden seien neue Radverbindungen vorgesehen. Vom Bahnhof Rehbrücke zur Nuthestraße solle für rund 4,5 Millionen Euro eine neue Fuß- und Radwegverbindung entstehen. Zwischen Rehbrücke und der Staatskanzlei sei zudem ein neuer Radstreifen auf der Heinrich-Mann-Allee geplant. Auch bessere Radrouten nach Teltow und Werder würden weiterhin zum Maßnahmenkatalog gehören.
Beim öffentlichen Nahverkehr strebe die Stadt laut Konzept einen durchgängigen Zehn-Minuten-Takt bei Straßenbahnen und wichtigen Buslinien an Werktagen sowie zusätzliche Nachtangebote an. Neben dem bereits geplanten Ausbau der Straßenbahn nach Krampnitz und Fahrland sollten Vertiefungsstudien für mögliche Tramverbindungen nach Babelsberg-Süd und Golm erstellt werden. Außerdem solle geprüft werden, ob die Straßenbahn von Fahrland bis zum Berliner Außenring verlängert werden könnte.
Der Autoverkehr würde dagegen im neuen Konzept eine geringere Rolle spielen. Eine dritte Havelquerung über den Templiner See, die sogenannte Havelspange, sei nicht mehr vorgesehen. Enthalten sei hingegen der Ersatzneubau der maroden Langen Brücke, für den rund 40 Millionen Euro veranschlagt würden. Auch die Abfahrtsrampe von der Nuthestraße zur Friedrich-Engels-Straße sowie die Verlängerung der Wetzlarer Straße blieben Bestandteil der Planung. Für beide Projekte gebe es wegen des hohen Investitionsbedarfs allerdings weiterhin keinen konkreten Realisierungshorizont.
Zugleich solle die Parkraumbewirtschaftung auf weitere Teile der Stadt ausgeweitet werden. Die früher geplanten zentralen Parkhäuser an der Helene-Lange- und der Berliner Straße seien dagegen nicht mehr Bestandteil des Konzepts. Weitere Parkhausprojekte in der Innenstadt seien aus Kostengründen nicht vorgesehen. Für rund vier Millionen Euro solle allerdings der Park-and-Ride-Standort an der Wetzlarer Straße um ein Parkhaus ergänzt werden.
Als ausdrückliches Ziel formuliere das Konzept eine Innenstadt und ein Babelsberg mit untergeordnetem Autoverkehr. Dafür seien rund zehn Millionen Euro vorgesehen. Auch in weiteren Quartieren solle geprüft werden, ob der Autoverkehr reduziert werden könnte.
Das bisherige Verkehrskonzept von 2014 habe vorgesehen, dass bis 2025 mehr als 75 Prozent der Wege in Potsdam zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn zurückgelegt würden. Dieses Ziel sei inzwischen übertroffen worden. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs sei zwischen 2008 und 2023 um zwölf Prozentpunkte auf 20 Prozent gesunken.
Ob sämtliche Vorhaben des neuen Verkehrskonzepts tatsächlich umgesetzt werden könnten, sei angesichts der angespannten Haushaltslage offen. Für die insgesamt rund 727 Millionen Euro teuren Maßnahmen wolle die Stadt auch Fördermittel einwerben.
Quelle: PNN








