Neue Tiefengeothermie geplant

EWP-Geschäftsführer im Bauausschuss zu Stand der Energiewende

Probebohrungen der EWP in der Heinrich-Mann-Allee bei Nacht. Foto: Stadtwerke Potsdam

Die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) plant einem Bericht der MAZ zufolge Tiefengeothermiebaustellen in Babelsberg, in Nedlitz und im Industriegebiet Potsdam-Süd vor. Derweil wird der erste Tiefengeothermiepark in der Heinrich-Mann-Allee vollendet. Die erste Anlage ist dem EWP-Geschäftsführer Eckard Veil zufolge seit Beginn dieser Heizperiode im Oktober 2025 im „durchgehenden Dauerbetrieb“. Er erstattete vor dem Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung einen Statusbericht zur Wärmewende.

Ausgelegt sei die Kapazität dieser Anlage für die vollständige Versorgung des Neubauviertels der ProPotsdam am früheren Tramdepot. Da es erst in Teilen fertig sei, werde die überschüssige Wärme deshalb aktuell ans Fernwärmenetz abgegeben. „Das ist aber nicht so effizient, wie wenn man das in dieses Baugebiet liefert“, wird Veil von der MAZ zitiert. Der Grund dafür sei die geringere Temperatur der Erdwärme im Vergleich zu dem aus dem Heizkraftwerk kommenden Wasser.

Die an das erste Projekt gekoppelte zweite Tiefengeothermieanlage in der Heinrich-Mann-Allee werde voraussichtlich im Sommer betriebsbereit sein, so Veil. Weitere Anlagen zur Gewinnung von Erd- und Flusswärme würden aktuell am Lerchensteig, in der Gartenstraße und im Industriegebiet Potsdam-Süd vorbereitet.

Eine Bewerbung von EWP und Stadtwerken um KWK-Fördermittel für Blockheizkraftwerke in der Gartenstraße und eine Tiefengeothermieanlage im Erzeugerpark Süd sei im Dezember aus „formalen Gründen“ zurückgewiesen worden, sagte der Geschäftsführer. Die zuständige Bundesnetzagentur habe die EWP „vor Eröffnung des eigentlichen Verfahrens ausgeschlossen“. Man prüfe juristisch einen Einspruch gegen diese Entscheidung.

Der Vorgang habe allerdings „keine Auswirkungen auf die Realisierung der geplanten Projekte“ oder „bereits bezuschlagte Projekte“, so Veil im Anschluss der Sitzung gegenüber der MAZ. Die Arbeiten liefen weiter, die Maßnahmen würden sich „zeitlich leicht verschieben“. Die EWP sei darauf vorbereitet, alternative Fördermittel aus anderen Programmen einzuwerben.

Geplant sind im Erzeugerpark in Sichtweite zum Heizkraftwerk Süd neben dem Blockheizkraftwerk und der Tiefengeothermie unter anderem eine Flusswasser-Wärmepumpe, ein Warmwasserspeicher und eine Power-to-Heat-Anlage, mit der überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Sonnenkraft in Wärme umgewandelt wird. Eine mehr als 5000 Quadratmeter große Solarthermie-Anlage auf dem Gelände ist bereits seit 2019 am Netz.

In der Planungsphase sei die Flusswasser-Wärmepumpe im Erzeugerpark. Die EWP sei dazu in Gesprächen mit der Genehmigungsbehörde. Der Wärmeleistung dieser Anlage sei mit 2,5 MW Leistung natürliche Grenzen gesetzt, die Nuthe als nicht allzu großer Fluss gebe nicht mehr her.

2029 soll nach seinen Angaben die erste der beiden Gasturbinen des Heizkraftwerks Süd abgeschaltet werden, „und das ist Stand jetzt machbar“.