Wie die MAZ berichtet, sei in Potsdam ein weiteres Wohnquartier im Norden der Stadt geplant.

Zwischen Neu Fahrland und dem wachsenden Stadtteil Krampnitz könnte auf einem rund sechs Hektar großen Areal ein neues Wohngebiet mit 200 bis 300 Wohnungen entstehen.
Werkstattverfahren soll Bebauung konkretisieren
Nach Angaben aus dem Bauausschuss plane das Stadtplanungsamt ein sogenanntes Werkstattverfahren, um die konkrete Ausgestaltung des Quartiers zu klären. Dabei solle insbesondere entschieden werden, wie dicht und in welcher Höhe bebaut werden könne.
Dem Bericht zufolge könnten Gebäude mit drei bis fünf Vollgeschossen entstehen. An dem Verfahren sollen neben Planungsbüros und Architekturbüros auch Vertreterinnen und Vertreter aus Lokalpolitik und Stadtgesellschaft beteiligt werden, darunter der Ortsbeirat Neu Fahrland, der Gestaltungsrat Potsdam sowie Mitglieder des Bauausschusses.
Die Ergebnisse des Verfahrens könnten voraussichtlich im Herbst 2026 vorliegen und anschließend öffentlich vorgestellt werden.
Standort zwischen Wohnungsbedarf und Landschaftsschutz
Das geplante Gebiet liegt zwischen der Bundesstraße B2 und dem Krampnitzsee auf einer Fläche, die bislang als Baumschule genutzt wurde. Laut Bericht sei dort grundsätzlich eine Wohnbebauung vorgesehen, allerdings unter bestimmten Einschränkungen.
Demnach solle nicht die gesamte Fläche bebaut werden. Teile nördlich des sogenannten Fischerhäuschens würden freigehalten, um eine „grüne Zäsur“ zwischen Krampnitz und Neu Fahrland zu erhalten. Zudem stünden angrenzende Bereiche unter Landschaftsschutz, was eine Ausweitung des Baugebiets begrenze.
Die Planung stelle damit einen Kompromiss zwischen zusätzlichem Wohnraum und dem Erhalt von Freiräumen dar.
Verkehrsanbindung bereits berücksichtigt
Die zusätzlichen Verkehrsbelastungen durch das neue Quartier seien laut Stadtplanung bereits in die übergeordneten Verkehrsanalysen für den Stadtteil Krampnitz einbezogen worden.
Ein Vorteil des Standorts könnte in der zukünftigen Anbindung liegen: Die geplante Verlängerung der Straßenbahn nach Krampnitz werde direkt am Quartier vorbeiführen und damit eine gute ÖPNV-Anbindung schaffen.
Keine Ufererschließung vorgesehen
Nicht Bestandteil der Planung sei laut Bericht ein öffentlicher Uferweg entlang des Krampnitzsees. Gründe seien unter anderem topografische Gegebenheiten sowie bestehende Nutzungen, etwa durch einen Fischereibetrieb.
Weiterer Baustein im wachsenden Potsdamer Norden
Das geplante Quartier würde sich in eine Reihe von Entwicklungsprojekten im Potsdamer Norden einfügen. Neben dem Großvorhaben Krampnitz könnte damit ein weiteres Wohngebiet entstehen, das zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes beitragen soll.
Gleichzeitig zeige die Diskussion, dass neue Bauprojekte zunehmend im Spannungsfeld zwischen Wohnraumbedarf, Verkehrsentwicklung und Freiraumschutz geplant werden müssen.
Quelle: MAZ








