Potsdam setzt auf Wohnraumoptimierung statt allein auf Neubau.

Die Landeshauptstadt Potsdam teilte mit, dass der Wohnwende‑Ökonom Dr. Daniel Fuhrhop seit dem 1. April das Team im Büro von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel verstärke. Der 58‑jährige Potsdamer sei dort als zentraler Ansprechpartner für die Themen Wohnen tätig und solle insbesondere den Aufbau einer städtischen Wohnraumagentur vorantreiben.
Nach Angaben der Stadtverwaltung gelte Fuhrhop als ausgewiesener Experte für Wohnraumoptimierung. Er habe zahlreiche Sachbücher veröffentlicht und bereits andere Kommunen bei der Mobilisierung versteckter Wohnraumreserven beraten. Ziel seiner neuen Aufgabe sei es, bestehende Potenziale im Wohnungsbestand besser zu nutzen und so einen Beitrag zur Entschärfung der angespannten Wohnraumsituation in Potsdam zu leisten.
Oberbürgermeisterin Aubel erklärte laut Pressemitteilung, die Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt beträfen viele Menschen ganz unmittelbar. Umso wichtiger sei es, diese mit Kompetenz, Engagement und neuen Ideen anzugehen. Gemeinsam wolle man die Wohnraumoptimierung weiter voranbringen, vorhandene Potenziale heben und eine leistungsfähige Wohnraumagentur aufbauen. Die Gründung einer solchen Agentur sei zudem eines ihrer zentralen Wahlversprechen gewesen.
Auch MAZ und PNN berichteten, dass Fuhrhops Ansatz bewusst nicht allein auf Neubau setze. Vielmehr gehe es darum, den sogenannten „unsichtbaren Wohnraum“ zu aktivieren. Fuhrhop habe betont, dass viele Menschen – etwa ältere Eigentümerinnen und Eigentümer nach dem Auszug der Kinder – in zu groß gewordenen Wohnungen oder Häusern lebten und sich Unterstützung bei einer besseren Nutzung ihrer Wohnfläche wünschten. Dies könne zugleich neuen Wohnraum für andere erschließen.
Zu den Instrumenten, die Fuhrhop in Potsdam bündeln wolle, zählten laut MAZ unter anderem Modelle wie „Wohnen für Hilfe“, bei dem Wohnpartnerschaften zwischen Jung und Alt vermittelt werden, sowie Programme wie „Sicheres Vermieten“, die Vermieterinnen und Vermietern durch Garantien und Zuschüsse die Entscheidung zur Vermietung erleichtern sollen. Eine Wohnraumagentur könne diese Angebote bündeln, gezielt beraten und Eigentümerinnen und Eigentümer langfristig begleiten. Ergänzend seien auch Förderprogramme pro nutzbar gemachtem Quadratmeter denkbar.
In der PNN wurde zudem darauf hingewiesen, dass Fuhrhop sich in der Vergangenheit auch öffentlich in wohnungspolitische Debatten eingebracht habe, etwa beim inzwischen abgerissenen Staudenhof. Kommunalpolitische Erfahrung habe er bereits früher gesammelt, unter anderem als parteiloser Oberbürgermeisterkandidat in Oldenburg. Seine Bücher plädierten für eine bessere Nutzung vorhandenen Wohnraums und verknüpften dies mit positiven Effekten für Klimaschutz und sozialen Zusammenhalt.
Positive Reaktionen auf die Personalentscheidung habe es auch aus der Kommunalpolitik gegeben. Die Linksfraktion begrüßte laut PNN die Berufung Fuhrhops ausdrücklich und kündigte an, die Arbeit an der geplanten Wohnraumagentur konstruktiv, aber auch mit Blick auf eine soziale Ausgestaltung zu begleiten.
Mit der neuen Stelle im OB‑Büro setze die Landeshauptstadt Potsdam nach übereinstimmender Einschätzung der Berichterstattung von LHP, MAZ und PNN ein deutliches Signal: Neben Neubau solle künftig stärker auf die Aktivierung bestehender Wohnflächen gesetzt werden, um schneller und klimaschonender zusätzlichen Wohnraum zu gewinnen.
Quellen: Pressemitteilung der Landeshauptstadt Potsdam (LHP), Berichte der MAZ und der PNN.








